Frisches Obst aus dem eigenen Garten ist eine besondere Freude für viele Hobbygärtner. Doch nicht jeder hat genügend Platz, um große Obstbäume unterzubringen. Zudem übersteigt die Ernte dann schnell den Bedarf der Familie und ein Teil der Früchte verfault. Viel praktischer und bequemer zu pflegen ist ein Obstbusch. Doch wie bringt man einen Baum dazu, handlich klein zu bleiben und dennoch Früchte zu tragen?
Buschbäume für kleine Gärten
Als Buschbaum bezeichnet man einen kleinwüchsigen Baum, der eher das Aussehen eines Busches hat. Häufig werden sie auch als Viertelstamm- oder Niedrigstammbäume bezeichnet. Im Grunde handelt es sich bei ihnen um auf eine schwachwachsende Unterlage aufgepfropfte Obstbäume, die durch richtigen Schnitt in Buschform gebracht werden können. Buschbäume tragen bereits nach ein bis drei Jahren Früchte und eignen sich insbesondere für kleine Gärten. Auch wer eine größere Auswahl unterschiedlicher Obstsorten haben möchte, oder nicht will, dass Kinder beim Versuch, sich Früchte vom Baum zu holen, abstürzen, ist mit Buschbäumen gut beraten. Eigene Buschbaumsorten gibt es bei vielen Obstarten, insbesondere bei Äpfeln, Birnen, Mirabellen, Kirschen, Quitten und Pflaumen. Letztere werden teilweise auch unter ihrem österreichischen Namen Zwetschken verkauft.
Wo und wie pflanzt man einen Buschbaum?

Beim Standort und Boden haben Buschbäume dieselben Anforderungen, wie ihre größeren Artgenossen. Lediglich der Platzbedarf und daher Pflanzabstand ist etwas geringer. Daher eignen sie sich zum Beispiel auch für die Pflanzung als Hecke oder Sichtschutz. Bei der Pflanzung als freistehende Büsche sollte jedoch ein Abstand von mindestens drei Metern eingehalten werden. Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung ist das Frühjahr.
Den Baum abstützen!

Der frisch gepflanzte Buschbaum sollte sofort abgestützt werden. Achten Sie darauf, dass die Stütze guten Halt im Boden hat, aber den Wurzelballen nach Möglichkeit nicht beschädigt. Die Verschnürung muss locker genug sein, dass sie nicht in den Stamm einschneidet und noch etwas Spielraum bietet.
Der Erziehungsschnitt
Damit der Baum zum Busch und nicht zu einem bis zu vier Meter hohen Baum wird, ist meistens bereits unmittelbar nach der Pflanzung der erste Schnitt notwendig. Dabei schneiden Sie den Haupttrieb, also den Stamm, auf der Höhe von etwa 75 cm ab. Wählen Sie drei kräftige Seitentriebe aus und kürzen Sie alle anderen ab. Achten Sie darauf, sauberes Werkzeug zu benützen und gerade zu schneiden, damit die Wunden möglichst klein bleiben. Gerade jetzt ist das Bäumchen besonders anfällig für Pilze und andere Keime, die sich in den Verletzungen einnisten können.
Beschnitt im Herbst
Der nächste Beschnitt wird im Herbst fällig. Kürzen sie dabei die drei ausgewählten Triebe auf etwa die Hälfte ihrer Länge und alle neu entstandenen auf etwa drei bis vier Augen zurück. Das Kürzen der untergeordneten Triebe sollte jedes Jahr wiederholt werden. Entfernen Sie dabei auch alle in unerwünschte Richtungen wachsenden Zweige vollständig. Insbesondere nach oben wachsende Äste müssen abgeschnitten werden, damit es nicht zur Bildung eines neuen Stammes kommt.
Expertentipp
Achten Sie bei der Auswahl des jährlichen Schnitttermins darauf, dass er nicht zu nahe am ersten Frost liegt. In der Heilungszeit der Schnittwunden ist der Buschbaum besonders anfällig für Erfrierungen. Wenn Sie in einer Region leben, in der nicht viel Zeit zwischen der Ernte und dem Wintereinbruch bleibt, können Sie nach dem zweiten Beschnitt auch das Frühjahr für die Erziehungsschnitte wählen.
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