Viele Gartenbesitzer holen sich mit Orchideen ein kleines Stück Tropen nach Hause. Die eindrucksvollen Blüten lassen schnell die eigenen Urlaubserinnerungen wach werden und als Zimmerpflanze sind sie ein wahrer Hingucker. Leider sind diese Pflanzen nicht nur äußerst anspruchsvoll, sondern sind bei Fehlern in der Pflege rasch nachtragend. So kann ein Schädlingsbefall durch Schildläuse die Orchideenpflanze extrem schädigen. Wer auf chemische Mittel verzichten möchte, kann auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen.
Wie beeinträchtigen Pflanzenläuse Orchideen?
Diese kleinen Schädlinge können, je nach Art, zwischen 0,8 bis 6 Millimeter groß sein und besitzen einen linsenförmigen Körper. Ein Weibchen legt bis zu 250 Larveneier ab. Um eine schnelle Ausbreitung zu verhindern, sollten Orchideenpflanzen daher regelmäßig auf Befall geprüft werden.
Mit ihrem Saugrüssel stechen die Insekten in die Pflanzenblätter, Triebe und Blattstiele, um an den Pflanzensaft zu gelangen. Somit gehen der Orchidee wichtige Nährstoffe verloren. Zudem kommt es vor, dass durch das Saugen Gift abgegeben wird, der in die Pflanze gelangt. Als ob diese Belastungen allein nicht ausreichend sind, bietet der Honigtau, die Ausscheidungen der Blattlaus, einen perfekten Nährboden für diverse Pilze. Diese Umstände führen dazu, dass die Wirtspflanze geschwächt ist. Hierdurch verformen sich ihre Blätter und beginnen zu welken. Zudem kann sich die Blütenform verändern.
Woran erkennt man einen Schildlausbefall bei Orchideen?
In der Regel finden Sie die Blattläuse an den Unterseiten der Blätter, da sie hier besser getarnt sind. Daher wird ein Befall meist sehr spät durch braune Flecken erkannt, die sich auf den Pflanzenblättern bilden. Weiterhin können Blüten eingefallen und Knospen ungeöffnet sein. Zudem kann sich Honigtau in Form von harzartigen Belägen an der Orchidee selbst, am Blumentopf, auf dem Fußboden oder der Fensterscheibe befinden.
Wie wird die Orchideenpflanze von Schildläusen befallen?

Im Garten werden diese Schädlinge durch den Wind verbreitet oder die Larven wandern zu benachbarten Gewächsen.
In die Wohnung gelangen sie meistens durch eine neue Pflanze, auf der sich diese Insekten befinden. Eine weitere Möglichkeit ist Pflanzenerde, denn einige Schildläuse befallen die Pflanzenwurzeln und ihre Larven stecken im Substrat. Zudem nehmen Ameisen die kleinen Plagegeister zu neuen Gewächsen mit.
Erste Maßnahmen bei einem Schildlausbefall

- betroffene Pflanzen sollten in einen gesonderten Raum gebracht werden, damit ein Übergriff auf weitere Gewächse verhindert wird.
- erstreckt sich der Befall nur auf einzelne Pflanzenteile, genügt es, diese abzuschneiden und zu entsorgen.
- Die Orchidee kopfüber mit Seife und einem starken Strahl abduschen. Hierbei können die Eier jedoch weiter verteilt werden oder festsitzende Tiere verbleiben auf der Pflanze.
- Achtung: Hierbei können sich die Schädlinge ausbreiten. Läuse mit einer Pinzette, Zahnbürste beziehungsweise einem spitzen Messer absammeln und auf Küchenpapier zerquetschen. Das Werkzeug zwischendurch säubern oder mit Alkohol tränken.
- Hüllblätter entfernen, um den Tierchen ihr Versteck zu nehmen.
Teebaumöl
Tränken Sie ein Wattestäbchen mit dem Öl und betupfen Sie die befallenen Pflanzenteile. Die Schildläuse können nicht mehr atmen und sterben. Bei einer weiteren Behandlung kann es jedoch zum Blattabwurf kommen.
Reinigungsalkohol
Das Mittel wird ebenfalls Isopropanol oder Isopropylalkohol genannt und durchdringt das Schild der Schädlinge, wodurch sie abgetötet werden. Nehmen Sie ein sauberes Baumwolltuch, tränken dieses im Alkohol und behandeln sowohl die obere als auch die untere Seite der Blätter damit. Freiliegende Wurzeln und das Substrat dürfen keine Tropfen abbekommen. Diese Behandlung sollte bis zur vollständigen Entfernung der Schädlinge alle 14 Tagen durchgeführt werden.
Achtung: Bei Orchideen, die dünne oder weiche Blätter haben, sollte ein anderes Hausmittel verwendet werden.
Mixtur aus Spülmittel und Olivenöl
Geben Sie zwei Esslöffel Olivenöl und einige Tropfen Spülmittel zu einem Liter Wasser. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche und sprühen damit die betroffenen Blätter direkt ein. An den Blattachseln verwenden Sie am besten einen Pinsel. Diese Behandlung wird drei Wochen lang einmal wöchentlich durchgeführt.
Brennnessel
Entweder 20 Gramm getrocknete Blätter oder 200 Gramm frische Brennnesseln zerkleinern, mit kaltem Wasser übergießen und acht Stunden ziehen lassen. Anschließend durch ein Sieb geben und die Lösung in eine Sprühflasche füllen. Die betroffene Orchideenpflanze damit besprühen.
Expertentipp
Als weiteres Hausmittel gegen Schildläuse wird eine Mischung aus 15 Gramm Schmierseife und 10 Milliliter Spiritus in einem Liter Wasser empfohlen. Orchideen sollten hiermit jedoch nicht besprüht werden, da diese Lösung bei empfindlichen Arten zu aggressiv wirkt. Stattdessen empfiehlt es sich, sie mit einem Pinsel aufzutragen.
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