Es gibt sie in weiß, gelb, rot oder dem charakteristischen, wundervollen Blau – die herrlichen, imposanten Kelchblüten des Enzians zieren immer mehr Gärten und verwandeln Beete und Töpfe den ganzen Sommer über in ein prachtvolles Blütenmeer.
Mit Samen lassen sich die schönen Pflanzen auch kinderleicht vermehren.
Der Enzian – Wissenswertes rund um die Gebirgsstaude
Der Enzian ist überwiegend in Gebirgsregionen und in den Pyrenäen beheimatet. Es gibt zwischen 300 und 400 verschiedene Arten und verschiedenen Farben. Charakteristisch und am beliebtesten ist jedoch der blaue Enzian. Meist mehrjährig und ausdauernd, kann man manche Enzian-Art auch als ein- oder zweijährige Pflanze erhalten.
Enzian gilt als das Symbol der Treue. Ursächlich dafür ist die rein blaue Blütenfarbe, die in der Pflanzenwelt äußerst selten vorkommt. Die Wurzeln einiger Enzian-Arten werden von je her zur Herstellung des berühmten „Enzians-Schnaps“ verwendet, als auch für die Herstellung von Arzneimitteln.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden alle europäischen Enzian-Arten unter Naturschutz gestellt, da die schöne Pflanze aufgrund der hohen Nachfrage und stellenweise durch den Tourismus fast vom Aussterben bedroht war und leider, ebenso wie das Edelweiß, immer noch bedroht ist.
Enziansamen

Um Samen vom Enzian zu ernten, dürfen die Blüten nach dem Verwelken nicht abgeschnitten werden, denn an dieser Stelle bildet die Pflanze ihre Samenkapseln aus. Sie sind gefüllt mit einer Vielzahl an kleinen, braunen Samen. Sobald die Samenkapseln vertrocknet sind, ist der Samen reif und kann geerntet werden. Überlässt man den Enzian sich selbst, platzen die Samenkapseln auf und der Enzian sät sich selbstständig aus.
Und so funktioniert die Samenernte:
- trockene Samenkapseln abschneiden
- in eine Plastiktüte geben und schütteln
- den so gewonnenen Samen kühl, dunkel und trocken aufbewahren
Enzian aussäen
Enzian gehört zu den Kaltkeimern, das heißt, der Samen benötigt einen Kältereiz, um erfolgreich keimen zu können. Durch die Kälte baut sich die Keimhemmung, über die die Samen verfügen, ab.
Wer möchte, kann den Samen ab September bis Ende Oktober ins Freiland säen. Den benötigten Kältereiz erhält der Samen dann in den Wintermonaten. Der Samen wird dazu einfach auf lockerer Erde aufgebracht und nur dünn mit Erde bedeckt.
Soll der Samen in Anzuchtschalen ausgesät werden, können die Schalen mit dem Samen im Winter ruhig draußen stehen bleiben.
Die Erde, egal ob im Freiland oder in der Anzuchtschale, muss feucht gehalten werden. Staunässe darf allerdings keinesfalls entstehen, denn Staunässe vertragen die zarten Samen des Enzians nicht.
Expertentipp
Wenn der Enziansamen erst gezielt im Frühjahr ausgesät werden soll, muss der Samen mehrere Wochen stratifiziert werden. Das bedeutet, dass der Samen künstlichen Kältereizen ausgesetzt werden muss. Dazu wird ein Gefäß wie eine Kiste mit Sand gefüllt. Am besten eignet sich grobkörniger Estrichsand. Bitte keine Erde oder andere Substrate verwenden, diese lassen den Samen schimmeln.
Die Samen werden unter den Sand gemischt und das Ganze angegossen. Nun kommt das Gefäß an einen Ort mit Temperaturen zwischen 2 und höchstens 8 Grad Celsius. Der Kühlschrank ist für die Aufbewahrung optimal. Einmal wöchentlich wird der Sand gewendet, um alles gleichmäßig zu durchfeuchten und zu lüften.
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