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Zimmerpflanzen

Forellenbegonie Pflege

Lars Reibemann

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Die Forellenbegonie gehört zu den Strauchbegonien und kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Ihre grünen Blätter haben eine lanzettliche Form. Die Forellenbegonie kann das ganze Jahr über blühen.

Name und Herkunft

Es ist auf den ersten Blick ersichtlich, woher diese beliebte Zimmerpflanze ihre Bezeichnung hat. Das gepunktete Muster der grünen Blätter hat eine starke Ähnlichkeit zum Schuppenkleid der Forelle. Bei entsprechendem Lichteinfall kommt zudem ein metallischer Effekt der silbrig-weißen Zeichnung zum Vorschein.

Die Forellenbegonie gehört zur großen Familie der Begonia-Arten und wurde erstmals 1982 in Brasilien entdeckt. Ursprünglich stammt sie jedoch aus Mexiko, Asien, Südafrika und Mittelamerika und wächst daher am besten in feuchten subtropischen und tropischen Klimaverhältnissen.

Allgemeines

Die großen Blätter der Forellenbegonie sind das ganze Jahr über grün und verfügen über eine rötliche Unterseite sowie über zahlreiche für ihre Namensgebung verantwortliche silbrig-weißen Punkte auf der dunkelgrünen, glänzenden Oberseite. Nach der Bestäubung entwickeln sich fachspaltige Kapseln an der Forellenbegonie. Die Blüten sind weiß bis hellrosa und hängen in Büscheln von der Pflanze herab.

Die Forellenbegonie gehört zu den so genannten einhäusigen Pflanzen. Das bedeutet, dass sowohl männliche als auch weibliche Blüten auf ihr wachsen, die weiblichen Blüten überwiegen jedoch in ihrem Fall. Während die weiblichen Blüten ausschließlich Fruchtblätter tragen, verfügen männliche Blüten nur über Staubblätter, welche schneller abfallen.

Die Forellenbegonie kann bei optimaler Umgebung mehrere Monate lang blühen, meistens dauert die Hauptblüte vom Frühjahr bis zum Sommer.

Der optimale Standort für die Forellenbegonie

Durch ihren tropischen Ursprung bevorzugt die Forellenbegonie warme Standorte mit einer Temperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Somit ist diese Pflanze insbesondere für Wohnräume oder Wintergärten geeignet. Man sollte sie nicht in den Garten oder auf den Balkon stellen, da bereits eine Temperatur von unter 15 Grad Celsius schädlich für die Forellenbegonie sein kann. Eine direkte Sonneneinstrahlung oder ungeschützte Mittagshitze sind ebenfalls nicht empfehlenswert. Der ideale Standort sollte hell und ohne Schatteneinfall sein.

Bei der Wahl des Standortes sollte neben den Lichtverhältnissen auch beachtet werden, dass die Forellenbegonie weder trockene Luft noch Zugluft verträgt. Eine Fensterbank in der Nähe einer Heizquelle oder auch ein Durchgang sind somit ungeeignet.

Die Forellenbegonie gilt als giftig, es sollte daher darauf geachtet werden, dass Haustiere keinen Zugang zu den Pflanztöpfen haben.

Die idealen Bodenverhältnisse für die Forellenbegonie

Um den Bodenverhältnissen am ursprünglichen Standort im brasilianischen Regenwald nahezukommen, benötigt die Forellenbegonie ein Substrat, welches ihr eine nährstoffreiche und lockere Masse bietet. Empfehlenswert sind hochwertige Zimmerpflanzen- oder auch eine feinkörnige Kräutererde, welche ergänzt werden können mit Tongranulat, Perlit oder auch Pinienrinde. Hierdurch wird die Struktur des Bodens aufgelockert, damit sich die Luftzirkulation innerhalb des Substrats verbessern kann.

Gießen

Die Forellenbegonie sollte über einen ständig feuchten Wurzelballen verfügen. Staunässe muss jedoch genau wie eine Austrocknung vermieden werden, es ist somit etwas Fingerspitzengefühl bei der Wasserversorgung gefragt. Sowohl der Gießrhythmus als auch die Menge des zugeführten Wassers müssen den äußeren Gegebenheiten angepasst werden.

Je nach Umgebungstemperatur und Entwicklungsstadium der Pflanze variiert die erforderliche Flüssigkeitsmenge sowie die nötige Regelmäßigkeit des Gießens. Besonders während der Wachstumsperiode zwischen März und September kann die optimale Wassermenge höher sein, ansonsten muss die Forellenbegonie eher seltener und weniger gegossen werden.

Düngen

Insbesondere in der Wachstumsperiode muss die Forellenbegonie ausreichend und regelmäßig gedüngt werden. Hierzu kann ein herkömmlicher Flüssigdünger für Zimmerpflanzen verwendet werden, welcher gemäß der empfohlenen Dosierungsmenge im Abstand von zwei bis vier Wochen dem Gießwasser hinzugefügt wird.

Umtopfen

Da die Forellenbegonie rasch wächst, sollte diese bis zu zweimal im Jahr umgetopft werden. Der optimale Zeitpunkt hierfür liegt im Frühjahr oder Sommer. Bei dieser Maßnahme sollte grundsätzlich frische Erde verwendet werden, in der die Forellenbegonie ihren neuen Platz findet.

Schneiden und Vermehrung

Die Forellenbegonie kann bei Bedarf gekürzt oder zurückgeschnitten werden. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass sie durch das Schneiden noch buschiger wachsen wird. Die Schere sollte bei einem Rückschnitt ober eines Stängelknotens angesetzt werden. Die noch geschlossenen Knospen werden rasch für neue Triebe sorgen.

Eine weitere Schnittmaßnahme ist das Entspitzen, bei dem jeweils die obersten Blätter der Triebe entfernt werden. Bei geeigneter Menge können die Triebspitzen als Kopfstecklinge benutzt werden. Die Triebe werden unterhalb eines beliebigen Blattknotens abgeknipst und im Anschluss bei einer Umgebungstemperatur von etwa 20 Grad Celsius in ein Glas Wasser gestellt. Sobald eine Wurzelbildung beobachtet werden kann, kann das neue Pflänzchen eingetopft werden.

Die Bedingungen sind dabei dieselben wie bei einer ausgewachsenen Forellenbegonie: Pflanzen sollte man am besten im Frühjahr oder Sommer und es sollte grundsätzlich neues, frisches Substrat verwendet werden. Im Anschluss wird die neue Pflanze einmal ausgiebig gewässert, Staunässe sollte jedoch vermieden werden.

Eine weitere Vermehrungsmöglichkeit ist das Ziehen von Stamm-Stecklingen beim Zurückschneiden der Forellenbegonie. Hierbei kürzt man den Stamm der Pflanze, indem er oberhalb eines beliebigen Stängelknotens abgeschnitten wird. An der Stelle wird die Forellenbegonie bald wieder austreiben.

Das abgeschnittene Teil legt man anschließend in warme Erde und sorgt regelmäßig für eine mäßige Bewässerung. Nach einiger Zeit kann man beobachten, wie sich nach oben hin Blätter und nach unten hin Wurzeln entwickeln – vorausgesetzt, der Stamm-Steckling verfügt über mindestens ein schlafendes Auge und man vermeidet, dass Staunässe entstehen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Die am meisten verbreiteten Probleme bei der Forellenbegonie sind Pilze oder Schädlinge, welche auf hohe Feuchtigkeit zurückzuführen sind. Befolgt man jedoch sorgfältig die Pflegehinweise, ist die Forellenbegonie nicht besonders anfällig für Schädlinge oder andere Krankheiten.

Pilzkrankheiten lassen sich grundsätzlich bereits leicht bei äußerlicher Betrachtung der Pflanze erkennen und können anhand der Farbe der auftretenden Flecken unterschieden werden:

Weiße, puderartige Flecken

Hierbei handelt es sich um den am meisten verbreiteten Pilz, man bezeichnet ihn auch als Mehltau. Zunächst bilden sich kreisförmige Flecken von weißem und pudrig wirkenden Belag auf den Blättern der Forellenbegonie. Diese breiten sich dann langsam weiter aus.

Sobald man solche Flecken feststellt, sollten die betroffenen Stellen kurzfristig entfernt und mit einem Fungizid behandelt werden. Grundsätzlich gilt, dass Vorsorge besser ist als Nachsorge. Daher sollte die Erde immer gut trocknen können bevor sie bewässert wird. Eine gute Luftzirkulation ist dabei von Vorteil.

Braune Flecken

Lassen sich aufgeweichte, braune Flecken an der Forellenbegonie feststellen, handelt es sich um die Pilzkrankheit Botrytis. Diese beginnt meistens an den Blättern nahe der Erde.

In einem solchen Fall sollten die betroffenen Blätter oder auch Blüten sofort entfernt werden. Zusätzlich kann man diese mit einem Fungizid behandeln und somit sterilisieren.

Gelbe oder braune Blätter

Verfärben sich die Blätter an der Forellenbegonie gelb oder braun, ist dies meistens durch Fehler in der Pflege der Pflanze zu erklären. Gelbe Blätter lassen sich in den meisten Fällen auf eine Überwässerung zurückführen. Jedoch kann dies auch andere Ursachen haben: Zu tiefe Temperaturen, eine zu geringe Düngung oder auch ein Mangel oder ein Überfluss an Licht sind weitere mögliche Gründe. Werden braune Ränder oder Blattspitzen an der Pflanze sichtbar, spricht dies für eine zu große Hitze, eine direkte Sonneneinstrahlung oder eine Überdüngung.

Ein Schädlingsbefall ist bei der Forellenbegonie aufgrund ihrer ausgefallen Färbung nicht immer leicht zu erkennen. Daher sollte die Pflanze regelmäßig sorgfältig begutachtet werden, um Schädlinge frühzeitig zu bemerken und entsprechend eingreifen zu können.

Thripse

Thripse werden auch als Blasenfüße bezeichnet. Man erkennt diese an den silbrig schimmernden Saugspuren, welche sich auf der Blattoberseite der Forellenbegonie bilden. Da die Blätter jedoch ohnehin über ein weißliches gepunktetes Muster verfügen, sind die Anzeichen eines Thripse-Befalls im Fall der Forellenbegonie besonders schwer auszumachen. Dazu kommt, dass die Schädlinge selbst ebenfalls nahezu unsichtbar sind, da es sich um besonders winzige Insekten handelt. Stellt man einen Thripse-Befall an der Forellenbegonie fest, können hier geeignete Pflanzensprays effektiv zum Einsatz kommen.

Blattläuse

Blattläuse gehören zu den wohl bekanntesten Pflanzenschädlingen. Sie sind zu erkennen durch klebrige Ablagerungen auf den Blättern, den Trieben sowie den Blüten der Forellenbegonie. Je nach Stärke des Befalls lassen sich sehr große Ansammlungen dieser kleinen Insekten feststellen. In der freien Natur werden Blattläuse von Florfliegen, Marienkäfern und Gallmücken bedroht, für die Behandlung der Forellenbegonie zu Hause eignen sich aber auch Pflanzen-Sude oder speziell geeignete Pflanzensprays.

Spinnmilben

Spinnmilben lassen sich an feinen Netzen ausmachen, mit denen die Blätter und auch andere Teile der Pflanze überzogen werden. Diese kleinen Insekten halten sich am liebsten in einer trockenen und warmen Umgebung auf. Da dies auf Tropen-Pflanzen wie die Forellenbegonie nicht zutrifft, ist die Ursache von auftretenden Spinnmilben insbesondere in Fehlern in der Pflege zu suchen. Um die Forellenbegonie von den Spinnmilben zu befreien, bietet sich als effektivste Methode der Einsatz von Raubmilben an.

Expertentipp

Die Forellenbegonie ist eine ursprüngliche Regenwald-Bewohnerin. Neben dem regelmäßigen Bewässern spielt für sie auch eine geeignete Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. An ihrem Herkunftsort herrscht ein Minimalwert von circa 70 Prozent, welcher durch das Einsprühen der Pflanze sowie ihrer direkten Umgebung imitiert werden kann.

Dadurch erhält man nicht nur das benötigte Regenwald-Klima, sondern unterstützt die Forellenbegonie gleichzeitig dabei, ihr Muster optimal entfalten zu können. Ein direkter Kontakt der Blätter mit Wasser führt aufgrund des für gewöhnlich hohen Kalkgehaltes des Leitungswassers dazu, dass sich unschöne Ränder bilden können. Um das zu vermeiden, ist auch der Einsatz von Regen- statt Leitungswasser empfehlenswert.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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