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Zimmerpflanzen

Ficus Pflege

Lars Reibemann

Veröffentlicht

auf

Der Ficusbaum ist ein gern gesehener Gast sowohl im eigenen Zuhause als auch in Büroräumen. Die Ficus-Familie umfasst eine große Anzahl verschiedener Arten. Hierzu gehören die Kautschukpflanze, die Trauerfeige sowie die Geigenblattfeige.

Wird der Ficus als Zimmerpflanze gezüchtet, ist er viel kleiner als seine Verwandten im Freien. Die meisten in Innenräumen gehaltenen Ficusbäume sind holzige, baumartige Pflanzen, welche ein- oder mehrstämmig wachsen. In den vergangenen Jahren haben einige einfallsreiche Baumschulen damit begonnen, die biegsamen Stämme des Ficus zu nutzen, um die Pflanzen in verschiedene Formen zu flechten oder zu verdrehen. Seine Blätter können entweder dunkelgrün oder auch mehrfarbig sein.

Boden und Standort

Der Ficus sollte in eine gut durchlässige Blumenerde gepflanzt werden. Ein lehmiger Boden, welcher zusätzlich mit Vermiculit oder Perlit versetzt wurde, ist hier optimal. Möchte man eigenhändig einen geeigneten Boden herstellen, so gilt es hier, dass drei Teile Lehm, ein Teil Torf sowie ein Teil Sand eine durchlässige Mischung darstellen. Der Ficus sollte in einem tiefen Topf mit Drainagelöchern seinen Platz finden, aus dem überschüssiges Wasser ablaufen kann. Der optimale Standort befindet sich in der Nähe eines Fensters, damit der Ficus im Sommer hell und im Winter mäßiger beleuchtet wird. Gelegentlich sollte man die Pflanze etwas drehen, damit das gesamte Wachstum nicht ausschließlich auf einer Seite stattfindet. Ficusbäume vertragen keine niedrigen Temperaturen. Sie sollten bei Temperaturen über 16 Grad Celsius gehalten werden, bevorzugen jedoch Temperaturen über 21 Grad Celsius. Kalte Zugluft von Fenstern oder Türen kann schädlich für den Ficus sein. Er sollte daher grundsätzlich von Zugluft geschützt aufgestellt werden.

Gießen

Ein in Innenräumen gehaltener Ficus benötigt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit. Regelmäßiges Besprühen oder das Platzieren des Ficusbaumes auf eine mit Wasser gefüllte Kieselschale ist eine gute Möglichkeit, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Im Sommer sollte der Ficus wöchentlich gegossen werden, das Wasser sollte Raumtemperatur haben. Gegossen wird so lange, bis das Wasser vom Boden des Topfes abläuft. Der Boden sollte zwischen den Gießvorgängen leicht antrocknen können. Sollten die Blätter gelb werden oder abfallen, muss die Wassermenge entweder erhöht oder verringert werden. Um dies festzustellen, überprüft man den Wurzelballen. Ist dieser feucht, sollte die Wasserzufuhr verringert werden. Ist der Wurzelballen trocken, fehlt dem Ficus Wasser. Die benötigte Wassermenge wird auch durch die Luftfeuchtigkeit der Umgebung sowie die Lichteinstrahlung beeinflusst.

Schneiden

Der Ficus sollte grundsätzlich mit einer kleinen, desinfizierten Astschere geschnitten werden, um seine Größe zu erhalten sowie seine Blattkrone zu formen. Der optimale Zeitpunkt für einen Schnitt liegt im späten Winter oder Frühling bevor die Wachstumsphase startet. Die Zweige sollten direkt über dem Blattknoten oder einem verzweigten Stiel geschnitten werden, da der Ficus dann unterhalb des Schnittes neue Triebe entwickeln kann. Verkümmerte Zweige sollten grundsätzlich bei Bedarf entfernt werden. Ein jährlicher Schnitt unterstützt das dichtere Wachstum des Ficusbaumes.

Düngen

Der Ficus sollte insbesondere in der aktiven Wachstumsphase im Sommer regelmäßig gedüngt werden. In dieser Zeit werden viele neue Blätter und Zweige sichtbar. Hierzu kann ein herkömmlicher Flüssigdünger verwendet werden, welcher im Abstand von drei bis vier Wochen dem Gießwasser hinzugefügt wird. Sobald die aktive Wachstumsphase beendet ist, benötigt der Ficus bis zum nächsten Jahr keinen zusätzlichen Dünger mehr.

Krankheiten und Schädlinge

Die meisten Probleme bei der Ficuspflanze lassen sich auf eine unsachgemäße Pflege zurückführen:

Blattverlust

Ist die Luftfeuchtigkeit am Standort zu niedrig oder die Pflanze bekommt zu wenig Licht, ist mit einem Blattverlust zu rechnen. Das gleiche gilt auch bei einer zu starken Trocknung des Bodens oder Staunässe. In einer solchen Situation sollte man für den Ficus optimale Wachstumsbedingungen schaffen und abwarten, bis dieser wieder kräftiger wird.

Blattfleckenkrankheit

Erscheinen auf den Blättern des Ficus zahlreiche runde, gelbe Flecken mit einem Durchmesser von circa drei bis vier Zentimetern, entstehen diese meistens aufgrund einer zu geringen Lichtintensität oder auch einer zu hohen Luftfeuchtigkeit. Insbesondere an kürzeren Wintertagen lässt sich dieses Phänomen häufig beobachten. Wird der Ficus näher an ein Fenster verlagert, kann dies oftmals bereits zu einer Besserung führen.

Bakterienkrebs der Blätter

Der Ficus ist anfällig für den so genannten Bakterienkrebs der Blätter. Dieser hat zur Folge, dass sich auf der Unterseite der Blätter hellgrüne, wässrige Flecken bilden, welche nach einiger Zeit korkige Wucherungen hervorbringen, aus denen eine gummiartige Flüssigkeit austritt. Auch dies hängt mit falschen Anbaubedingungen zusammen. Ein zuverlässiges Heilmittel für diese Krankheit ist eine Anpassung der Umgebungstemperatur, eine gute Lichtversorgung sowie die Vermeidung übermäßiger Feuchtigkeit im Substrat.

Trockene Blattspitzen

Verfärben sich die Spitzen der Ficus-Blätter zunächst gelb und werden anschließend braun und trocknen aus, so besteht eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Abhilfe kann in diesem Fall geschaffen werden, indem man die Blätter der Pflanze regelmäßig mit Wasser besprüht. Das Aufstellen von mit Wasser gefüllten Untersetzern in der Nähe des Ficus kann außerdem dazu beitragen, dass Feuchtigkeit in die Luft verdampft.

Wurzelfäule

Eine zu häufige Bewässerung des Ficus kann zu einer Wurzelfäule führen. Dies ist eine Pilzkrankheit, welche das Wachstum hemmt. Die Blätter färben sich gelb und fallen ab. Eine sichere Diagnose kann gestellt werden, wenn man den Ficus aus dem Topf herausnimmt und sich dunkelbraune, faulende Flecken auf den Wurzeln feststellen lassen. Liegt eine Wurzelfäule vor, sollte man die kranke Pflanze unmittelbar in leichtere Erde umtopfen, das Gießen reduzieren sowie biologische Stärkungsmittel einsetzen.

Weitere Krankheiten des Ficusbaumes sind Anthraknose, Verticilium-Welke, die Blattfleckenkrankheit sowie Grauschimmel. Diese können durch eine Verbesserung der Anbaubedingungen sowie das Entfernen der betroffenen Pflanzenteile bekämpft werden. Außerdem sollte man auf die Verwendung von geeigneten Biopräparaten oder Fungiziden zurückgreifen.

Die Ficus-Blätter können auch von Schädlingen wie Spinnmilben, Thripsen oder Schildläusen heimgesucht werden. Möchte man auf die Verwendung von chemischen Mitteln verzichten, können auch biologische Präparate sinnvoll sein. Es ist auch in diesem Fall sinnvoll, die Anbaubedingungen zu überprüfen, da insbesondere Spinnmilben und Schildläuse warme und trockene Umgebungen bevorzugen. Daher sind diese besonders in der Heizperiode im Winter auf dem Ficus feststellbar.

Expertentipp

Ein Ficus reagiert überaus empfindlich auf sämtliche Veränderungen in seiner Umgebung. In einem solchen Fall kann man beobachten, dass sich vermehrt seine Blätter gelb färben und nach kurzer Zeit abfallen. Stellt man den Ficusbaum an einen neuen Platz, so muss man grundsätzlich mit einem Blattverlust rechnen. Sobald sich die Pflanze der neuen Umgebung angepasst hat, wachsen die Blätter jedoch im Normalfall wieder nach. Sollte der Ficus Blätter verlieren, obwohl sein Standort nicht verändert wurde, kann dies auch mit unterschiedlichem Lichteinfall zusammenhängen, zum Beispiel im Zuge eines Jahreszeitenwechsels. Ein weiterer Grund ist, dass die Bewässerungsfrequenz sich geändert hat. Allgemein gilt, dass der Ficus ein “Gewohnheitstier” ist. Es ist daher sinnvoll, sich an seine Gewohnheiten anzupassen, um einen Blattverlust zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich der Ficusbaum auch als Balkonpflanze?

Sobald im Frühling die Außentemperatur zu keiner Tageszeit mehr unter 15 Grad Celsius beträgt, darf der Ficus nach draußen umziehen. Optimal ist ein geschützter Platz auf dem Balkon oder der Terrasse. Es sollte auch hier darauf geachtet werden, dass der Ficus sich nicht ausschließlich im Schatten befindet, jedoch ebenso nicht der direkten Mittagssonne ausgesetzt wird. Ein Standort mit östlicher oder westlicher Ausrichtung ist ideal. Im Herbst sollten besonders die nächtlichen Temperaturen beachtet werden. Die Pflanze darf keinesfalls im Freien überwintern. Sobald die Temperaturen unter 15 Grad Celsius sinken, muss der Ficus wieder in den Innenraum umziehen. Aufgrund der allgemeinen Empfindlichkeit bezüglich abrupter Standortwechsel, sollte man die Pflanze schrittweise über mehrere Tage auf den vollständigen Umzug vorbereiten.

Wann und wie sollte der Ficus umgetopft werden?

Wie auch viele andere Zimmerpflanze freut sich der Ficus alle zwei bis drei Jahre über einen vollständigen Substratwechsel. Spätestens wenn sich Ablagerungen auf der Erdoberfläche zeigen, das Substrat blass und kraftlos wirkt oder das Wasser nicht mehr ausreichend speichern kann, sollte man die Pflanze daher umtopfen. Das neue Pflanzgefäß darf nicht zu groß gewählt werden. Der Grund dafür ist, dass der Ficus mehr Kraft in neue Blätter und Triebe steckt, wenn man ihn leicht in seinem Wurzelwachstum einschränkt.

Der neue Topf sollte über einen ausreichenden Wasserablauf verfügen, da ansonsten Staunässe oder Wurzelfäule drohen. Auch wenn es insbesondere bei großen Ficuspflanzen ein aufwändiges Unterfangen ist, ist es empfehlenswert, wenn man beim Umtopfen möglichst viel der alten Erde um den Wurzelballen herum wegnimmt. Dem Ficus sollte viel frische und qualitativ hochwertige Topferde speziell für Grünpflanzen geboten werden. Sobald sich die Pflanze in ihrem neuen Kübel befindet, wird diese kräftig angegossen. Das so genannte "Einschlämmen" vernichtet eventuelle Lufteinschlüsse im Bereich der Wurzeln. Eventuell muss der Ficus im Anschluss nochmal ausgerichtet werden. Auslaufendes Gießwasser muss vom Unterteller entfernt werden. Die nächste Wassergabe sollte dann stattfinden, wenn tatsächlicher Bedarf besteht.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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