Gelber Oleander (Thevetia peruviana), auch als tropischer Oleander oder Schellenbaum bekannt, bietet einen prächtigen Anblick dank seiner duftenden, trompetenförmigen Blüten. Hobbygärtner, die ihn im eigenen Garten oder auf dem Balkon kultivieren möchten, sollten jedoch vorsichtig sein. Denn wie auch Echter Oleander (Nerium oleander) gilt er als giftig. Alles Wissenswerte zur Giftigkeit und zur Anzucht aus Samen wurde in diesem Beitrag zusammengestellt.
Wissenswertes
Schellenbäume werden oft als gelbe oder tropische Oleander angeboten. Es handelt sich jedoch nicht um eine Oleander-Art, sondern um einen Angehörigen der gleichen Pflanzenfamilie (Hundsgiftgewächse), der ähnliche Eigenschaften aufweist. Bei der Kultur als Zierpflanze ist dieses Detail für die Überwinterung und die Giftigkeit relevant.
Giftigkeit
Wie Echter Oleander enthält auch gelber Oleander verschiedene giftige Herzglykoside. Die Art und Konzentration ist jedoch unterschiedlich. Die Hauptgefahr des Echten Oleanders geht von dem enthaltenen Oleandrin aus. Bei gelbem Oleander sind es Thevetin und Nerifolin.
Alle Pflanzenteile sind als giftig einzustufen. Die höchste Glykosid-Konzentration findet man mit 5% in den Samen, weniger als 0,1% sind in den grünen Pflanzenteilen enthalten. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Annahme, dass bereits ein Samenkorn tödlich sein kann, liegt die lebensgefährliche Menge für einen gesunden Erwachsenen bei acht bis zehn Samen. Haustiere und Kinder können aufgrund ihrer geringeren Körpergröße jedoch an deutlich kleineren Mengen sterben.
Hautkontakt

Der Milchsaft, der aus Verletzungen der Pflanze austritt, ist ebenfalls giftig. Er löst bei äußerlichem Kontakt Hautreizungen aus. Tragen Sie bei der Arbeit mit gelbem Oleander deshalb immer Handschuhe und reinigen Sie diese und das verwendete Werkzeug im Anschluss gründlich.
Gewinnung der Samen

In den meisten Fällen erfolgt die Vermehrung über Stecklinge. Im Internet und in einigen Gartenfachgeschäften sind jedoch Samen erhältlich. Reife Samenkapseln können zudem von bereits vorhandenen Exemplaren geerntet werden. Lassen Sie diese nach dem Entfernen gut trocknen. Auf diese Weise verringert sich beim Herauslösen der Samen das Kontaktrisiko mit dem giftigen Milchsaft.
Vorbereitung der Samen
Öffnen Sie die Fruchtkapseln vorsichtig und lösen Sie die nussähnlichen Körner heraus. Entfernen Sie Reste der Kapseln und eingetrockneten Saft mit Hilfe von lauwarmem Wasser. Legen Sie die Samen danach für zwei bis drei Tage in zimmerwarmes Wasser ein, um die Keimung zu beschleunigen.
Manche Hobbygärtner empfehlen, die Samenkörner vorsichtig zu knacken oder anzufeilen. Dabei muss man jedoch sehr vorsichtig sein, um die Körner selbst nicht zu verletzen.
Aussaat
Setzen Sie die Samen etwa einen bis zwei Zentimeter tief in mit Anzuchterde gefüllte Töpfe, gießen Sie das Substrat gut an und stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen warmen, hellen Platz. Hervorragend geeignet sind Gewächshäuser, Zimmergewächshäuser, Hauben aus Plastik oder Folie sind gute Alternativen. Lüften Sie täglich, um die Bildung von Schimmel zu vermeiden. Halten Sie die Erde stets gleichmäßig feucht und topfen Sie die Keimlinge um, sobald die Pflanzgefäße zu klein werden.
Expertentipp
Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt in der Nähe eines Schellenbaums spielen. Zäunen Sie das Gewächs ein oder schließen Sie die Tür zum Gewächshaus ab, um einen unerwünschten Kontakt zu verhindern.
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