Von Zeit zu Zeit sollte man ein Gemüsebeet umgraben, um die Erde darin zu lockern. Das sorgt dafür, dass die Wurzeln der Gemüsepflanzen wieder mehr Luft haben und besser tief in die Erde eindringen können. Gleichzeitig entfernt man dabei Steine aus dem Beet, wandelt Unkraut in Dünger um und gräbt Schnecken und andere Schädlinge aus. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für das Umgraben gekommen und wie geht man dabei richtig vor?
Sollte man überhaupt umgraben?
Das Umgraben hat viele Vor- aber auch Nachteile. So werden zum Beispiel neben den Schädlingen auch Nützlinge im Boden gestört und es kann einige Zeit dauern bis sich das biologische Gleichgewicht wieder eingependelt hat. Auf leichten, sandigen Böden ist das Auflockern zudem meistens nicht notwendig und es wird lediglich der Humus abgetragen. Daher sollte man am besten nur umgraben:
- wenn man ein Beet vollständig neu anlegt oder
- alle drei Jahre, wenn der Boden schwer ist und zur Verdichtung neigt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Umgraben?
Umgraben kann man grundsätzlich nur, wenn keine Gemüsepflanzen im Beet sind. Diese würden dabei nämlich ausgegraben und zerstört. Das bedeutet, der richtige Zeitpunkt für die Maßnahme ist entweder im Herbst nach der Ernte oder im Frühjahr vor der Aussaat. Manche Gärtner, die in schneearmen Regionen leben, verschieben das Umgraben auch in den Winter. Dann hat es die größte Wirkung gegen die in der Erde überwinternden Schnecken.
Der Herbst ist besonders beliebt, weil dadurch die Erde schon früh auf das Frühjahr vorbereitet wird und man später nicht in Zeitdruck gerät. Wer auch gleich Kompost in die Erde einarbeiten möchte, sollte aber am besten das Frühjahr wählen. Sonst könnten die Nitrate im Winter aus dem Beet gewaschen werden und ins Grundwasser geraten.
Das richtige Vorgehen beim Umgraben

In den meisten Fällen reicht das sogenannte einfache Umgraben aus. Dabei beginnt man in einer Ecke des Beetes und sticht den Spaten parallel zur Längsseite eine Schaufellänge tief in den Boden. Heben Sie die Erde aus und geben Sie sie in eine Schubkarre. Setzen Sie dann den Spaten erneut direkt neben dem Loch an und heben Sie einen Graben, der etwa eine Fußlänge breit sein sollte, entlang der Längsseite des Beetes aus.
Die hieraus stammende Erde kommt in die Schubkarre. Danach heben Sie parallel zum ersten einen zweiten Graben aus. Die aus ihm stammende Erde füllen Sie mit der Oberseite nach unten in den ersten Graben. Nun folgt ein dritter Graben, dessen Erde in den zweiten gefüllt wird. Dann ein vierter und so weiter, bis Sie das andere Ende des Beetes erreicht haben. In den letzten Graben füllen Sie die Erde aus der Schubkarre. Achten Sie aber darauf, auch sie nach Möglichkeit mit der Oberseite nach unten zu verwenden. Dadurch werden vorhandene Unkräuter begraben und sterben aus Lichtmangel ab.
Doppeltes Umgraben oder Rigolen
Diese Methode wird nur in Fällen von extremer Verdichtung des Bodens angewandt, also wenn schwerer Boden viele Jahre lang nicht umgegraben wurde. Dabei wird zwei oder noch seltener drei Spatenstiche tief gegraben. Das führt zu einer tiefen Lockerung des Bodens und sorgt dafür, dass Unkräuter besonders tief vergraben werden. Allerdings ist es deutlich anstrengender als das einfache Umgraben und es kann sein, dass man für ein langes Beet eine zweite Schubkarre benötigt.
Expertentipp
Wenn Sie im Herbst umgraben, empfiehlt es sich gleich im Anschluss zu mulchen, um den Boden vor Frost zu schützen. Im Frühjahr müssen Sie ihn dann nur noch schnell oberflächlich mit der Grabgabel auflockern, bevor Sie das neue Gemüse säen.
Graben Sie im Frühjahr um, ist unmittelbar danach der beste Zeitpunkt um Kompost oder kompostierten Pferdemist in den Boden einzubringen. Verwenden Sie aber niemals frischen Mist! Er ist so stark, dass er die empfindlichen Wurzeln der Gemüsepflänzchen auch dann noch verbrennen würde, wenn Sie nach dem Düngen noch einige Tage mit dem Pflanzen warten würden.
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