Die mehrjährige Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse zählt in Fernost zu den wertvollsten Heilkräutern. Sie findet unter anderem in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Verwendung. Asiaten bereiten aus frischen oder getrockneten Jiaogulan-Blättern vorrangig Tee zu. Das alternativ als „Kraut der Unsterblichkeit“ bezeichnete Gewächs trägt den botanischen Namen Gynostemma pentaphyllum. Zur Vermehrung von Jiaogulan stehen mehrere Optionen zur Auswahl.
Aussehen und Wuchs
In den Heimatgefilden im Süden und Osten Asiens erreichen die schlingenden Triebe mit fünffach gefingertem Laub eine stattlich Länge von 8 m. Jiaogulan rankt sich nach oben oder lässt die Triebe dekorativ nach unten hängen. Ursprünglich in feuchten und warmen Bergwäldern zuhause, bevorzugt Jiaogulan einen halbschattigen Standort mit humosem Untergrund.
Winterkälte bis zu -15° C wird vertragen. Es kann aber dennoch vorkommen, dass die Gewächse draußen die kalte Jahreszeit nicht überstehen. Im Freien zieht sich die Pflanze im Herbst ein und treibt bei gelungener Überwinterung im Frühjahr neu aus. Kultivierung in der Wohnung gewährt ganzjähriges Grün.
Jiaogulan teilen
Die einfachste Variante zur Gewinnung neuer Pflanzen vollzieht sich mittels Teilung des Rhizoms. Dazu muss das Gewächs groß genug sein, damit die einzelnen Komponenten ausreichende Vitalität zum Fortbestehen besitzen. Die Zerlegung sollte vorsichtig erfolgen, so dass die aus der Erde genommenen Pflanzenorgane keinen Schaden nehmen. Die beste Zeit zum Abtrennen und Einpflanzen von Wurzelknollen ist der Spätwinter.
Vermehrung mit Absenkern

Wird ein Spross nach unten gebogen und mit Substrat in Kontakt gebracht, bilden sich nach geraumer Zeit aus den Vegetationspunkten Wurzeln. Einen Trieb auf feuchte Erde legen und mit Steinen beschweren oder Haken befestigen genügt. Hauptsache, der Stängel gleitet nicht wieder nach oben und es existiert eine dauerhafte Berührung zwischen Trieb und Erde. Blätter entfernen, den Trieb stückweise eingraben und die Spitze herausschauen lassen, funktioniert auch.
Stecklinge heranziehen

Zur Nutzung von Ablegern sollte der verwendete Trieb von etwa 10 cm Länge nicht verholzt sein. Nodien sind Verdickungen, aus denen die Blattstängel sprießen. Der Begriff Vegetationsknoten weist auf die Schwellung an diesen Stellen hin. Ein schräger Schnitt erfolgt idealerweise direkt unter einem Blattansatz, denn dort wachsen Wurzeln hervor. Das untere Laub ist zu entfernen. Oben sollten noch ein paar Blättchen vorhanden sein. Auf der Fensterbank in ein Wasserglas gestellt, zeigen sich nach 2 Wochen die ersten Wurzeln. Sind sie kräftig genug, dürfen die Jungpflanzen in einen eigenen Topf umziehen. Zur Stecklingsvermehrung eignet sich auch das direkte Einstecken der Setzlinge in feuchte Erde.
Jiaogulan aussäen
Den feinen Samen 2-3 cm tief in lockere Erde bringen und feucht halten ist nur selten von Erfolg gekrönt. Das Anzuchtgefäß mit durchsichtiger Folie oder einer Glasscheibe abdecken steigert die Wahrscheinlichkeit, dass der Samen aufgeht. Geduld ist nötig, denn die Keimzeit beträgt zwischen 4 und 6 Wochen.
Expertentipp
Damit bewurzelte Stecklinge und Absenker im separaten Topf gut anwachsen, sei ihnen zunächst ein feucht-warmes Klima gegönnt. Eine durchsichtige, mit kleinen Löchern versehene und über den Topf gestülpte Plastiktüte verhindert schnelle Austrocknung des Substrats und gewährt im Inneren ein stimmiges Milieu. Zwischendurch die Folie abnehmen und die Pflanzen durchlüften lassen wirkt Schimmel und Fäulnis entgegen.
Häufig gestellte Fragen
Bilden alle Jiaogulan-Gewächse Samen aus?
Nein, denn Jiaogulan ist zweihäusig und verfügt über eine getrennte Geschlechterverteilung. Es bedarf mindestens einer weiblichen und einer männlicher Pflanze, um Fruchtreife zu erreichen.
Wann ist die perfekte Zeit zur Stecklingsvermehrung?
Während der Wachstumsperiode von Frühjahr bis Spätsommer gelingt die Ablegerbildung garantiert.
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