Knöterich im Garten

Bei der Frage, ob Knöterich im eigenen Garten gepflanzt oder besser bekämpft werden soll, scheiden sich die Geister. Für die einen ist Knöterich die ideale Pflanze zur Begrünung von Hauswänden, Pergolen oder Gartenlauben. Für die anderen ist er aufgrund seiner enormen Wuchskraft in rasender Geschwindigkeit eine wahre Plage. Doch die Knöterichgewächse umfassen weitaus mehr als nur die weit bekannten Kletterpflanzen.

Wird der Kletterknöterich richtig im Zaum gehalten, zählt er zu den robustesten und gleichsam schönsten Pflanzen und sorgt überall dort, wo er wächst für ein lauschiges und romantisches Flair.

Andere staudenartige Knöterichgewächse sind indes im Garten kaum mehr zu bändigen, wenn sie dort erst einmal wachsen. Doch gibt es auch einige Arten, die sich hervorragend im eigenen Garten kultivieren lassen.

Kletterpflanzen und staudenartige Gewächse

Insgesamt gibt es circa 48 Knöterichgewächse, die sich in rund 1200 verschiedene Arten aufteilen. Fast alle Knötericharten sind in den gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel beheimatet und gedeihen daher in unseren Gärten hervorragend.

Wer überlegt Knöterich im eigenen Garten anzupflanzen, denkt dabei meist an die kletternden Arten. Dabei handelt es sich zumeist um den Schlingknöterich.

Unter den staudenartigen Gewächsen ist der Japanische Staudenknöterich die bekannteste und am häufigsten vorkommende Knöterichart. Beide Knötericharten haben ihre Vor- und Nachteile und sind grundsätzlich nur für den eigenen Garten empfehlenswert, wenn ihr starker Wuchs und die starke Ausbreitung der Pflanzen unter Kontrolle gehalten werden.

Trotz aller geratenen Vorsicht im Umgang mit Knöterich im eigenen Garten, gibt es unter den Knöterichgewächsen durchaus auch Arten, die völlig unproblematisch sind. Dazu zählt zum Beispiel der Teppich-Knöterich, welcher als niedrig wachsender Bodendecker problemlos in Steingärten und Staudenbeeten angepflanzt werden kann.

Kletternde Arten am Beispiel des Schlingknöterichs


Der Schlingknöterich ist ein typischer Vertreter der kletternden Knötericharten. Er kann eine Höhe von bis zu 15 m und eine Breite bis zu 6 m erreichen. Damit eignet er sich hervorragend zur Begrünung ganzer Fassaden, denn er wächst gleichmäßig in alle Richtungen und ist extrem schnell wachsend.

Im Sommer ist eine mit Schlingknöterich bewachsene Fassade dank der unzähligen weißen Rispenblüten ein herrlicher Anblick und auch im Herbst beeindruckt der Schlingknöterich mit seiner schönen bunten Herbstfärbung.

Der Schlingknöterich windet sich in Windeseile mit seinen Trieben überall dort herum, wo er sich festhalten kann. Er benötigt deshalb eine Kletterhilfe. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Schlingknöterich bei entsprechender Größe auch ein enormes Gewicht entwickelt. Die Kletterhilfe muss deshalb stabil und gut verankert sein.

Aufgrund seiner enormen Höhe und der schnellen Ausbreitung muss der Schlingknöterich das ganze Jahr über in Form gehalten werden, sonst überwuchert er einfach alles. Er wächst ohne Schnitt über Fenster, Türen oder Dachrinnen hinaus.

Wird er in einem Kübel angepflanzt, kann das starke Wachstum zumindest etwas eingedämmt werden.

Staudenartige Gewächse wie der Japanische Staudenknöterich


Der Japanische Staudenknöterich bildet kräftige und bis zu 4 m hohe Stängel, die der Pflanze im Sommer durch schöne weiße Blüten ein durchaus attraktives Erscheinungsbild verleihen. Auch diese Knöterichart beeindruckt mit einer enormen Wuchsgeschwindigkeit von bis zu 30 cm am Tag.

Das Gewächs bildet unterirdische Rhizome und breitet sich daher überall stark aus, sodass Japanischer Knöterich im eigenen Garten kaum mehr zu bändigen ist. Diese Pflanze zählt zu den invasiven Arten und überwuchert alle anderen Pflanzen, die ihr bei ihrem Ausbreitungsdrang im Wege stehen.

Trotz seiner optischen Attraktivität sollte der Japanische Knöterich tunlichst nicht im Garten angepflanzt werden. In der Medizin werden indes Teile des Japanischen Knöterichs als Heilmittel angewendet.

Soll die hübsche und beeindruckende Pflanze trotz ihres invasiven Wachstums kultiviert werden, sollte dies ausschließlich im Kübel erfolgen. So wird eine unerwünschte Ausbreitung verhindert.

Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs


Hat sich der Japanische Knöterich erst einmal im Garten angesiedelt, ist die Bekämpfung dieser invasiven Pflanze alles andere als leicht. Die Rhizome müssen alle vollständig entfernt werden, damit der Knöterich nicht ungehindert weiter wächst.

Ausreißen der Rhizome hilft meist nicht. Stattdessen müssen sie mühselig ausgegraben werden. Verbleibt auch nur ein kleiner Teil im Boden, treibt die Pflanze erneut aus.

Hat sie sich auch im Rasen bereits ausgebreitet, können die neu austreibenden Pflanzen abgemäht werden. Das hindert die unterirdischen Rhizome jedoch nicht daran erneut auszutreiben. Bei jedem Mähen verliert der Knöterich etwas von seiner Energie. Bis diese jedoch nicht mehr reicht, um erneut auszutreiben, kann es manchmal Jahre dauern.

Eine ebenfalls langwierige Methode zu Knöterichbekämpfung ist das Ausbreiten einer dunklen, lichtundurchlässigen und wasserundurchlässigen Folie über die befallenen Stellen. Auf diese Weise erhalten die Triebe weder Licht noch Wasser, sodass sie letztendlich eingehen. Bis der Knöterich komplett verschwunden ist, kann es jedoch auch mit dieser Methode lange dauern.

Unproblematische Arten wie der Teppichknöterich


Auch der Teppichknöterich gehört zu den staudenartigen Knöterichgewächsen. Dabei handelt es sich jedoch um eine bodendeckende Art, die nicht höher als 30 cm wird. Anders als der Japanische Staudenknöterich kann der Teppichknöterich problemlos im Garten gepflanzt werden.

Er breitet sich zwar ebenfalls schnell aus, doch dies ist bei der Verwendung als Bodendecker meist gewünscht. Die hübsche Pflanze eignet sich insbesondere zur Bepflanzung von Steingärten, Mauerkronen, oder als Randbepflanzung an Gartenteichen.

Expertentipp

Der Schlingknöterich sollte nicht an Mauern und Hauswänden mit offenen Fugen gesetzt werden. Die Triebe winden sich sonst in die Fugen hinein und können problemlos das gesamte Mauerwerk zerstören.

Wird der Japanische Staudenknöterich im Garten bekämpft, sollten die Abfälle auf keinen Fall in der Biotonne entsorgt werden. Landen sie im Kompost, treiben sie erneut aus. Reste vom Japanischen Knöterich gehören deshalb in den Restmüll.

Teppichknöterich lässt sich aufgrund seines schnellen Wachstums schon bald durch Teilung ganz einfach vermehren und überall dort ansiedeln, wo dies im eigenen Garten gewünscht ist.

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