Wenn der Rosmarin vertrocknet, können sich dafür zwei Gründe verantwortlich zeigen. Bevor das Gewächs entsprechend behandelt werden kann, muss also Ursachenforschung erfolgen. Dabei kommt es vor allem aber nicht nur auf das Gießverhalten und das verwendete Substrat sowie den Ablauf des Wassers an.
Wassermangel und hohe Temperaturen
Wenn Rosmarin im Sommer vertrocknet, zeigt sich dafür häufig Wassermangel verantwortlich. Durch pralle Sonne und hohe Temperaturen verdunstet die Flüssigkeit schnell. Zudem kann sie bei festem Substrat nur schwer in den Boden eindringen und fließt gegebenenfalls ab, bevor sie an die Wurzeln gelangt.
Typische Anzeichen für das Vertrocknen durch Wassermangel sind unter anderem:
- hängende Triebe
- feste, trockene und rissige Erde
- verbrauchtes Substrat mit geringer Speicherfähigkeit für Wasser
Zudem erfolgt das Vertrocknen sehr schnell. Selbst am Morgen gegossene Pflanzen können abends trocken wirken. Regelmäßige und häufige Wassergaben schaffen in kurzer Zeit Abhilfe. Bei der Kübelkultur empfiehlt es sich, den Pflanztopf zu tauchen. Hierdurch kann sich das Substrat vollständig mit Wasser vollsaugen und die Flüssigkeit hält länger vor. Dennoch sollte keine Staunässe entstehen, da diese von dem Rosmarin nur schlecht vertragen wird.
Wurzelfäule als Ursache für Trockenheit

Ein vertrocknender Rosmarin kann auch auf ein Überangebot mit Wasser zurückzuführen sein. Das klingt im ersten Moment unlogisch, ist aber in dem Effekt auf die Wurzeln begründet. Bei zu häufigem Gießen, fehlendem Wasserabfluss und dadurch entstehende Staunässe, beginnen die Wurzeln zu faulen.
In der Folge kann die Pflanze weder Flüssigkeit noch Nährstoffe aufnehmen und wird unterversorgt.
Die Merkmale dafür umfassen:
- Blattverlust
- muffiger, fauliger Geruch
- trockene und abbrechende Triebe
Auch, wenn Wurzelfäule die Ursache ist, lässt sich der Rosmarin mit dem richtigen Vorgehen noch retten.
Notwendig ist dafür das folgende Vorgehen:
- Wurzeln säubern: Die Erde wird vorsichtig abgelöst. Noch vorhandene Reste können mit Wasser abgespült werden.
- beschädigte Teile entfernen: Durch das Reinigen fallen verfaulte und abgestorbene Wurzelteile auf. Mit einer sauberen und scharfen Schere oder einem Messer lassen sich diese problemlos entfernen. Hierbei darf ruhig großzügig abgeschnitten werden. Das schwächt den Rosmarin zwar zunächst, verhindert aber eine erneute oder fortlaufende Ausbreitung der Fäulnis und ermöglicht dem Gewächs eine schnelle Regeneration.
- Substrat wechseln: Da die Erde durch die verfaulten Wurzeln und die Staunässe ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss sie ebenso wie das Pflanzgefäß vollständig ausgewechselt werden. Andernfalls breiten sich die Erreger direkt wieder aus und der Wurzelballen wird erneut befallen.
Um die Bewurzelung zu beschleunigen und die Fäulnis zu bekämpfen, kann ein Bewurzelungshormon aus dem Fachhandel zum Einsatz kommen. Zudem sollte eine Drainageschicht am Boden des Topfes eingebracht werden und das Gießen ist anzupassen. Regelmäßige Wassergaben sind wichtig, aber nur solange diese in der Menge angepasst sind.
Expertentipp
Vertrocknete Triebe des Rosmarins abzuschneiden, wirkt sich nicht nur positiv auf die Optik aus, sondern reduziert auch das Risiko für Krankheiten. Zu vermeiden ist allerdings ein Schnitt in altes Holz. Aus diesem kann das Gewächs nur schwer wieder austreiben.
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