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Schädlinge

Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen

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Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen

Zimmerpflanzen werden in den Wintermonaten häufig von Schädlingen befallen – Spinnmilben beispielsweise. Die kleinen Tierchen fühlen sich bei trockener Wärme wohl und richten große Schäden am Pflanzengewebe an. Wie Sie Spinnmilben erfolgreich bekämpfen, verrät der folgende Ratgeber.

Wo sich Spinnmilben bevorzugt niederlassen

Spinnmilben sind nicht wählerisch, was die Auswahl ihrer Wirtspflanzen betrifft. Sie bevorzugen geschwächte Pflanzen. Die Schädlinge wurden auf verschiedensten Gewächsen gesichtet. Es scheint jedoch Pflanzen zu geben, die ideal zu den Bedürfnissen der Spinnmilben passen.

Hierzu zählen:

  • Zimmerefeu
  • Zypergras
  • Zimmer-Azalee
  • Orchideen
  • Gummibaum
  • Fuchsie
  • diverse Palmarten

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen
Spinnmilben mögen trockene und warme Luft. Um einem Befall erfolgreich vorzubeugen, sollten die Pflanzen sowie deren Umgebung feucht gehalten werden.

Sprühen Sie während der Herbst- und Wintermonate Ihre Zimmerpflanzen regelmäßig mit klarem Wasser ein. Ferner ist es hilfreich, die Pflanztöpfe auf breite Untersetzer zu stellen und diese mit Wasser zu füllen. Das Wasser verdunstet, steigt auf und erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Platzieren Sie mit Wasser gefüllte Schalen auf Heizkörpern, um die Luft feucht zu halten. Für größere Areale sind spezielle Geräte im Fachhandel erhältlich.

Zimmerpflanzen sollten – falls möglich – nicht neben der Heizung stehen. Sie werden idealerweise an Standorten platziert, deren Temperatur unter 22 °C liegt. Der Temperaturabfall wirkt im Winter gegen die Schädlinge.

Pflegen Sie Ihre Zimmerpflanzen regelmäßig, um einem Spinnmilbenbefall vorzubeugen. Regelmäßiges Gießen und Düngen erhöht den Pflanzenschutz.

Spinnmilbenbefall erkennen

Spinnmilbenbefall erkennen
Der kleine Pflanzenschädling ist mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Spinnmilben sitzen meist auf den Blattunterseiten und in Blattmündungen.

Die Färbung der Tiere hängt von der jeweiligen Art, von der Jahreszeit und von der Wirtspflanze ab. Ihre Körperfarbe kann zwischen Grün-, Gelbgrün-, Orange- und Brauntönen variieren.

Anzeichen, die auf einen Befall hindeuten, sind:

  • helle Pünktchen an Blattober- und Unterseiten
  • Blattverfärbungen
  • schlaff wirkende Blätter
  • leicht klebrige Blattunterseiten mit feinen Gespinsten

Ist eine Zimmerpflanze von Spinnmilben befallen, muss sie von den anderen Pflanzen isoliert werden. Zudem ist schnelles Handeln gefragt.

Zimmerpflanzen abduschen

Zimmerpflanzen abduschen
Stellen Sie die Zimmerpflanze unter die Dusche und brausen Sie die Blätter vorsichtig ab. Verstauen Sie den Wurzelballen vorher in einem gut verschlossenen Plastikbeutel, damit der Boden nicht übermäßig durchfeuchtet wird.

Stülpen Sie anschließend einen Folienbeutel über die Pflanze und verschließen Sie diesen dicht am Topfballen. Die Pflanze bleibt circa zwei Wochen eingehüllt und kommt mit ihrer Verpackung zurück auf die Fensterbank. Unter der Folie entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit, die dafür sorgt, dass die Spinnmilben absterben.

Zimmerpflanzen mit Kaliseifen-Lösung behandeln

Eine weitere Möglichkeit ist die Bekämpfung der Spinnmilben mit einem selbst hergestellten Spritzmittel.

Dieses kann beispielsweise aus folgenden Ingredienzien bestehen:

  • ein Liter Wasser
  • 15 ml flüssige Kaliseife
  • 15 ml Spiritus

Vermischen Sie die Zutaten in einer Sprühflasche und sprühen Sie die betroffene Zimmerpflanze im Abstand von vier bis fünf Tagen ein. Wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis keine Schädlinge mehr zu sehen sind.

Pflanzen mit Wasser-Öl-Gemischen behandeln

Sie können Ihre Zimmerpflanzen auch mit giftstofffreien Präparaten auf Rapsöl-Basis behandeln. Die feinen Öltropfen verkleben die Atemöffnungen der Spinnmilben, sodass diese kurze Zeit später ersticken.

Um das Gemisch herzustellen, benötigen Sie einen Liter Wasser und 250 Milliliter Rapsöl. Vermischen Sie die Zutaten in einer Sprühflasche. Schütteln Sie die Flasche gut und sprühen Sie die Zimmerpflanzen zweimal wöchentlich ein. Alternativ können Sie das Gemisch mit einem Tuch auf die betroffenen Stellen auftragen. Behutsames Vorgehen ist wichtig, um die Pflanze nicht verletzen.

Auch Neemöl hat sich als Pflanzenschutzmittel bewährt. Sprühen Sie die Pflanze mit dem Produkt ein oder fügen Sie das Präparat über das Gießwasser hinzu. Die Pflanze nimmt das Öl über die Wurzeln auf und wird von innen heraus gestärkt.

Tipp:

Wenden Sie die Öl-Gemische abends an. Die Mischung weicht die Wachsschicht auf, welche die Pflanze als natürlichen Sonnenschutz an ihren Blättern trägt. Unter praller Sonneneinstrahlung würde die Zimmerpflanze verwelken. Abends angewendet, baut sich die schützende Wachsschicht wieder auf, sodass die Pflanze den Sonnenstrahlen standhalten kann.

Zimmerpflanzen mit Sud und Tee behandeln

Nutzen Sie die Kraft heimischer Gewächse und kochen Sie einen Sud aus Zwiebeln und Knoblauch. Lassen Sie die Mischung über Nacht ziehen. Ein starker Tee aus Ackerschachtelhalmen oder Brennnesseln ist ebenfalls hilfreich. Sie können Ihre Zimmerpflanzen mit dem Sud einsprühen und gießen. Er vertreibt Spinnmilben und stärkt die Pflanzen.

Spinnmilben mit Nützlingen bekämpfen

Im Fachhandel sind Nützlinge erhältlich, mit denen Sie Spinnmilben bekämpfen können. Speziell für Zimmerpflanzen eignen sich Raubmilben. Sie stellen für die Pflanze selbst keine Gefahr dar. Ihr Interesse gilt den Spinnmilben, die als Nahrung dienen.

Zimmerpflanzen mit chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln behandeln

Der Handel hält eine Auswahl an Mitteln bereit, die gegen Spinnmilben hilfreich sind. Die Wirkstoffe dieser Präparate werden meist über die Wurzeln der Pflanze oder über die Blätter aufgenommen. Die Spinnmilben kommen mit den Giftstoffen in Berührung und sterben ab.

Expertentipp

Bei schwerem Befall lohnt es sich, einige der oben genannten Maßnahmen miteinander zu kombinieren. Eine wirkungsvolle Kombination wäre:

– Pflanze abduschen und zwei Wochen in Folie wickeln
– Pflanze mit Sud nach Wahl behandeln
– Raubmilben freisetzen, um letzte Reste der Population abzutöten

Hinweis: Neemöl kann auch Nützlingen schaden und sollte nicht gleichzeitig mit Raubmilben eingesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Sind Spinnmilben schädlich für den Menschen?

Nein, Spinnmilben sind für Menschen ungefährlich.

Was tun gegen Spinnmilben am Zitronenbaum?

Erzeugen Sie künstliche Feuchtigkeit, um die Spinnmilben zu bekämpfen. Wickeln Sie den Zitronenbaum komplett in Frischhaltefolie und binden Sie diese oben und unten zu. Durch die Verpackung bildet sich Feuchtigkeit - die Spinnmilben sterben ab.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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