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Ideen & Inspirationen

Tipps gegen einen sandigen Boden

Lisa Schneider

Veröffentlicht

auf

Tipps gegen einen sandigen Boden

Je nachdem in welcher Region sie leben, haben es Gärtnerinnen und Gärtner mit teilweise sehr unterschiedlichen Arten von Böden zu tun. Handelt es sich um Sandboden zeigen sich genau wie bei allen anderen Bodentypen einige Vor-, gleichzeitig, aber auch diverse Nachteile.

Vor- und Nachteile

Aufgrund ihrer geringen Festigkeit lassen sich sandige Böden mit einem Minimum an Kraftanstrengung bearbeiten. Die Erde ist außerdem stets gut durchlüftet. Überdies gibt es Pflanzenarten, die auf solch einem Untergrund besonders gut gedeihen.

Ebenso existieren Arten, welche auf Sandboden nur schlecht oder gar nicht wachsen, da Wasser- und Nährstoffspeicherung dort besonders gering ausgeprägt sind. Trockener, nährstoffarmer Untergrund ist die Konsequenz. Gerade in den warmen Sommermonaten muss deshalb besonders viel gewässert werden. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten dem entgegenzuwirken und solche Probleme damit zu reduzieren.

Kompost

Kompost
Der Klassiker unter den Behandlungsmethoden sandiger Böden ist das Hinzufügen von Kompost. Bestenfalls legen sich die betroffenen Personen hierfür einen eigenen Komposthaufen zu, auf dem sie entsprechende Garten- und Küchenabfälle sammeln. Anschließend wartet man eine gewisse Zeit, bis das Ganze vollständig verrottet bzw. kompostiert ist. Der Humus, mit dem der Boden auf diese Weise angereichert wird, ist reich an Nährstoffen und aufgrund seiner hohen Dichte ein sehr viel besserer Wasserspeicher als Sand. Hierdurch lassen sich folglich die beiden Hauptprobleme, welche sich durch sandigen Boden ergeben können, teilweise kompensieren.

Durch die Verwendung eines sogenannten Thermokomposters steht wesentlich schneller brauchbarer Kompost zu Verfügung. Ursächlich hierfür ist, dass durch die höheren Temperaturen innerhalb eines solchen Behälters die Kompostierung beschleunigt wird.

Auch der Standort des Komposts spielt eine entscheidende Rolle. Dieser sollte sich weder in der prallen Sonne, noch an einem extrem schattigen Platz befinden. Zu viel Sonne lässt den Kompost austrocknen, während ein Übermaß an Schatten einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt verursacht, was wiederum zu Fäulnis führen kann. Ein Platz im Halbschatten stellt deshalb den idealen Standort für einen Komposthaufen dar. Die Wahl der sprichwörtlichen “Goldenen Mitte” gilt auch in Bezug auf die Windstärke. Weil ein Kompost einerseits ausreichend frische Luft benötigt, um sich seinem Zweck entsprechend zu entwickeln, andererseits jedoch nicht von zu starkem Wind durcheinander gewirbelt werden sollte, ist ein windgeschützter aber nicht komplett windstiller Platz am besten geeignet.

Beispiele für Garten- und Haushaltsabfälle, die sich für den Kompost eignen:

    -Baum-, Rasen und Strauchschnitte
    -Eierschalen
    -Kaffeefiltertüten
    -Obst- und Gemüsereste
    -Rinde
    -Sägemehl
    -Stroh
    -Teebeutel

Beispiele für Garten- und Haushaltsabfälle, die sich nicht für den Kompost eignen:

    -Asche
    -Glas
    -Katzenstreu
    -Kunststoff
    -Metall
    -Nicht-pflanzliche Essensreste
    -Schnitte kranker Pflanzen
    -Zitrusfrüchte

Alternativ kann man Komposterde auch kaufen. Je nachdem wie viel man benötigt, kann dies allerdings mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Pferdemist

Pferdemist
Eine andere Methode, welche jedoch auf einem ganz ähnlichen Prinzip beruht, ist die Einbringung von Pferdemist. Jener ist reich an Nähr- und Ballaststoffen, weil Pferde im Vergleich zu anderen Tierarten relativ schlechte Futterverwerter sind. Der Anteil dessen, was die Körper der Pferde nicht verdaut und deshalb ausgeschieden haben, ist folglich relativ hoch und kann den jeweiligen Pflanzen zugutekommen. Aufgrund der damit verbundenen Humusanreicherung lässt sich außerdem gegen das Problem der Wasserknappheit im Boden angehen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass frischer Pferdemist den feineren und deshalb empfindlicheren Wurzeln der Pflanzen schadet. Deshalb sollte man ihn erst einmal kompostieren lassen bzw. eine gewisse Zeit einlagern.

Von Nachteil ist, dass man für Pferdemist eine Bezugsquelle wie einen Reiterhof benötigt.

Granulat zur Wasserspeicherung

Über eine Verwendung von Granulat, beispielsweise auf der Basis von Ton, ergibt sich die Möglichkeit gegen Trockenheit innerhalb eines Sandbodens vorzugehen. Aufgrund der Verwendung von Stoffen, welche eine deutlich höhere Dichte aufweisen als Sand, wird die Versickerungsrate reduziert und merklich mehr Wasser in einer für Pflanzen erreichbaren Region gehalten. Ein geeignetes Granulat saugt hierbei Wasser auf und gibt es in optimalen Dosen an die Pflanzen weiter. Zudem enthält es eine erhebliche Menge an Nährstoffen. Aber auch indirekt lässt sich mittels Granulat gegen die Nährstoffknappheit im Boden vorgehen. Denn durch geringere Versickerungsraten werden weniger Nährstoffe hinweggeschwemmt.

Insbesondere in der allsommerlichen Urlaubszeit bietet die Verwendung von Granulat Gärtnerinnen und Gärtnern deshalb große Vorteile. Sie können ihrem Garten auch mal über längere Zeit fernbleiben, ohne sich derweil sorgen machen zu müssen, dass aufgrund der hohen Temperaturen der Boden allzu sehr austrocknet.

Gründüngung

Auch über den Anbau bestimmter Pflanzen lassen sich die Eigenschaften des jeweiligen Untergrunds verändern. Im Sommer kann man hierzu beispielsweise Lupinen, Klee oder Wicken anbauen. Bevor es bei jenen Pflanzen zur Verholzung bzw. Lignifizierung kommt, sollten sie abgemäht und anschließend rund sieben Tage lang auf dem jeweiligen Beet liegen gelassen werden. Danach wird das Ganze zerkleinert und in die Erde eingearbeitet. Auch das sorgt für Humusanreicherung. Lupinen sind außerdem ein besonders guter Stickstofflieferant.

Ein besonderer Vorteil dieser Methode liegt darin, dass zur Gründüngung verwendete Pflanzen sehr schnell wachsen und dadurch der Ausbreitung von Unkraut entgegenwirken.

Lockerung des Bodens

Wenn man die Erde regelmäßig auflockert, arbeitet man das Wasser in den Boden ein. Das bewahrt es vor Verdunstung an der Oberfläche.

Mulch

Beete zu mulchen bringt verschiedene Vorteile mit sich. Eine Mulchschicht schützt den Boden bei hohen Temperaturen vor Austrocknung. Durch die relativ langsame Zersetzung des Mulches bleibt jener Effekt lange erhalten, während der Untergrund gleichzeitig mit Humus angereichert wird. Hierdurch werden Wasserverluste minimiert und der Nährstoffgehalt erhöht. Führt man zunächst eine gründliche Unkrautentfernung durch und trägt anschließend eine Mulchschicht auf, lässt sich außerdem ein neuerliches Aufkommen von Unkraut relativ effektiv bekämpfen.

Zu bedenken ist allerdings, dass Mulch einen relativ niedrigen Mineralien- und Stickstoffgehalt aufweist. Dem lässt sich entgegenwirken, indem man vor dem Mulchen Hornspäne streut und in die Erde einarbeitet. Im Falle einer späteren Düngung empfiehlt es sich den Mulch zunächst wegzuharken, entsprechend zu düngen und anschließend alles wieder mit Mulch zu bedecken.

Expertentipp

Es gibt auch noch etliche zusätzliche Möglichkeiten das Verfahren der Kompostierung weiter zu optimieren. Beispielsweise kann man Kompost mittels unterschiedlicher Methoden erhitzen, um so darin enthaltene Unkrautsamen und Krankheitserreger unschädlich zu machen. Hierdurch sind die Pflanzen später allgemein gesünder und es wächst weniger Unkraut auf den Beeten, was zudem Arbeit erspart.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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