Eine Weinrebe durch Ableger zu vermehren ist auch mit wenig Erfahrung in der Pflanzenpflege problemlos möglich. Dennoch müssen einige Punkte beachtet werden, damit das Vorhaben den Gesetzen entspricht und von Erfolg gekrönt ist.
Möglichkeiten der Vermehrung von Weinreben
Für die gezielte Vermehrung der Weinrebe stehen drei Wege zur Verfügung. Bei diesen handelt es sich um:
Die Vermehrung durch Ableger und Stecklinge gestaltet sich sehr einfach. Samen keimen zu lassen erfordert zum einen viel Geduld. Zum anderen sind daraus entstehende Pflanzen häufig sehr buschig und gespalten. Charakteristika des adulten Gewächses zeigen sie ebenfalls nicht zwangsläufig auf.
Zeitpunkt für die Vermehrung durch Ableger
Der ideale Zeitpunkt für die Maßnahme zur Bildung von Ablegern ist der Sommer. Junge Triebe sind dann bereits leicht verholzt, lassen sich jedoch noch gut biegen. Bis in den Spätsommer können die Reben so vorbereitet werden, dass sie im nächsten Frühjahr von der adulten Pflanze getrennt und separat am gewünschten Platz eingesetzt werden.
Vermehrung durch Ableger – Schritt für Schritt

Mit dem richtigen Vorgehen lassen sich die Ableger gezielt ziehen und zur Vermehrung verwenden. Natürlich können jedoch auch bereits von der adulten Pflanze gebildete Ableger zum Einsatz kommen. Sind diese nicht vorhanden, zeigen die folgenden Schritte, wie es schneller und einfacher geht:
1.) Zweige von oben nach unten biegen
Im Gegensatz zu Stecklingen werden die Triebe nicht sofort von der Mutterpflanze abgeschnitten. Stattdessen werden längere und flexible Zweige von oben nach unten gebogen, bis sie auf der Erde aufliegen können.
2.) Rille graben
An der Kontaktstelle zwischen Trieb und Boden wird eine Rille gegraben. Diese sollte zehn bis 15 Zentimeter tief sein und eine Breite von etwa einem Zentimeter aufweisen.
3.) Kleine und flache Einschnitte vollziehen
Die ausgewählte Triebspitze sollte wenigstens 20 Zentimeter lang sein und 15 Zentimeter weit aus der Erde ragen. Zudem müssen sie zwei bis vier Knoten aufweisen und gesund sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, werden mehrere kleine und flache Einschnitte entlang des Abschnitts gemacht, der unter der Erde zu liegen kommt. Diese können mit Bewurzelungspulver versehen werden.
4.) Rille mit Erde auffüllen und mit Stein beschweren
Der so vorbereitete Trieb wird in die Rille eingeführt. 15 Zentimeter bis zur Spitze sollten herausschauen. Die Rille wird mit Erde aufgefüllt und mit einem Stein beschwert.
5.) Verbindung zur Mutterpflanze trennen und Ableger einpflanzen
Im folgenden Frühjahr wird die Verbindung zur Mutterpflanze getrennt und die bewurzelten Ableger an dem gewünschten Ort eingepflanzt.
Tipp:
Zur Anfertigung der Ritze sollte ein sauberes und scharfes Messer mit einer Spitze verwendet werden. Hierdurch wird die Übertragung von Krankheiten vermieden und es lassen sich gezielte, flache Schnitte setzen.
Vorsicht: Rebläuse und Geldstrafen
Ausgepflanzt werden dürfen nur Gewächse, die sich resistent gegen einen Befall mit Rebläusen zeigen. Amerikanische Sorten sind vor allem im Wurzelbereich nicht anfällig für die Schädlinge, während europäische Sorten oberirdisch nicht befallen werden.
Als Basis für die Veredelung werden daher amerikanische Züchtungen verwendet, während europäische Varianten dem Aufpfropfen dienen.
Es ist daher sicherzustellen, dass es sich bei den gezogenen Jungpflanzen um resistente Sorten handelt. Andernfalls können hohe Geldstrafen drohen. Das ist darin begründet, dass sich die Reblaus sehr schnell und weit ausbreiten kann. Gerade in Weinbaugebieten kann das verheerende Folgen haben.
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