Das Pfaffenhütchen ist ein attraktiver Großstrauch, der häufig in heimischen Gärten zu finden ist. Auch auf Spielplätzen und in Parks können Sie den Zierstrauch antreffen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn alle Teile dieser Pflanze sind giftig.
Merkmale des Pfaffenhütchens
Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) wächst bevorzugt an Waldrändern, in Gebüschen und Hecken. Sämtliche Bestandteile wie Blätter, Blüten und Stängel sind giftig. In den Früchten und Samen des Zierstrauches befindet sich die höchste Konzentration an Giftstoffen.
Das Pfaffenhütchen blüht von Mai bis Juni. Im Herbst bilden sich aus den Blüten rote Kapseln, die sich nach der Fruchtreife im September öffnen und orangefarbene Samen freigeben. Jeweils vier Samen hängen an kurzen Fäden an der Unterseite der Früchte. Die farbenfrohe Erscheinung wirkt geradezu verlockend auf Kinder und Haustiere. Beim Verzehr von Pflanzenteilen kann es aufgrund folgender Inhaltsstoffe zu Vergiftungserscheinungen kommen:
- Glykoside
- Alkaloide
- Evonin
Glykoside dienen in der Pflanzenwelt zur Abwehr von Fressfeinden und lähmen in höherer Konzentration den Herzmuskel. Die im Pfaffenhütchen enthaltenen Alkaloide wirken als stärkstes pflanzliches Gift, ebenso wie Evonin, auf das zentrale Nervensystem. Bei bloßer Berührung des Pfaffenhütchens müssen Sie sich keine Sorgen machen. Lediglich der Verzehr der Pflanzenteile ruft Vergiftungserscheinungen hervor.
Kritische Dosis

Bei Erwachsenen bleibt der Verzehr von bis zu drei Samen in der Regel ohne weitere Folgen. Bei einer größeren Menge kommt es nach durchschnittlich 12 Stunden zu typischen Symptomen wie Fieber, Kurzatmigkeit und Kreislaufbeschwerden. Es folgen Übelkeit und wiederholtes Erbrechen. In großen Mengen greifen die Giftstoffe die Nieren und die Leber an. Im schlimmsten Fall kommt es zur Lähmung des Herzmuskels und des zentralen Nervensystems.
Als kritische Grenze gelten bei Erwachsenen 30 bis 40 Früchte bzw. Samen. Eine solche Menge kann durchaus tödliche Folgen haben. Bei Kindern verursachen bereits 10 Früchte schwerwiegende Folgen. Ab 20 Früchten kann der Verzehr für die Kleinen tödlich enden.
Gefahr für Haustiere
Das Pfaffenhütchen ist nicht nur für Hunde und Katzen, sondern auch für Nagetiere, Pferde, Schweine, Ziegen und Schafe giftig. Auch bei diesen Tieren zeigen sich Vergiftungserscheinungen wie Fieber, Kurzatmigkeit, Durchfall und Krämpfe.
Expertentipp
Bei den in den Samen enthaltenen Glykosiden handelt es sich um Zuckerverbindungen, weshalb die Früchte sehr süß schmecken. Achten Sie deshalb besonders darauf, dass Kinder diese nicht pflücken und verzehren.
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