Die Zwetschge darf in vielen Regionen im Spätsommer in keinem Kuchen fehlen. Neben ihrer Beliebtheit als Obst werden auch Likör und Marmelade aus der Frucht hergestellt. Umso ärgerlich für viele Hobbygärtner sind verschiedene Krankheitserreger, die dem Zwetschgenbaum schaden. Allerdings gibt es Mittel und Wege, einem Befall zu begegnen.
Schädlinge an der Zwetschge
Die Zwetschge ist nicht nur beim Menschen beliebt, sondern zielt auch eine Vielzahl von Schädlingen an. Mit am bekanntesten ist der Pflaumenwickler. Bei diesem Schädling handelt es sich um einen Falter, der sich zwischen April bis September in die Früchte der Zwetschge einnistet und diese von innen aushöhlt. Zu erkennen ist ein Befall mit der kleinen Raupe an Fraßspuren und Einbohrlöchern an der Frucht. Bekämpfen kann man den Pflaumenwickler mit Schlupfwespen und dem Einsatz von Wellpappe. Diese wird um den Baum gewickelt, sodass sich die Raupen darin verstecken und abgesammelt werden können. Ebenfalls sollten sämtliche befallenen Früchte entfernt werden.
Ein weiteres etwas selteneres Ärgernis ist die Pflaumensägewespe. Sie legen ihre Eier zur Blütezeit in die Zwetschgen, wo sich die entwickelnden Larven ähnlich wie der Pflaumenwickler in die Früchte bohren und diese von innen fressen. Zumeist werden die Kerne der Zwetschge ebenso befallen und zerstört. Zur Bekämpfung werden im Fachhandel Weißtafeln für die Zeit vor der Blüte angeboten, die allerdings auch anderen Insekten schaden können. Ein Absammeln befallener Früchte vermindert den Befall im Folgejahr häufig.
Krankheiten der Zwetschge

Zu den bekanntesten Pilzerkrankungen bei der Zwetschge zählt die Narren- oder Taschenkrankheit. Das auffälligste Anzeichen dieser Krankheit ist eine Deformierung der Früchte, die anschwellen und mit einem weißen Überzug bedeckt sind. Im späteren Verlauf kommt es zu einer bräunlichen Verfärbung und einem Absterben der Zwetschgen. Der Pilz wird vor allem bei regnerisch-kaltem Wetter im Frühjahr über die Blütenknospen übertragen. Gegen die Ausbreitung hilft das Abschneiden befallener Triebe sowie Einsammeln der betroffenen Früchte. In jedem Fall sollte beides über die Biotonne entsorgt werden.
Ebenfalls unschön ist der Zwetschgenrost, der eine typische Krankheit für Steinobst ist. Er zeigt sich auf den Blättern des Baums zunächst als gelbe Flecken. Auf der Blattunterseite erscheinen zudem kleine schwarze Punkte, die sich über das ganze Blatt verteilen können. Meist tritt der Pilz zunächst bei Anemonen auf und verbreitet sich von dort auf Steinobstbäume. Allerdings kann der Rostpilz ebenso ohne Zwischenwirt überleben. Gegen den Pilz helfen Fungizide aus dem Fachhandel.
Schließlich wird der Zwetschgenbaum häufig von dem Bandmosaikvirus befallen. Die Krankheit zeigt sich an den Blättern meist als hellgrüne Linien oder Flecke, die das Blattwachstum abschwächen. Da bisher noch kein ausreichend wirksames Mittel gegen die Krankheit gefunden werden konnte, hilft in den meisten Fällen leider nur ein Roden des Baumes bei sehr starkem Befall.
Expertentipp
Viele früh- und spätblühende Zwetschgenbäume werden weniger stark von Schädlingen befallen. Dazu zählt z.B. die Sorte Ruth Gerstetter.
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