Chilis sind – im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten – mehrjährig kultivierbar. Die Pflanzen sollten deshalb zum Überwintern ins Haus geholt werden, damit sie die kälteren Temperaturen überleben. Das bedeutet aber nicht, dass man trotz der fehlenden Insekten im Haus auf Chilis verzichten muss. Mit einem einfachen Trick lassen sich die Blüten auch so bestäuben.
Chili bestäuben – so geht’s richtig
Sind die Pflanzen erst im Haus, werden sie nicht mehr von Bienen, Hummeln oder anderen Insekten bestäubt. Wenn man auf dieses Gemüse während der Winterzeit nicht verzichten möchte, muss man diese Aufgabe selbst übernehmen. Dafür braucht man einen feinen Pinsel oder ein einfaches Wattestäbchen. Wenn sich die Blüten nun öffnen, tupft man mit diesem sanft in die Mitte der Blüten.
Die Pollen bleiben an der Oberfläche des Pinsels oder Stäbchens hängen und lassen sich so auf die anderen Blüten übertragen. Möchte man bei der Bestäubung nur nachhelfen, schüttelt man die blühenden Pflanzen leicht, so dass die Pollen herunterfallen und sich auf die anderen Blüten ablegen. Nach ein paar Tagen bilden sich aus den Blüten kleine grüne Chilis. Wenn sie sich knallrot verfärbt haben, kann man sie schließlich ernten.
Bestäuben sich Chili-Pflanzen nicht selbst?
Die Chili-Pflanzen sind selbstfertil. Das bedeutet, dass sich die Pflanze selbst bestäuben kann. Dafür muss der Blütenstaub auf der einzelnen Pflanze bloß von einer Blüte auf die andere übertragen werden. Im Sommer übernehmen Bienen, Hummeln und andere Insekten diese Arbeit.
Warum sollte man Chili selbst bestäuben?

Wer eine Sortenreine Chilizucht möchte, oder sich auch im Winter gut versorgen will, der muss seine Pflanzen selbst bestäuben. Um Fremdbestäubung vorzubeugen, sollten die Pflanzen vor dem Öffnen der Blüte bestäubt werden. Dafür biegt man die Kronblätter mit einer Pinzette vorsichtig auf. Um eine Fremdbestäubung bestmöglich zu vermeiden, schützt man die Pflanzen nach der Bestäubung. Dazu zieht man beispielsweise einen Teebeutel über die einzelnen Blüten oder hängt ein Pollennetz über die ganze Pflanze.
Chili überwintern
Wer sich dazu entscheidet, langfristig Chili-Pflanzen zu züchten, sollte seine Pflanzen ab Mitte Oktober für den Winter ins Haus holen. Dabei sollte die Pflanze an einem hellen Platz bei einer Temperatur zwischen 16 und 20°C stehen. Sobald die Nachttemperaturen wieder konstant über 10°C liegen, kann die Pflanze wieder nach draußen gebracht werden.
Expertentipp
Chilizüchter die auf Sortenreinheit Wert legen, sollten ihre Pflanzen einen halben Kilometer voneinander entfernt pflanzen. Alternativ kann über die Chilis ein Pflanzenvlies oder Pollennetz gespannt werden. Wer seine Pflanze mit solch einem Netz oder Vlies schützt, sollte darauf achten, dass Insekten keine Möglichkeit haben, unter das Netz zu gelangen. Diese könnten Pollen von anderen Pflanzen einschleppen.
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