Von der Pappel, die unter der Gattung Populus geführt wird, gibt es fast 40 verschiedene Arten. Nahe verwandt sind sie mit den Weiden. Doch obwohl viele Pappelarten überaus beliebt sind, eignen sich die wenigsten wirklich gut für den heimischen Garten.
Pappeln in der Landschaft
Bei uns in Mitteleuropa heimisch: die Silberpappel, die auch als Espe bekannte Zitterpappel, sowie die Schwarzpappel. Außerdem die natürlich als Hybrid auftretende Graupappel. Hybride sind bei Pappeln keine Seltenheit.
Das goldene Leuchten einer Espe, die in ihrer Herbstpracht erblüht, kann majestätisch wirken. Ebenso wie der Anblick einer japanischen Pappel, die einsam in der Nachmittagssonne eines Blumenfeldes glänzt und schimmert.
Bäume mit aggressiven Wurzeln

Feierlich säumen Pappeln schattenspendend Straßen, Wege und Alleen, und bilden so Spazierwege und Durchgangsstraßen, die zum Flanieren einladen. Für den heimischen Garten eignen sich diese Bäume aber nur bedingt. Pappeln sind Flachwurzler, die sich aggressiv ausbreiten können. Sicher haben Sie schon einmal einen aufgeblähten oder aufgeplatzten Gehweg gesehen, unter dem sich die Wurzeln eines Baumes andeuteten? Dafür könnte eine Pappel verantwortlich gewesen sein.
Aufgrund ihrer Größe, ihres Wurzelsystems und ihrer manchmal invasiven Gewohnheiten sollten Sie daher sorgfältig abwägen, bevor Sie sich eine Pappel in den eigenen Garten pflanzen – selbst dann, wenn Sie viel Platz haben. Viele Arten, wie zum Beispiel die Schwarzpappel, wachsen rasend schnell, vermehren sich leicht, und bilden kräftige und aufrechte Hauptstämme. Das macht die Pappel übrigens zu einem gefragten Nutzholz.
Pappeln und ihre Klon-Kolonien

Neben dem starken Wachstum besteht für Hobbygärtner bei Pappeln der Gattung Populus eine Gefahr durch die Bildung von sogenannten Klon-Kolonien. Aus den Wurzeln einer Pappel können Schösslinge in einem Radius von über 30 Metern heranwachsen. Solche Ausläufer, so nützlich sie für die Pappelpopulation sein mögen, neigen leider dazu, andere Pflanzen zu verdrängen. Das sollten Sie nicht unterschätzen.
So gehört die Graupappel sicher zu den beliebtesten Arten, und sie wird oft als Schattenbaum und für Zierzwecke angepflanzt. Bei der Graupappel handelt es sich um eine Hybride aus Silberpappel und Zitterpappel, die im Vergleich zu ihren Eltern verbesserte biologische Eigenschaften aufweist. Für Ihren Garten könnte sie sich jedoch schnell als eine Nummer zu groß erweisen – bei einem Wachstum von knapp einem Meter pro Jahr und einer zu erwartenden Höhe von über 30 Metern.
Pappeln im Stadtbild
Die Populus nigra „Italica“, auch italienische Pappel oder Pyramidenpappel genannt, ist eine Variante der Schwarzpappel – und gehört gleichfalls zu den Arten, die sich in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen. Ganze Regionen, wie das Ruhrgebiet oder das Münsterland, waren bis vor einigen Jahren geprägt von diesen Bäumen. Zunehmend wird der Pappel aber ihre Kurzlebigkeit zum Verhängnis, die sich aufgrund des schnellen Wachstums ergibt. Die meisten Pappeln werden nicht älter als 100 Jahre, und sterben somit im Vergleich mit anderen Bäumen ziemlich jung. Einer der Gründe, warum die Pappel inzwischen bei der Grünflächenplanung vieler Städte keine Rolle mehr spielt.
Expertentipp: Pappel selber pflanzen
Falls Sie sich dazu entschließen, eine Pappel in Ihren Garten zu pflanzen, sollte der Baum in jedem Fall weit entfernt von Gehwegen, Rohren oder Mauerwerk platziert werden. Ebenso sollten Sie andere Pflanzen auf Abstand halten. Zu empfehlen ist eine Positionierung inmitten einer freien Rasenfläche, auf der sich die Pappel als einzelner Baum ungestört ausbreiten kann.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare