Viele Hobbygärtner wünschen sich nach einiger Zeit eigene Obstbäume in ihrem Garten. Aber auch Leute, die allgemein an Nachhaltigkeit interessiert sind und dem Klimawandel etwas entgegensetzen wollen, pflanzen gerne heimische Dunkelkeimer wie Eiche und Rotbuche in ihrer Umgebung. Doch auf was muss der Gärtner achten, wenn er Erfolg haben will? In den folgenden Zeilen finden Sie nützliche Tipps und Tricks, damit der Samen sprießen kann.
Welche Sorte passt zu mir?
Da heimische Baumarten, wie Buchen, Lärchen, Eichen und Birken sehr langsam wachsen, empfiehlt es sich bei den Obstbäumen zu schauen. Hier ist das Wachstum deutlich schneller zu erkennen. Des Weiteren sind selbst gezüchtete Obstbäume widerstandsfähiger als gekaufte. Darüber hinaus schmeckt Obst aus dem eigenen Garten bekanntlich am besten, auch wenn man dafür Geduld aufbringen muss. Insbesondere Steinobst wie Marille, Kirsche, Nektarine oder Zwetschge eignen sich hierfür am besten. Exotische Früchte sind ebenfalls möglich, allerdings brauchen diese von Natur aus ein wärmeres Klima und sollten daher zumindest den Winter über drinnen sein.
Die Anzucht

Unabhängig von der jeweiligen Sorte muss das Fruchtfleisch vom Samen gänzlich ab. Das verringert die Wahrscheinlichkeit von Schimmel und Pilzbildung. Darüber hinaus keimen die meisten Arten nur bei einer kurzzeitigen Einwirkung von Frost. Dieses Verfahren ist als Stratifizierung bekannt. Legen Sie deshalb die Samen bereits im Herbst in einen Topf mit Erde. Sollten Sie die Bäume früher aussäen wollen, empfiehlt es sich, die Kerne für mindestens 14 Tage im Gefrierfach zu lagern. Dadurch „fühlt“ sich der Samen dem natürlichen Frost ausgesetzt und beginnt zu keimen. Dasselbe Prinzip gilt auch für die meisten heimischen Baumarten, wie Birke, Eiche, Kiefer und Tanne.
Samen, die keine Frosteinwirkung brauchen, um zu keimen, bedecken sie am besten mit einem feuchten, nicht komplett nassen Papiertuch und bewahren das Bündel in einer wiederverschließbaren Dose auf. Obstbäume, die den Winter draußen auf dem Balkon oder im Garten überdauern, sollten Sie in ein Gefäß einpflanzen, das der harten Witterung des Winters trotzen kann. Wenn Sie lieber Dunkelkeimer wie Eiche und Rotbuche in der freien Natur pflanzen möchten, müssen Sie mindestens so tief in die Erde, wie die Samen groß sind. Lichtkeimer, zu denen Nordmanntanne, Lärche und Birke gehören, sollten Sie nur andrücken oder mit ganz feiner Erde bedecken, da diese Pflanzen, die unmittelbare Nähe zur Oberfläche brauchen. Bei Obstkernen genügt eine Tiefe von 1 bis 2 Zentimetern. Solange die jungen Pflanzen drinnen stehen bietet sich die Fensterbank über der Heizung am Fenster an, da hier ausreichend Wärme und Licht für die Keime vorhanden ist. Staunässe sollte die Zeit über gänzlich vermieden werden. Eine konstant leicht feuchte Erde ist für das Wachstum optimal. Das können Sie sehr leicht mit einem Finger feststellen, den Sie kurz in die Erde halten. Sind die Bedingungen erfüllt, werden die Kerne in der nächsten Zeit austreiben.
Expertentipp
Beim Einpflanzen ist es empfehlenswert nicht nur einzelne Kerne einzupflanzen, weil Obst auch unfruchtbare Kerne enthalten kann. Für den Erfolg bei der Pflanzenzucht ist daher die Verwendung von kernechten Sorten vorrangig. Samen von den Früchten aus dem Supermarkt bringen meistens nicht den gewünschten Erfolg, da diese zu stark genetisch verändert wurden.
Die gezogenen Bäume aus echten Kernen werden sehr robust und tragen sehr häufig Früchte.
Abschließend ist wie bei jeder Pflanze als oberste Tugend Geduld gefragt. Als Gärtner vertreiben Sie sich Ihre Zeit am besten mit anderen Pflanzen aus Ihrem Garten.
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