Echte Pfefferminze oder Hausminze (Mentha x piperita) ist eine alte Heil- und Gewürzpflanze, die aus einer Kreuzung von Wasser- und Grüner Minze hervorgegangen ist und zur Familie der Lippenblütler gehört. Wir kennen viele weitere Sorten, wie beispielsweise Apfelminze, Ananasminze, Schokoladen-Minze und Erdbeerminze, die uns in der Küche beglücken. Besondere Sorten, wie auch Echte Pfefferminze können über Samen vermehrt werden. Wie die Gewinnung und die Aussaat des Saatguts gelingt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Pfefferminze – eine ausdauernde Heil- und Gewürzpflanze
Pfefferminze ist ein ausdauerndes, mehrjähriges und winterhartes Gewächs mit einem kräftigen Wurzelstock, das in Deutschland seit 1780 kultiviert wird und als bewährtes Volksheilmittel gilt. Sowohl die Blätter als auch die Stängel enthalten wertvolle ätherische Öle.
Wer Echte Pfefferminze oder andere Sorten über Samen vermehren möchte, muss die krautigen Stauden blühen lassen. Pfefferminze besitzt kahle, glänzend grüne Blätter, oft rötliche Stängel und bildet Blüten an sogenannten Scheinähren aus. Die Gewinnung der Samen und die Aussaat ist nicht einfach und nimmt etwas Zeit in Anspruch.
Sammeln der Samen
Die Blüte stellt sich im Juni und Juli in der Regel von selbst ein. Kurz vor der Blütezeit sind die Pfefferminze und ihre Geschwister am aromatischsten. Wer Samen gewinnen möchte, sollte einen Teil der Triebe mit den weiß-rot gefärbten Blüten an den Pflanzen belassen. Die beste Zeit, um Samen zu sammeln, ist im frühen Herbst.
Dazu werden verblühte Blütenstände vorsichtig abgeschnitten. Um keine Samen zu verlieren, kann vor dem Abschneiden ein kleines Tütchen um die Blütenstände gebunden werden. Die Samen werden dann vorsichtig heraus geschüttelt und vorzugsweise in Papiertüten oder in kleinen verschließbaren Behältnissen verwahrt.
Alternativ können braun gefärbte Stängel mitsamt den Blüten abgeschnitten, auf einem weißen Tuch oder auf Papier ausgebreitet und an einem warmen Ort verwahrt werden. Die kleinen dunklen Samen fallen nach und nach von selbst aus den Blüten und sind auf der weißen Oberfläche gut zu erkennen.
Sammeln Sie so viele Samen wie möglich, da das Saatgut der Pfefferminze unregelmäßig, langsam und teilweise gar nicht keimt.
Aussaat der Samen

Die Keimfähigkeit der Samen kann durch die Vorkultur im Frühjahr auf einer warmen, sonnigen Fensterbank erhöht werden. Das Saatgut wird nur leicht mit Anzuchterde bedeckt, da es sich bei Pfefferminze um einen Lichtkeimer handelt. Durch das Abdecken der Pflanzgefäße mit Folie oder einer Glasscheibe wird ein begünstigendes Mikroklima erzeugt. Einmal pro Tag sollten die Anzuchtgefäße jedoch gelüftet werden, um die Bildung von Schimmel zu vermeiden. Bei Temperaturen von mindestens 18 Grad Celsius sollte die Saat nach etwa zwei Wochen aufgehen.
Sobald die jungen Pflänzchen etwa zehn Zentimeter groß sind, können sie vereinzelt und im fortgeschrittenen Frühjahr im Abstand von etwa 30 Zentimetern in Beete oder in Balkonkästen gepflanzt werden. Pfefferminze bevorzugt halbschattige Standorte und lockeres, nährstoffreiches Substrat, das stets feucht gehalten werden sollte, ohne dass sich Staunässe bildet.
Wer die Samen direkt ins Freie säen möchte, sollte bis Mitte Mai nach den Eisheiligen warten. Die Samen werden dünn in Reihen im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern ausgesät. Später müssen die Pflänzchen eventuell vereinzelt werden.
Expertentipp
Neben der Vermehrung über Samen ist eine Vermehrung durch Teilung und über Stecklinge möglich. Für die Teilung und Gewinnung von Stecklingen sollte man kräftige, gesunde Mutterpflanzen auswählen.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare