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Unkraut, Moos & Schimmel

Ackerschachtelhalm Anbau und Pflege

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Ackerschachtelhalm Anbau und Pflege

Der Ackerschachtelhalm ist eine der Pflanzen, die bei Gartenbesitzern und Hobbygärtnern ein höchst unterschiedliches Ansehen genießt. Für die einen ist er schlichtweg ein lästiges Unkraut. Für andere ist der Ackerschachtelhalm hingegen eine äußerst nützliche Pflanze, die als Heilpflanze genau wie als natürliches Schädlingsbekämpfungs- und Pflanzenstärkungsmittel gute Dienste leistet und deshalb gerne im eigenen Garten gepflegt wird.

Doch wer sich dafür entscheidet den Ackerschachtelhalm im eigenen Garten zu kultivieren, sollte dabei unbedingt ein paar wichtige Dinge über diese Pflanze wissen und beachten.

Ackerschachtelhalm anpflanzen – die Entscheidung gut überlegen

Ackerschachtelhalm anpflanzen – die Entscheidung gut überlegen


Der Ackerschachtelhalm ist eine der wenigen Pflanzen, die schon seit der Eiszeit bis heute unverändert gut gedeiht. Die Pflanze ist auch unter dem Namen Zinnkraut bekannt und fällt optisch bereits durch ihre einzigartige Wuchsform auf. Einst wuchs diese Pflanze überall in den Wäldern und konnte dabei fast die Größe von Bäumen erreichen.

Auch heutzutage ist der Ackerschachtelhalm fast überall gegenwärtig. Man findet ihn an auf Äckern und Feldern, an Wegrändern und auf Wiesen genau wie in den Beeten unserer Gärten. Sogar in jeder gemischten Rasensaat sind die Samen des Zinnkrauts enthalten.

Die mehrjährige Pflanze kann mit ihren Wurzeln bis zu 1,50 m in Boden hineindringen und verbreitet sich über Rhizome in Windeseile. Aufgrund der extrem langen Wurzeln ist es daher nahezu unmöglich den Ackerschachtelhalm endgültig zu entfernen, wenn er sich einmal im Garten angesiedelt hat. Die Verbreitung über Rhizome sorgt zudem dafür, dass die Pflanze sich auch dort ausbreitet, wo es nicht gewünscht ist.

Wer den Ackerschachtelhalm anbauen möchte, um von seinen nützlichen Eigenschaften zu profitieren, sollte ihn daher möglichst im Topf oder in einem Kübel anpflanzen.

Standort, Bodenbeschaffenheit und Bodenfeuchtigkeit

Standort, Bodenbeschaffenheit und Bodenfeuchtigkeit
Der Ackerschachtelhalm gehört zu den absolut robusten und widerstandsfähigen Pflanzen. Zinnkraut vermehrt sich von selbst und das in rasender Geschwindigkeit. Es wächst an jedem Standort, egal ob es sich dabei um ein sonniges oder schattiges Plätzchen handelt.

Auch in Bezug auf die Bodenbeschaffenheit ist der Ackerschachtelhalm äußerst genügsam und flexibel. Er wächst hervorragend in nährstoffarmen Boden und das unbeeindruckt davon, ob der Boden sehr viel Feuchtigkeit enthält, oder eher trocken ist. Tendenziell liebt das Zinnkraut jedoch die Feuchtigkeit und sogar Staunässe macht ihm nichts aus.

Für viele Pflanzen ist ein lockerer Boden sehr wichtig. Zinnkraut wächst hingegen auch in verdichtetem Boden. Aufgrund seiner extrem langen Wurzel lockert der Ackerschachtelhalm einen verdichteten Boden optimal auf.

Siedelt sich der Ackerschachtelhalm irgendwo von selbst an, bevorzugt er einen Standort mit verdichtetem und feuchtem Boden. Das Zinnkraut gilt daher als Zeigerpflanze für derartige Bodenverhältnisse.

Anbau im Topf

Anbau im Topf
Selbst wenn die nützlichen Eigenschaften des Ackerschachtelhalms beim Anbau im Vordergrund stehen, sollte die Pflanze aufgrund ihrer schnellen und unkontrollierbaren Ausbreitung tatsächlich nur im Topf angepflanzt werden und auch das will gut überlegt sein.

Die Pflanze kann bedenkenlos in jede Erde und sogar in Lehm gepflanzt werden. Wichtig ist jedoch, dass der Topf möglichst kein Abflussloch hat. Die Wurzeln des Ackerschachtelhalms wuchern sonst schnell aus dem Abflussloch hinaus und finden ihren Weg in den Boden außerhalb des Topfes.

Entsteht durch starken Regen einmal Staunässe, macht auch die dem unverwüstlichen Zinnkraut nichts aus, sodass das fehlende Abflussloch im Topf für die Pflanze sogar die idealen Bodenverhältnisse schafft.

Gießen

Um Zinnkraut anzubauen, ist außer dem Einpflanzen der Pflanze keine weitere Pflege notwendig. Das Gewächs gedeiht ohne weiteres Hinzutun prächtig. Dementsprechend muss Zinnkraut im Topf nicht unbedingt gegossen werden.

Die Pflanze liebt zwar einen feuchten Boden, kommt aber auch mit Trockenperioden gut zurecht und überlebt auch, wenn sie nur die natürliche Feuchtigkeit durch Tau und Regen erhält.

Nur wenn der Ackerschachtelhalm abgeerntet werden soll, um von seiner heilsamen Wirkung zu profitieren, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass die Pflanze durch zu große Trockenheit nicht vor dem Abernten verholzt. Der Topf sollte daher besser durchgehend feucht gehalten werden.

Ackerschachtelhalm überwintern

Um die Überwinterung des Zinnkrauts muss sich niemand Sorgen machen. Selbst Ackerschachtelhalme im Topf überstehen den kältesten Winter ohne zusätzlichen Frostschutz hervorragend.

Ernte zur Nutzung der nützlichen Eigenschaften

Trotz aller für einen kontrollierten Anbau negativen Eigenschaften besitzt der Ackerschachtelhalm sehr positive Eigenschaften als Heilpflanze sowie als Pflanzenschutzmittel. So kann Zinnkraut bei vielen Leiden von brüchigem Haar bis hin zur Blutreinigung und der Behandlung von Wunden und Entzündungen genutzt werden.

Für Gartenliebhaben ist jedoch die Verwendung als natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel und Pflanzenstärkungsmittel besonders interessant. Bei allen Anwendungsmöglichkeiten spielt insbesondere die, in der Pflanze enthaltene Kieselsäure eine große Rolle. Um diese zu ernten, müssen die grünen Halme bis spätestens im Juli, vor dem Verholzen der einzelnen Stängel, abgeerntet werden.

Expertentipp

Soll Zinnkraut abgeerntet werden, dürfen nur die grünen Pflanzenteile verwendet werden. Alle braunen Teile können giftig sein.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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