Der Ahorn ist ein sommergrüner Baum aus der Familie der Seifenbaumgewächse. Weltweit gibt es über einhundert verschiedene Arten, bei uns besonders bekannt sind der Feldahorn, der Bergahorn und mittlerweile auch der japanische Fächerahorn. Die schönen Bäume sind nicht nur beliebt als Gartengehölze, sondern werden auch gerne als Bonsai gezogen. Die Ahorn-Arten unterscheiden sich sehr in Form und Wuchshöhe, sind aber meist an ihren handförmig gelappten Blättern gut zu erkennen. Die Bäume sind recht anspruchslos und gut frostverträglich.
Wenn Sie Ihren eigenen Ahorn selbst ziehen wollen, gibt es dazu grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Die Vermehrung durch Samen und die Vermehrung durch Stecklinge. Eine Anleitung zu beiden Methoden finden Sie im Folgenden. Eine weitere Methode, die Okulation, ist eher für Profis geeignet und wird hier nicht behandelt.
Ahorn durch Samen vermehren
Suchen Sie sich zuerst eine schönen Ahornbaum der gewünschten Art aus. Beobachten Sie aufmerksam die nähere Umgebung. Vielleicht wachsen dort schon kleine Ahornpflanzen? Dann haben Sie Arbeit gespart und können diese einfach ausgraben und mitnehmen. Falls der Baum nicht Ihnen gehört, bitte vorher den Besitzer um Erlaubnis fragen.
Ansonsten sammeln Sie im Herbst die gewünschte Menge an Samen einfach auf und lagern diese kühl und trocken ein. Bereits Anfang des nächsten folgt der nächste Schritt. Die Samen kommen nun in eine Kiste mit feuchtem Sand und werden anschließend an einem kühlen und geschützten Platz aufgestellt. Das kann ein schattiges Plätzchen im eigenen Garten sein. Alternativ geht sogar der Kühlschrank, hier kann statt einer Kiste auch ein Beutel verwendet werden.
Tatsächlich werden die Samen dann durch Kälteeinwirkung aktiv, was auch als Stratifikation bezeichnet wird. Im März erfolgt die Aussaat, entweder direkt am gewünschten Standort im Freiland, oder zunächst in Pflanzschalen. Bitte immer etwas feucht halten.
Ahorn durch Stecklinge vermehren

Hierzu nehmen Sie einen oder mehrere junge noch nicht ganz verholzte Triebe mit einer Länge von ca. 12 bis 20 cm, möglichst schräg angeschnitten. Der Schnitt sollte über einem sogenannten Auge, das sind die leicht gewölbten Triebansätze erfolgen. Der Steckling selbst soll mindestens 3 Augen aufweisen.
Die Chancen auf ein gutes Gelingen verbessern sich, wenn der Trieb mit Wurzelpulver behandelt wird. Anschließend werden die Triebe in ein Substrat gesteckt, gut geeignet dafür sind Anzuchterde und auch Lavagranulat. Dann hell und warm stellen, dabei direktes Sonnenlicht vermeiden. Auch hier immer etwas feucht halten, aber nicht übergießen.
Wenn die Stecklinge austreiben, ist dies ein Zeichen für die gelungene Bewurzelung. Sie können dann im Freien ausgepflanzt werden. Wichtig bei allen Arbeitsschritten ist, auf Sauberkeit zu achten, da Ahorne etwas anfällig gegen Pilzbefall sind. Also Werkzeuge, Hände und Handschuhe bitte immer gut reinigen, um Enttäuschungen zu vermeiden.
Expertentipp
Bei der Vermehrung durch Stecklinge kann statt Substrat auch einfach ein Glasgefäß mit Wasser verwendet werden. Funktioniert auch prima, und der Fortschritt der Bewurzelung kann sehr schön beobachtet werden.
Ahorne selber ziehen ist also gar nicht schwer und verspricht schöne Erfolgserlebnisse.
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