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Ahorn – Flach- oder Tiefwurzler?

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Ahorn - Flach- oder Tiefwurzler

Ahorne (Acer) sind beliebte Park- und Straßenbäume, die zudem wertvolles Nutzholz liefern. In heimischen Gärten und Parkanlagen machen die gelb-grün gefärbten, doldenartigen Blütenstände im zeitigen Frühjahr eine gute Figur. Die attraktive Färbung des Laubs und die einzigartigen Samenstände im Herbst bieten ebenfalls einen herrlichen Anblick.

Ahorne stellen eine eigene Gattung mit etwa 150 verschiedenen Arten dar, die auf der nördlichen Halbkugel beheimatet sind. Die sommergrünen Laubbäume gehören zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)und zur Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae). Ob es sich bei den Bäumen um Flach- oder Tiefwurzler handelt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Attraktive Bäume in Parks und Gärten

Attraktive Bäume in Parks und Gärten


In unseren Breiten sind der Feldahorn (Acer campestre), der Spitzahorn (Acer platanoides) und der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) heimisch. In Gärten werden zudem verschiedene Zierahorn-Arten aus Asien und anderen Gebieten kultiviert.

Ahornbäume sind sogenannte Herzwurzler. Sie bilden weitreichende, flache Wurzelstränge. Fast alle Ahorne werden deshalb zu den Flachwurzlern gezählt. Eine Ausnahme bildet der Berg-Ahorn. Die Bezeichnung Herzwurzler rührt daher, dass der Querschnitt des Wurzelsystems mit seiner strahlen- und tellerförmigen, weit verzweigten Ausdehnung an ein organisches Herz erinnert.

Die Kategorisierung fast aller Arten als Flachwurzler wird ihrem einzigartigen Wurzelwerk nicht immer gerecht. Denn mit fortschreitendem Alter können Ahorne kräftige Pfahlwurzeln bilden, die wiederum typisch für Tiefwurzler sind. Die Wurzelsysteme dieser Baumart haben auch die Wissenschaft beschäftigt. So weiß man inzwischen, wie sich das Wurzelsystem heimischer Ahornbäume ausbreitet.

Das Wurzelsystem vieler Ahorne breitet sich in normalen Gartenböden nach 5 bis 10 Jahren etwa 210 Zentimeter horizontal und 140 Zentimeter vertikal aus. In durchlässigen Schotterböden können sich die Wurzelsysteme innerhalb von 60 Jahren bis zu 250 Zentimeter horizontal, jedoch lediglich 60 Zentimeter vertikal ausbreiten. In kiesig-sandigen Lehmböden hingegen nehmen die Wurzeln nach 70 Jahren Ausmaße von 300 Zentimetern horizontal und bis zu 140 Zentimetern vertikal an.

Einbeziehen des Wurzelwerks in die Kultur

Einbeziehen des Wurzelwerks in die Kultur
Das spezielle Wurzelwerk der Ahorne sollte in die Pflanzung, die Kultivierung und die Pflege einbezogen werden. Auch die Bewässerung muss man auf das Wurzelsystem abstimmen. Am besten wässert man den gesamten Wurzelbereich ein- bis zweimal pro Woche mit dem Gartenschlauch, um das Tiefenwachstum der Wurzeln anzuregen.

Aufgrund des weitreichenden Wurzelsystems empfiehlt sich die Umsetzung gut verwurzelter Exemplare nicht. Wird ein Standortwechsel angestrebt, ist ein außerordentlicher Kraftakt notwendig und die Gefahr der Beschädigung des Ahornbaumes bleibt groß.

Bei starkwüchsigen Arten wie dem Berg- oder dem Spitzahorn kann man die horizontale Ausbreitung des Wurzelwerkes mit einer Wurzelsperre eindämmen. Die Pflanzgrube für einen Setzling mittlerer Größe sollte mindestens 50 Zentimeter tief sein und wird für eine Wurzelsperre mit einem undurchdringbaren Geotextil ausgekleidet. Die Sperre sollte etwa zehn Zentimeter über den Boden herausragen, sodass die oberen Wurzelstränge nicht darüber wachsen können.

Expertentipp

Ahorne sind wahre Anpassungskünstler. Für das Wurzelwachstum sind vor allem die Beschaffenheit des Bodens und die Wasser- sowie die Nährstoffsättigung entscheidend. Trockene, nährstoffarme Böden fördern das Wachstum der Wurzeln in die Tiefe. Bei verfestigten Erdreichen breiten sich Ahornwurzeln in einem größeren Durchmesser an der Oberfläche aus.

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