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Bäume

Ahorn schneiden

Lars Reibemann

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Es gibt viele große und kleine Ahorn-Arten. Alle besitzen eine harmonisch geformte Krone und auffallend fünfzackige Blätter. Vor allem im Herbst, wenn der Baum seine Farbenpracht entfaltet, stellt er eine wahre Zierde dar. Langsam wachsend, benötigt er selten oder gar keinen Schnitt. Doch wird der Ahorn zu groß, droht die Form zu verlieren oder zeigt krankes Geäst, kann ein Form- und Bedarfsschnitt notwendig werden.

Der Ahornbaum ist robust und sensibel zugleich

Der Ahorn, botanisch Acer genannt, gehört zu den anspruchslosen Bäumen. Er braucht wenig Pflege und gedeiht auf vielen Untergründen. Sogar im Herbst macht er mit seinem geringen Laubabfall nur wenig Mühe. Im Hausgarten gedeihen vor allem der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und der Spitzahorn (Acer platanoides). Stehen die Arten am richtigen Platz, gedeihen sie gut und können eine stattliche Höhe von bis zu 30 Zentimeter erreichen.

Seine Schnitt-Toleranz ist eher gering und er verträgt den Eingriff nicht immer gut. Vor allem die kleinwüchsigen und jungen Arten reagieren mit dem Verlust von Trieben. Sie bekommen oftmals Schädlinge, Mehltau oder andere Krankheiten und manche gehen sogar ein. Inzwischen bietet der Handel schnittfestere Ahornbäume an, die einen Eingriff besser vertragen.

In der Regel tolerieren Exemplare, die gut in ihrer Umgebung integriert sind und stark erscheinen, einen Schnitt problemlos. Wichtig ist, dass sie nach dem Pflanzen erst einmal 2 bis 3 Jahre einfach wachsen dürfen.

1. Den Schnitt vorbereiten

Die Größe eines Ahorns lässt sich durch das Schneiden nicht bestimmen. Sie lässt sich lediglich durch das regelmäßige Kappen der Äste, welche aus der Form geraten sind, kontrollieren.

Damit der Eingriff dennoch schonend und nachhaltig verläuft, ist auf eine ordentliche Vorgehensweise zu achten:

  • Den Schnitt ausschließlich mit einem scharfen Werkzeug durchführen.
  • Das Messer desinfizieren. Dazu die Klinge mit einem Lappen und etwas Alkohol abreiben.

2. Den Schneidetermin planen

Die meisten Ahornbäume zeigen in der Wachstumszeit einen ausgeprägten Saftfluss und ein Schnitt führt zum „Ausbluten “ des Baumes. Beim Ausbluten handelt es sich um den Saftaustritt aus den Leitungsbahnen.

Den richtigen Schnitttermin auswählen:

  • Frühester Termin ist ab dem Monat April, spätester im milden Herbst.
  • Das Wetter ist trocken und die Temperaturen sind mild.
  • Der Himmel ist von Wolken bedeckt.

Ausnahmen hinsichtlich des Termins bilden der Feldahorn (Acer campestre) und der asiatische Schlitzahorn (Acer palmatum). Diese Arten sind besonders robust und können im Herbst, im Frühjahr und im Frühsommer zurückgeschnitten werden. Der Schlitzahorn sollte vorsorglich im Frühling, vor dem neuen Blattaustrieb unters Messer.

3. Den Schnitt durchführen

Jeder Schnitt sollte nach Möglichkeit glatt und klein flächig stattfinden. Dann schließen die offenen Stellen gut und der Baum treibt bald wieder aus:

  • Den Baum nach sehr lang gewachsenen Ästen am Holz vom Vorjahr durchsuchen. Erfolgt der Eingriff an neuem Holz, wird der Neuaustrieb garantiert. Den Schnitt oberhalb und nahe von einem Blattknoten durchführen.
  • Das Totholz bis auf den Astring zurückschneiden. Bei dem Astring handelt es sich um die Verdickung am Astansatz, bzw. der Übergang zum Stamm. Charakteristisch ist die Bildung von Falten. Die Wulst darf keinesfalls beschädigt werden!
  • Beim Schneiden das Gerät leicht schräg halten. An einer schrägen Schnittfläche fließt der Pflanzensaft sowie das Wasser gut ab und Verkrustungen und Schimmelpilze haben wenig Chancen.

4. Besonders dicke Äste kappen

Größere Bäume besitzen dicker gewachsene und schwere Äste. Diese Exemplare bekommen beim Schneiden leicht Übergewicht und brechen ab. Als Folge können Verletzungen an der Rinde und sogar am Stamm entstehen.

Ein Befall von Schädlingen ist zu erwarten. Der richtige Schnitt schont das alte Holz und erfolgt in 3 Stufen:

  • Erster Schnitt: Den Ast je nach Umfang 20 bis 30 Zentimeter vom Stamm entfernt abschneiden. Den Schnitt vertikal durchführen. Dazu an der unteren Seite bis zur Hälfte des Astes vorgehen. Auf diese Weise bricht der Ast nicht so leicht ab und es bleiben keine Verletzungen der Rinde und des Stammes zurück.
  • Zweiter Schnitt:Dieser erfolgt ebenfalls vertikal und wird an der oberen Seite des dicken Astes durchgeführt. Dazu die Säge circa 10 Zentimeter nach außen ansetzen. Es wird gesägt, bis der Ast leicht abbricht oder sich durch das Bewegen mit der Hand abnehmen lässt.
  • Dritter Schritt:Den verbleibenden Ast bis nahe dem Astring zurückschneiden. Unebenheiten an den Schnittflächen ausgleichen.
  • Übrigens:

    Durch das Schneiden entstehen Wunden am Baum. Vor allem durch größerer Verletzungen können leicht Schädlinge und Keime in den Ahorn eindringen und ihn massiv schädigen. Solche Angriffe lassen sich durch das Schließen der Schnittstellen mit Baumwachs verhindern. Allerdings gibt es über die Maßnahme unterschiedliche Meinungen und es sollte jeder selbst entscheiden.

    Über das Schneiden in der kalten Jahreszeit ist die Meinung eindeutig. Die Aktion sollte in den wärmeren Monaten stattfinden, denn dann ist der Ahorn weniger anfällig für Erkrankungen.

    Expertentipp

    Falls es die räumlichen Gegebenheiten im Garten fordern, können beim Ahorn nicht nur die Äste und die Krone, sondern auch die Wurzeln gekappt werden. Dabei dürfen ausschließlich störende oder verletzte Bereiche von gesunden Bäumen gekappt werden. Die Schnittgröße beträgt maximal ein Drittel der Wurzel.

    Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?

Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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