Artischocken sind ein altbekanntes Gemüse, das ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet ist. Die geschlossenen, kugeligen Blütenköpfe, die wie ein dicker Tannenzapfen aussehen, wurden schon in der Antike als Delikatesse verzehrt. Die geöffneten violetten Blüten erinnern an eine Distel und sind im Garten eine wahre Augenweide.
Artischocken aussäen
Möchte man im Sommer Artischocken ernten, werden schon im Januar die Samen in kleinen Töpfen ausgesät. Bei einer Zimmertemperatur von etwa 22 Grad keimen die Samenkörner nach zwei bis drei Wochen. Sobald die Keimlinge ca. 10 cm hoch sind, können sie pikiert werden. Die Jungpflanzen bleiben so lange im Raum, bis kein Nachtfrost mehr erwartet wird. Ab Mitte Mai können die kleinen Artischocken ins Freiland umsiedeln.
Standort und Boden für Artischockenanbau

Die sonnenverwöhnte Mittelmeerpflanze benötigt im Garten einen Standort, der folgende Bedingungen erfüllt:
- Der Standort muss voll sonnig und vor Wind und Wetter geschützt sein.
- Der Boden ist mit Hornspänen und frischem Humus aufbereitet worden.
- Der Boden ist gut durchlässig und locker. Es darf keine Staunässe entstehen.
- Zur besseren Erwärmung kann der Boden mit Sand gemischt werden.
Die weitere Pflege

Ist der geeignete Standort gefunden, setzt man die kleinen Artischocken in die Erde. Jede Pflanze benötigt eine Bodenfläche von 80 cm x 80 cm, da sie sich als Tiefwurzler gut ausbreitet.
Für eine reiche Ernte empfiehlt es sich, die Artischocken während des Wachstums regelmäßig zu gießen und etwa alle vierzehn Tage mit einem organischen Dünger zu versehen. Hier eignen sich Hornmehl oder Hornspäne.
Im Frühjahr ausgepflanzte Artischockenpflanzen können schon im September ihre ersten Früchte tragen. Ab dem zweiten Standjahr ist bereits ab Juni oder Juli mit dem ersten Gemüse zu rechnen. Die Knospen für den Verzehr sollten fest geschlossen sein, die Schuppenblätter liegen eng beieinander und weisen keinen braunen Spitzen auf. Wartet man mit der Ernte zu lange, öffnen sich etwa ab Ende August die blauvioletten Korbblüten. Sie sind eine begehrte Bienenweide und auch ein hübscher Vasenschmuck.
Artischocken überwintern
Artischocken können in unseren Breiten gut überwintert werden, allerdings nur mit einem ausreichenden Winterschutz. Sobald im Herbst alle Artischocken verwertet sind, schneidet man die Pflanze knapp über der Erdoberfläche zurück. Vor der Kälte wird sie etwa 30 cm hoch mit Stroh oder Laub abgedeckt. Darüber häuft man ein Erd-Sand-Gemisch. Erst Mitte April kann der Winterschutz entfernt werden.
Expertentipp
In Regionen mit sehr kalten Wintern ist es besser, die Artischocken frostfrei zu überwintern. Dazu gräbt man die Pflanze vorsichtig aus und wickelt sie dick in Zeitungspapier oder Vlies. So geschützt kann sie in einer Kiste mit Sand im Keller den Winter verbringen. Ist die Witterung im Frühjahr frostfrei, kann die Artischocke wieder ins Freiland gesetzt werden.
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