An Chicorée scheiden sich die Geister bzw. die Geschmäcker. Während die einen den zarten Bitterkohl lieben, machen andere lieber einen Bogen um ihn. Doch die weißen Blätter mit den gelbgrünen Spitzen haben es in sich. Sie sind wahre Nährstoffbomben und verdienen durchaus einen genaueren Blick. Zudem ist die Verarbeitung von Chicorée denkbar einfach, denn das Gemüse ist quasi von Hause aus verzehrfertig.
Chicorée – von Natur aus rein
Der Grund dafür sind die Wachstumsbedingungen. Die Zucht der charismatisch schmeckenden Kolben erfolgt im Wasserbad, sodass weder Erde noch Sand an ihnen haftet. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsesorten müssen Sie Chicorée deshalb nicht zwingend waschen.
Um ihn küchenfertig aufzubereiten, reicht es die äußere Lage aus angestoßenen oder angewelkten Blättern zu entfernen. Darunter liegende Schichten sind so sauber, dass Sie sie unmittelbar weiterverarbeiten können.
Natürlicher Trocknungs-Effekt

Instinktiv möchten Sie davor zurückschrecken und befinden sich damit in bester Gesellschaft. Trotz der natürlichen Reinheit von Chicorée geben die meisten Verbraucher an, ihn dennoch zu waschen. Möchten Sie sich dieser Vorsichtsmaßnahme anschließen, genügt es die Kolben unter fließendem Wasser abzuspülen.
Dabei können Sie ein Phänomen beobachten, das Wissenschaftler als Lotus-Effekt bezeichnen. Flüssigkeiten perlen von der glatten Oberfläche der Blätter einfach ab. Daraus folgt, dass Sie den Chicorée weder abtrocknen noch schleudern müssen, sondern direkt weiterverwenden können.
Verarbeitung von Chicorée

Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Am bekanntesten ist der Rohverzehr von Chicorée. Ob als Salat, zum Dippen oder in Form gefüllter Blätter, ungegart kommen die wertvollen Inhaltsstoffe des feinen Kohls am besten zum Tragen. Doch auch gekocht, gedünstet, gebraten oder überbacken ist Chicorée ein Genuss. Beim Erhitzen verflüchtigt sich ein Teil der enthaltenen Bitterstoffe, sodass sein Geschmack weniger dominant wirkt.
Expertentipp
Abhängig von der vorgesehenen Verwendung müssen Sie die Kolben nach dem Waschen mehr oder weniger klein schneiden. Zum Dünsten, Braten oder Kochen genügt das Halbieren, wobei Sie den besonders bitteren Mittelteil stehen lassen oder entfernen können. Für Salate empfiehlt es sich, den halbierten Chicorée der Länge nach in feine Streifen oder quer in dünne Scheiben zu schneiden. Je kleiner die Abschnitte werden, desto milder schmeckt die fertige Rohkost und desto besser harmoniert das Gemüse mit den übrigen Zutaten.
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