Estragon (Artemisia dracunculus) gehört zur Pflanzengattung Artemisia und zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die krautigen Pflanzen dienen als Gewürz, mit dem man Senf, Essiggurken oder Essig verfeinern und Reis, Geflügel sowie Fisch würzen kann. Als in Osteuropa beheimatete und teilweise im Osten Österreichs wild vorkommende Art eignet sich Estragon hervorragend für den Anbau in mitteleuropäischen Gärten. Erntet man zu viel von den sparsam einzusetzenden Gewächsen, kann man den Überschuss durch Einfrieren haltbar machen.
Ernte
Für den optimalen Geschmack sollte Estragon kurz vor der Blütezeit im Mai oder im Juni geerntet und möglichst frisch eingefroren werden. Als Erntezeitpunkt ist ein sonniger Tag, sobald die Sonne ihren Höchststand erreicht hat, ideal. Denn zu dieser Zeit ist der Gehalt an Geschmacksstoffen am größten.
Als Schneidwerkzeug genügt ein scharfes, sauberes Küchenmesser. Von den Trieben schneidet man jeweils etwa zwei Drittel ab. Die Schnittflächen sollten möglichst glatt und gerade sein, sodass sie schnell heilen. Verschmutzte oder ausgefranste Schnittwunden stellen ein Risiko für Pilzinfektionen dar.
Vorbereitung

Im Anschluss wäscht man die Triebe gründlich in kaltem Wasser. Warmes Wasser würde zu einem zu großen Verlust von Aromastoffen führen. Danach legt man die Triebe auf einer saugfähigen Unterlage, wie Küchenrolle oder Küchentuch, aus. Dabei untersucht man sie auf gelbe, vertrocknete und beschädigte Blätter und entfernt diese. Im letzten Schritt trocknet man Estragon durch vorsichtiges Abtupfen mit Küchenrolle.
Einfrieren von Trieben
Die schnellste Methode ist das Einfrieren von ganzen Trieben. Dazu füllt man sie direkt nach dem Waschen und Abtupfen in Gefrierbeutel, drückt die Luft vorsichtig heraus, verschließt sie luftdicht und legt sie in die Gefriertruhe oder in das Gefrierfach des Kühlschrankes.
Diese Variante hat den Nachteil, dass man zur Nutzung einen ganzen Trieb auftauen muss. Das ist jedoch meist mehr als man benötigt. Mehrfaches Auftauen und Wiedereinfrieren ist schädlich.
Einfrieren von Blättern
Die meisten Hobbygärtner frieren aus diesem Grund lediglich die zarten Blätter ein. Dazu zupft man sie zunächst vorsichtig von den Stielen ab, was bereits vor dem Waschen erfolgen kann. Die Blätter werden dann in einem Sieb gereinigt. Diese Methode führt zu einer gründlicheren Reinigung, es werden jedoch mehr Aromastoffe ausgewaschen. Im Anschluss füllt man die Blätter in geeignete Behältnisse oder Gefrierbeutel.
Durch das Zerkleinern der Blätter vor dem Einfrieren wird bei der späteren Verwendung des Estragons ein Arbeitsschritt eingespart. Allerdings beschleunigt es den Aromaverlust während der Lagerung, sodass man mehr Estragon verwenden muss, um die gleiche Geschmackswirkung zu erzielen.
Estragon-Eiswürfel
Eine besonders beliebte Methode ist das Einfrieren in Eiswürfeln. Dazu pflückt man die Blätter und hackt sie klein. Anschließend verteilt man das Gewürz in den Fächern eines Eiswürfelbehälters, füllt diese mit etwas Wasser auf und stellt das Ganze ins Gefrierfach. Sobald das Wasser gefroren ist, kann man die Würfel entnehmen, in Gefrierdosen umfüllen und platzsparend ins Gefrierfach stellen.
Auf diese Weise kann man jederzeit einzelne Würfel entnehmen und auftauen. Ein Würfel entspricht meist der benötigten Menge. Allerdings eignen sich Estragon-Eiswürfel nicht für jedes Rezept. Das enthaltene Wasser würde eine Sauce Bearnaise beispielsweise zu stark verwässern. Weiß man nicht genau, wofür man den eingefrorenen Estragon später verwenden möchte, sollte man zumindest einen Teil der Ernte ohne Wasserzusatz einfrieren.
Expertentipp
Estragon schmeckt köstlich und soll eine fördernde Wirkung auf die Verdauung, die Gallenflüssigkeitsbildung und die Harnbildung haben. Genießen Sie ihn trotz dessen in Maßen. Denn die enthaltene Substanz Estragol steht im Verdacht, in größeren Mengen krebsauslösend und erbgutschädigend zu sein.
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