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Süßgräser

Gräser schneiden im Frühjahr, Herbst und Winter

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Gräser schneiden im Frühjahr, Herbst und Winter

Schon seit geraumer Zeit sind Gräser aus unseren Gärten und Balkonen kaum mehr wegzudenken, ob nun im Beet oder als Kübelpflanze, als Solitär oder Bodendecker.

Sie bringen eine Leichtigkeit in die Bepflanzung, strukturieren Gärten, können Akzente setzen oder bei hochwachsenden Varianten als Sichtschutz dienen.

Beliebt sind sie vor allem auch, weil sie recht unproblematisch und pflegeleicht sind. Sie sind nicht nur überwiegend winterhart, sondern oft und gerade im Winter ein besonderer Blickfang.
Um ihr Wachstum zu unterstützen und ihr Aussehen zu verbessern, sollten Gräser jedoch einmal im Jahr geschnitten werden. Leider kursieren einige widersprüchlichen Angaben, ob dies im Frühjahr, Herbst oder Winter geschehen sollte. Dieser Ratgeber möchte deshalb hierzu eine klärende Hilfestellung geben.

Botanisch gesehen unterscheidet man Gräser im Wesentlichen zwischen Süßgräsern und Sauergräser. In unseren Breitengraden findet man überwiegend Süßgräser, wozu auch Nutzpflanzen und Wildgräser gehören. Ziergräser, wie sie im Garten verwendet werden, können jedoch aus beiden Kategorien stammen. Für die Frage, wann und wie man sein Gras aber am besten schneidet, ist diese Unterscheidung ohnehin nicht ausschlaggebend, sondern vielmehr die Frage, ob es sich um immergrüne oder sommergrüne Sorten handelt. Im nordamerikanischen Sprachraum spricht man auch von den „Cold-Season“- und „Warm-Season“-Gräsern.

Die Unterscheidung von immergrünen und sommergrünen Gräsern

Die Unterscheidung von immergrünen und sommergrünen Gräsern


Immergrüne Gräser treiben meist recht zeitig aus und können deshalb bereits zum Ende des Frühjahrs blühen. Charakteristisch für die immergrünen Sorten ist, dass sie das ganze Jahr über ihre Farbigkeit behalten, die natürlich nicht immer grün sein muss. Einzelne Halme oder Blattspitzen können aber absterben oder beschädigt werden. Aus diesem Grund ist es nicht nötig, die Pflanze insgesamt zurückzuschneiden. Es reicht, wenn schadhafte oder vertrocknete Pflanzenteile entfernt werden. Bei vielen Sorten lassen sich die Halme ganz leicht mit den Händen aus der Staude herausziehen bzw. vorsichtig mit einer Harke auskämmen. Sollten sie dennoch mal fest sitzen und es nötig sein, zur Schere zu greifen, muss man darauf achten, wirklich nur die braunen Stellen zu entfernen.

Zu dieser Gruppe gehören unter anderem:

  • Seggen-Arten, wie die Japan-Segge
  • Schwingelsorten, wie Blauschwingelgras
  • Schmielen-Gewächse, wie die Drahtschmiele
  • Einige Binsengewächse, wie die Waldmarbel

Sommergrüne Gräser treiben meist später aus und blühen auch etwas später (Spätsommer). Im Herbst sterben dann alle sichtbaren Pflanzenteile ab und verfärben sich. Im Winter legt die Pflanze eine Ruhephase ein, bis sie dann spätestens im März neue Halme austreibt. Bei diesen Gräsern ist es ratsam, vor dem erneuten Austrieb die gesamten oberirdischen, abgestorbenen Pflanzenteile komplett und bodennah zurückzuschneiden. So wird Platz für die neuen Halme geschaffen und die Pflanze geschont. Denn das Nebeneinander von vertrockneten und neuen Halmen würde sie nicht lange durchhalten und auch das Wachstum wird dadurch beeinträchtigt. Luft und Licht können danach wieder bis ins Innere der Pflanze dringen. Verzichtet man auf den Rückschnitt, wirken die Gräser oft zerzaust und weniger üppig.

Einige der bekanntesten und beliebtesten Sorten sind:

  • Chinaschilf
  • Lampenputzergras
  • Pampasgras
  • Federgras

Warum sollte man Gräser im späten Winter oder Frühjahr schneiden?

Warum sollte man Gräser im späten Winter oder Frühjahr schneiden?
Man könnte jetzt meinen, dass man die Pflanzen gleich, nachdem sie verblüht oder abgestorben sind, schneiden sollte. Allerdings bieten gerade diese abgestorbenen Pflanzenteile genau den Schutz, den die Gräser für die kälteren Wintermonate brauchen. Sie schützen sie einerseits vor dem Eindringen von Nässe, die zu Fäulnis führen kann, und andererseits vor Frostschäden durch zu niedrige Temperaturen. Beides könnte ein neues Austreiben verhindern.

Unterstützend kann man besonders bei großen Varianten, wie dem Chinaschilf, die Stauden sogar zusammenbinden und so den Kern der Pflanze im Winter noch besser sichern.

Gerade ab dem Herbst und in der allmählich kahler werdenden Umgebung kommen vor allem die immergrünen Gräser sehr gut zur Geltung. Aber auch abgestorbene Gräser können in einem winterlichen Garten noch farbliche Akzente setzen. Stehen gelassene Gräser bieten zudem besonders in einem naturnahen Garten auch zahlreichen Insekten Unterschlupf und Schutz während der Wintermonate.

Deshalb sollte man bei den meisten Gräsern darauf verzichten, diese bereits im Herbst oder Winter zu schneiden. Der Zeitpunkt für den Rückschnitt muss gut abgepasst werden und kann je nach Sorte variieren. Zum einen sollten die Tage schon etwas wärmer sein, um zu vermeiden, dass Feuchtigkeit und Kälte doch noch Schaden anrichten. Zum anderen sollte man auf jeden Fall noch vor dem erneuten Austrieb schneiden, damit neue Halme nicht verletzt oder gar mit abgeschnitten werden. Zeitlich befindet man sich dann etwa im Spätwinter bzw. Frühjahr. Und genau das sollte somit für die überwiegenden Grassorten der Zeitpunkt für den jährlichen Rückschnitt sein.

In Einzelfällen kann man abwägen, ob man bereits im Herbst nur die verwelkten Blüten abschneidet bzw. entfernt, um eine unkontrollierte Vermehrung durch Samenbildung und Selbstaussaat zu verhindern. Hierzu neigt z. B. die Rasenschmiele oder das Knäuelgras. Allerdings sollte man auch hier nie die Grashalme oder Blätter beschneiden.

Expertentipp

Experten raten dazu, beim Schneiden, aber auch beim lockeren Herausziehen alter Halme per Hand mindestens Handschuhe zu tragen, besser noch langärmlige Kleidung. Die scharfen Kanten vieler Grashalme können, ähnlich wie bei Papier, schnell zu Schnittverletzungen führen. Bei hohen, scharfkantigen Sorten, wie dem Pampasgras, kann sogar eine Schutzbrille sinnvoll sein.

Häufig gestellte Fragen

Welches Werkzeug eignet sich eigentlich am besten zum Schneiden?

Auf jeden Fall sollte das Werkzeug scharf und sauber sein, um Verletzungen und Infektionen der Pflanze vorzubeugen. Bei kräftigeren Gräsern kann es nötig sein, mit einer Astschere zu arbeiten. Ansonsten reicht jedoch eine einfache Gartenschere. Wer eine Gartenschere mit langem Griff wählt, verringert zusätzlich den Kraftaufwand und arbeitet auch aus sicherem Abstand.

Auf jeden Fall sollte man immer darauf achten, die neuen Triebe nicht zu beschädigen. Das kann im Übrigen auch dann noch passieren, wenn man nach dem Rückschnitt das Schnittgut oder lockere, abgestorbene Pflanzenteile mit einer Harke entfernen möchte.

Hier noch ein weiterer Tipp:

Direkt nach dem Frühjahrsschnitt ist übrigens auch der ideale Zeitpunkt, um Gräser durch Teilung zu vermehren oder auch zu verjüngen.

Wie sollte man eigentlich Bambus schneiden?

Auch wenn man es vielleicht auf den ersten Blick nicht meint, gehört auch Bambus botanisch gesehen zu den Gräsern. Im Hinblick auf den Rückschnitt gelten für ihn allerdings etwas andere Regeln. Bambusgewächse sind mehrjährig und treiben im Frühjahr aus einem unterirdischen Rhizom nach. Außerdem muss man bedenken, dass zurückgeschnittene Halme nicht nachwachsen, sondern die Pflanze stärker verzweigen lassen. Sofern es nur um die Pflege oder Verjüngung geht, reicht auch beim Bambus ein Schnitt im Frühjahr vor dem Austrieb. Da Bambus aber sehr schnellwüchsig ist, werden mit zunehmendem Alter, meist auch Formschnitte vorgenommen. Das heißt, nach dem Frühjahrsschnitt erfolgt dann ein zweiter Schnitt, oft auch radikaler, sobald sich die Seitenäste entfaltet haben. Aber auch später im Jahr kann man abgestorbene oder beschädigte Halme immer mal wieder nachschneiden.

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