Kakteen (Cactaceae) sind eine artenreiche Pflanzengruppe neuweltlicher, sukkulenter Gewächse, die in den Halbwüsten und Wüsten Nord-, Mittel- und Südamerikas verbreitet sind. Hierzulande sind Kakteen als Zierpflanzen im Innen- und Außenbereich beliebt.
Erstaunlicherweise gibt es viele Kakteen, die kaltes Wetter vertragen und mit ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Schnee und Eis überraschen. Welche Kakteen kältetauglich sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Kälteanpassung von Kakteen
Die meisten Kakteen-Arten sind in den wärmeren Regionen Nord- und Südamerikas beheimatet. Einige Kakteen sind jedoch auch im Norden der USA und im Süden Kanadas zu finden. Sie besitzen spezielle Schutzmechanismen, durch die sie Frostperioden gut überstehen und auch unter Schnee gedeihen. Jeder Kaktus, ob winterhart oder nicht, benötigt einen gut durchlässigen Boden. Ohne diese Voraussetzung würden selbst kältetolerante Sorten nicht überleben.
Kakteen sind die einzigen Sukkulenten, die Areolen besitzen, aus denen die Stacheln wachsen. Die Stacheln helfen Feuchtigkeit zu speichern, spenden Schatten und schützen die Pflanze vor dem Erfrieren. Kaltwetter-Kakteen besitzen ausgeprägte Stacheln, die oft von kleineren Stacheln umgeben sind.
Kältetaugliche Kakteen

Zu den pflegeleichtesten, winterharten Exemplaren gehört die Gattung der Opuntien (Opuntia), die mit 190 Arten in weiten Teilen Nord- und Südamerikas sowie in der Karibik verbreitet ist. Unter den Igelkakteen der Gattung Echinocereus finden sich zahlreiche winterharte Sorten. Sie wachsen in den Gebirgslagen im Südwesten der USA und vertragen Temperaturen bis -20°C.
Innerhalb der Gattungen Escobaria und Pediocactus gibt es ebenfalls gebirgsbewohnende Arten aus Nordamerika, die Temperaturen bis -20°C vertragen. Einzelne Exemplare der südamerikanischen Gattungen Gymnocalycium (Höckerkaktus), Notocactus (Buckelkaktus) und Austrocactus sind winterhart.
In vielen anderen Gattungen gibt es einzelne kälteresistente Sorten. Ideale Kakteen für kalte Gegenden sind:
- Ananas-Kaktus (Coryphantha)
- Nadelkissen-Kaktus (Mammillaria)
- Cholla-Kaktus (Cylindropuntia)
- Alter Mann der Anden (Oreocereus)
- Orangenschneeball-Kaktus (Rebutia)
- Fasskaktus (Ferocactus)
Expertentipp
Kakteen gehen in der kalten Jahreszeit in eine Ruhephase über. Die sinkenden Temperaturen signalisieren der Pflanze in eine Art Winterschlaf überzugehen und das Wachstum wird eingestellt. Es ist wichtig, Kakteen im Spätherbst und im Winter nicht zu gießen, denn sie können in ihrer Ruhephase Feuchtigkeit nicht aktiv aufnehmen. Kakteen reagieren auf Kälte, indem sie Feuchtigkeit aus ihren Polstern und Blättern abziehen, wodurch sie sich verfärben und faltig erscheinen. Das schützt die Zellen vor dem Einfrieren und vor Beschädigungen. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen und mehr Niederschlag fällt, erholen sich Kakteen rasch.
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