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Gemüsepflanzen

Kartoffelsorten für den Gartenanbau

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Kartoffelsorten für den Gartenanbau

Die Kartoffel ist eine alte und vielfältige Kulturpflanze. Ursprünglich stammt sie aus den Anden in Südamerika. Dort kultivierten die Inka sie bereits vor etwa 8000 Jahren. Kartoffeln unterscheiden sich in Form, Größe, Farbe und Geschmack, aber auch in ihren Kulturansprüchen. Für den Gartenanbau sind etwa 200 Sorten geeignet, die in verschiedene Reifegruppen und Kochtypen unterteilt werden.

Abhängig von der Dauer ihrer Kulturzeit werden Kartoffeln in die Reifegruppen „sehr frühreifend“, „frühreifend“, „mittelfrühreifend“ und „spätreifend“ unterteilt. Alle Pflanzkartoffeln werden zwischen Mitte April und Ende Mai ausgelegt. Die Erntezeit ist abhängig von der Sorte. Erntereif sind Kartoffeln, wenn die Schale ausreichend fest ist und sich die Knollen ohne Verletzungen leicht von den Wurzeln der Pflanzen ablösen.

Die Kocheigenschaften von Kartoffeln sind abhängig vom Stärkegehalt der Knollen. Dieser ist abhängig von der Sorte, wird aber auch vom Boden und der Düngung mit beeinflusst. Es werden „mehligkochende“, „vorwiegend festkochende“ und „festkochende“ Sorten unterschieden.

Sehr frühe Kartoffelsorten

Sehr frühe Kartoffelsorten
Sehr frühe Kartoffelsorten haben eine Reifedauer von der Pflanzung bis zur Ernte von 90 bis 110 Tagen. Diese Sorten können Sie bereits im Juni ernten. Die Frühkartoffeln haben eine sehr dünne Schale, darum sind sie nach der Ernte nur wenige Tage haltbar. Dafür müssen sie aber auch nicht geschält werden. „Annabelle“ und „Glorietta“ sind zwei sehr aromatische, festkochende Frühkartoffeln. „Bellarossa“ ist eine vorwiegend festkochende, gelbfleischige Kartoffel mit rosaroter Schale. „Sunita“ ist eine mehligkochende Sorte.

Frühe Sorten

Frühe Sorten
Frühe Sorten reifen innerhalb von 110 bis 130 Tagen und sind im Juli und August erntereif. Ihre Schale ist fester als die der sehr frühen Sorten. Diese Kartoffeln können einige Wochen gelagert werden. Bewährte Sorten sind die mehligkochende „Gunda“, die vorwiegend festkochende „Colomba“ und die festkochende „Belana“.

Mittelfrühe Sorten

Mittelfrühe Sorten
Mittelfrühe Sorten brauchen 130 bis 150 Tage zum Ausreifen. Sie werden im August geerntet und können den ganzen Winter hindurch bis ins Frühjahr gelagert werden. Die Auswahl in dieser Reifegruppe ist sehr vielfältig. „Adretta“ ist eine mehligkochende Kartoffel und schmeckt kräftig würzig. „LunaRossa“ hat eine rote Schale und gelbes, aromatischen Fleisch. Die „Blaue St. Galler“ fällt mit dunkelvioletter Schale und blau marmoriertem Fleisch auf. „Rosa Tannenzapfen“ ist eine Gourmetkartoffel mit nussig-süßem Aroma.

Späte Sorten

Späte Sorten
Haben eine Kulturdauer von 150 bis 170 Tagen. Sie werden im September und Oktober geerntet. Diese Sorten sind bis in den Frühsommer des nächsten Jahres lagerbar. Viele Sorten halten so lange, bis die ersten neuen Frühkartoffeln geerntet werden können. „Linda“ ist eine sehr bekannte, späte Speisekartoffel mit intensiver gelber Fleischfarbe. Frisch geerntet sind die Kartoffeln festkochend. Mit zunehmender Lagerung werden sie mehliger. „Laura“ ist eine rotschalige, festkochende Lagerkartoffel. Die ‚Blaue Anneliese‘ ist eine sehr späte, festkochende Kartoffelsorte mit blauer Schale und gleichmäßig dunkelblauem Fleisch.

Mehligkochende Kartoffeln

Mehligkochende Kartoffeln
Mehligkochende Kartoffeln haben einen Stärkegehalt von 14 bis 17 %. Sie werden beim Kochen weich, quellen und platzen auf. In der Konsistenz sind sie trocken und locker. Darum eignen sie sich gut als Ofenkartoffeln, für Püree, Kartoffelsuppe, Gnocchi und Knödel. Typische mehlige Kartoffeln mit gelbem Fleisch sind die früh reifende „Finka“, die mittelspäte „Bintje“ und die Lagerkartoffel „Ackersegen“. „Blauer Schwede“ ist mit dem violetten Fleisch in jedem Gericht ein Hingucker.

Vorwiegend festkochende Kartoffeln

Vorwiegend festkochende Kartoffeln
Vorwiegend festkochende Kartoffeln haben einen Stärkegehalt von 12 bis 15 %. Sie eignen sich gut als Salzkartoffeln, für Aufläufe, Rösti, Pommes Frites, Eintöpfe und Kartoffelstampf. „Laura“ ist eine aromatische Kartoffel mit roter Schale. „Anuschka“ zeichnet sich durch einen leicht nussigen Geschmack aus. Bei „Red Emmalie“ ist das Fleisch rosarot durchgefärbt.

Festkochende Kartoffeln

Festkochende Kartoffeln
Festkochende Sorten haben einen Stärkegehalt von 10 bis 13 %. Diese Kartoffeln platzen beim Kochen nicht und sind auch gegart schnittfest. Sie eignen sich besonders für Kartoffelsalate, weil sie weder in Mayonnaise noch in einem Essig-Dressing aufweichen. Sie sind außerdem ideal für Bratkartoffeln, Gratins, Wedges und Rosmarin-Kartoffeln. Eine sehr bekannte festkochende Sorte ist die aromatische „Sieglinde“. „Franceline“ ist eine sehr leckere, rotschalige Salatkartoffel mit kräftigem Kartoffelaroma. Die französische Gourmet-Kartoffel „La Ratte“ begeistert Feinschmecker mit ihrem nussigen Aroma. Sie schmeckt warm und kalt hervorragend.

Expertentipp

Im Durchschnitt isst jeder Erwachsene in Deutschland etwa 25 kg frische Kartoffeln im Jahr. Dieser Jahresbedarf kann durch eigenen Anbau vollständig gedeckt werden. Dafür reichen 6 bis 8 Quadratmeter Kartoffelbeet pro Person aus, wenn Sie Sorten aus verschiedenen Reifegruppen kombinieren. Im Sommer und Herbst können Sie Frühkartoffeln und mittelfrühe Sorten frisch aus dem eigenen Garten essen. Ab September werden dann die ersten Lagerkartoffeln reif. Die sehr späten Lagerkartoffeln sind bis zur Ernte der nächsten Frühkartoffeln haltbar.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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