Eine Kastanie selbst zu ziehen, erfordert etwas Geduld, ist jedoch einfach und kann daher ein interessantes Projekt für Kinder sein. Für die Vermehrung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen können die Kastanien aus Samen gezogen werden. Zum anderen die Bewurzelung von Stecklingen. Beide Varianten haben Vorzüge und Nachteile.
Keimung von Kastanien
Wenn im Herbst die Kastanien auf den Boden fallen, können einige der Samen aufgesammelt und bereits nach kurzer Zeit zur Keimung gebracht werden. Wer die Kastanien bereits im späten Herbst vorbereitet und sie über den Winter hinweg keimen lässt, erzeugt einen entscheidenden Vorteil für die Gewächse. Denn die Jungpflanzen haben im folgenden Frühjahr einen gewaltigen Wachstumsvorsprung gegenüber anderen Samen, die erst noch keimen müssen. Sie können dadurch deutlich zeitiger ins Freiland gepflanzt werden, hier bis zum Herbst anwachsen und sich auf den Winter vorbereiten.
Ein Nachteil der Vermehrung über Samen ist allerdings, dass sie nicht sortenrein sind. Sie bestehen immer aus dem Erbmaterial von zwei Bäumen und es ist in jedem Fall unklar, welche Eigenschaften sich durchsetzen.
Vermehrung über Stecklinge

Anders als bei den Samen bleibt die Sortenreinheit bei der Verwendung von Stecklingen erhalten. Das Vorgehen gestaltet sich einfach, ist aber ebenfalls nicht immer von Erfolg gekrönt. Zudem kann die Gewinnung von Stecklingen schwierig sein, wenn es sich um größere und höhere Bäume handelt.
Stecklinge bewurzeln – Schritt für Schritt
Das Vorgehen
Stecklinge gewinnen
Im Frühjahr nach dem ersten Austrieb können die Kopfstecklinge abgeschnitten werden. Sie sollten 20 bis 30 Zentimeter lang und gut beblättert sein. Für das Schneiden sollte ein scharfes Messer oder eine scharfe Schere mit sauberen Klingen zum Einsatz kommen.
Blätter entfernen
Bis auf die obersten vier bis fünf Blattpaare werden alle Blätter abgeschnitten. Das spart die Kräfte des Stecklings und regt ihn zu einem neuen Austrieb an.
In Substrat einbringen
Der Steckling wird fünf Zentimeter tief in nährstoffarmes Substrat gesteckt. Er sollte von selbst stabil stehen bleiben. Notfalls muss die Erde etwas fester gedrückt oder ein Pflanzstab verwendet werden.
Angießen
Die Erde sollte während der Bildung der Wurzeln stets leicht feucht sein, nur Staunässe ist zu vermeiden.
Topfkultur
Für das erste Jahr empfiehlt sich die Kübelkultur. Hierdurch kann die Jungpflanze von Frühling bis Herbst im Freien stehen und in der kalten Jahreszeit geschützt werden.
Überwinterung
Es reicht ein kühler, heller Raum für die Überwinterung im Haus. Ein unbeheiztes Treppenhaus oder ein frostfreier Keller mit Fenstern bieten sich an.
Auspflanzen
Im nächsten Frühling nach dem letzten Frost können die Jungpflanzen im Garten eingepflanzt oder in einen größeren Kübel gesetzt werden. Eine Gabe von verrottetem Kompost im Pflanzloch oder -gefäß sorgt für notwendige Nährstoffe.
Expertentipp
Die Schnittfläche und das untere Ende des Stecklings mit Bewurzelungspulver zu versehen kann die Ausbildung von Wurzeln beschleunigen und die Chancen für ein schnelles Anwachsen erhöhen. Unbedingt notwendig ist der Einsatz nicht. Die Anwendung ist jedoch leicht und hat einige Vorzüge.
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