Den Boden im Garten kann man sich nicht aussuchen. Oft führt das zu Enttäuschung bei Gartenfreunden, die in einer Region mit lehmigem Boden leben. Doch viele Pflanzen fühlen sich gerade auf Lehmboden besonders wohl und gedeihen prächtig, solange für ausreichende Drainage und den richtigen pH-Wert gesorgt ist. Doch wie bereitet man den Boden richtig auf die Bepflanzung vor?
Im Herbst umgraben
Das Hauptproblem mit Lehmboden ist, dass er sich mit der Zeit verdichtet und dann überflüssiges Wasser nicht mehr versickern lässt. Dann kommt es nach Regen leicht zu Staunässe, die die Wurzeln der Pflanzen verfaulen lässt. Eine einfache Methode, dagegen vorzubeugen, ist den Boden regelmäßig aufzulockern. Das kann man tun, indem man ihn einmal im Jahr kräftig mit dem Spaten umgräbt. Graben Sie dazu mindestens 20 cm tief, auch wenn es auf dem harten Boden schwer fällt. Der günstigste Zeitpunkt für die Maßnahme ist der Herbst, wenn die Pflanzen in den Beeten verblüht sind und viele von ihnen ohnehin entfernt werden müssen. Zudem dringt beim Umgraben auch Wasser tiefer in den Boden ein. Sobald es dann im Winter gefriert, dehnt es sich aus und lockert den Boden weiter.
Den Boden mit Kompost oder Sand versetzen

Beim Umgraben kann man den Boden auch gleich verbessern, indem man Kompost in die oberste Erdschicht mischt. Das lockert den Lehm auf, schafft Hohlräume und reichert den Boden zugleich mit wertvollen Nährstoffen an. Allerdings ist es nicht bei jeder Pflanzenart ratsam. Für Arten, die nährstoffarme Böden bevorzugen, ist es daher besser, statt Kompost groben Sand oder Kies zu wählen. Er ist stark durchlässig und fördert daher das Ablaufen des Wassers, ohne die Pflanzen zu überfüttern. Ziehen Sie ihn etwas weiter unten als den Kompost als Drainageschicht ein. Hat der Boden einen hohen Tongehalt, zahlt es sich oft auch aus, beides zu kombinieren.
Humus aufschütten

Wer bereits im Herbst umgegraben hat, kann im Frühjahr auch eine Schicht Humus über dem Lehmboden auftragen. Auch sie ist reich an Nährstoffen. Zudem wärmt sie den oft noch harten Lehmboden und lässt ihn früher bepflanzbar werden. Sie fördert aber den Wasserablauf nicht und sollte daher nicht auf nicht umgegrabenem Lehmboden verwendet werden.
Den pH-Wert prüfen
Ein weiteres häufiges Problem bei Lehmboden ist, dass er mit der Zeit Kalk verliert und dadurch sein pH-Wert absinkt. Überprüfen Sie das, wenn Sie merken, dass Ihre Pflanzen plötzlich weniger gut gedeihen und führen Sie dem Boden Kalk zu, falls der Wert unter 5,5 gesunken ist. Bedenken Sie dabei aber, dass manche Pflanzenarten einen niedrigen oder höheren pH-Wert bevorzugen oder empfindlich auf eine plötzliche Änderung reagieren und setzen Sie diese Maßnahme entsprechend vorsichtig.
Expertentipp
Nicht überall im Garten, möchte man jedes Jahr umgraben. Wenn Sie ihren Rasen nicht immer wieder zerstören wollen, um den Boden darunter umgraben zu können, sollten Sie gleich bei der Erstanlage des Gartens eine Drainageanlage einbauen. Ist Ihnen das zu teuer, können Sie aber auch einen Aerator anschaffen und den Rasen zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, aerifizieren. Diese Methode verzögert die Verdichtung des Lehmbodens allerdings nur. Nach einigen Jahren werden Sie den Boden daher trotzdem umgraben und den Rasen danach neu anlegen müssen.
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