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Mandelbäumchen richtig schneiden

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Mandelbäumchen richtig schneiden

Mit seiner zauberhaften Blütenpracht in zartem Rosa gehört das Mandelbäumchen zu den Gewächsen, die jedes Jahr aufs Neue den Frühling ankündigen. Auf Mallorca ist die Mandelblüte ein wahrer Touristenmagnet, aber auch in heimischen Gärten ist der ursprünglich aus China stammende Strauch, der zu den Rosengewächsen gehört, äußerst beliebt. Hierzulande trifft man zumeist die Ziervariante Prunus triloba mit ihren üppig gefüllten Blüten an, die nicht mit dem Echten Mandelbaum (Prunus dulcis) verwechselt werden sollte, deren schmackhafte und gesunde Früchte eine beliebte Backzutat und die Grundlage für leckeres Marzipan sind. Die Ziervariante setzt dagegen nur selten Früchte an.

Warum sollte man Mandelbäumchen beschneiden?

Warum sollte man Mandelbäumchen beschneiden
Obwohl Mandelbäumchen in der Regel auch ohne regelmäßigen Schnitt gut gedeihen, bietet es einige Vorteile, sich diese Arbeit zu machen. Unbeschnitten wächst der Strauch auf natürliche Weise, abhängig von den herrschenden Licht- und Windverhältnissen, die die Wuchsrichtung vorgeben. Dabei können durchaus attraktive Formen und üppige Büsche entstehen, aber der natürliche Wuchs ist nicht jedermanns Sache. Wer also die Form seines Prunus triloba selbst bestimmen möchte, sollte öfter mal zur Gartenschere greifen. Ein Rückschnitt sollte aber nicht nur aus optischen Gründen erfolgen, er trägt auch zu einer reicheren Blüte, einem dichteren Blattwerk und einer längeren Lebensdauer des Mandelbäumchens bei. Zudem befördert er die Gesundheit der Pflanze. Diese ist zwar relativ resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten, trotzdem tritt hin und wieder ein Befall auf. Hier ist insbesondere die Monilia-Krankheit, die oft auch als Spitzendürre bezeichnet wird, zu nennen, bei der die Pflanze von dem gleichnamigen Pilz befallen wird, der sie stark schädigt. Dies tritt besonders häufig auf, wenn das Blattwerk zu dicht ist. Durch einen Schnitt werden befallene Triebe entfernt und dem Befall vorgebeugt.

Das richtige Schneidewerkzeug

Das richtige Schneidewerkzeug
Es gibt also einige gute Gründe dafür, Mandelbäumchen regelmäßig zurückzuschneiden. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten, damit man der Pflanze keinen Schaden zufügt. Dazu gehört vor allem das richtige Werkzeuge, denn mit einer stumpfen Gartenschere oder Baumsäge läuft man Gefahr die Triebe eher zu zerquetschen als zu schneiden. Die dadurch verursachten Wunden heilen meist nur langsam und bieten zudem Pilzbefall eine willkommene Angriffsfläche. Scharfes Werkzeug ist also ein Muss. Für jüngere Triebe eignet sich am besten eine Rosenschere, während für dickere Zweige und Äste Astscheren und Baumsägen die geeignetsten Werkzeuge sind. Die Geräte müssen vor dem Gebrauch gründlich gereinigt und mit 70 prozentigem Isopropanol, einem Desinfektionsmittel oder einer Flamme desinfiziert werden, um Keime und Krankheitserreger, die darauf haften können, zu entfernen.

Die verschiedenen Schnittarten

Die verschiedenen Schnittarten

1. Der Erziehungsschnitt

Beim Schneiden von Mandelbäumchen unterscheidet man verschiedene Schnittarten, die unterschiedlichen Zielen dienen. Da ist zunächst der sogenannte Erziehungsschnitt, der Fehlentwicklungen beim Wuchs der Pflanze verhindern und zur Bildung einer schönen, vollen Krone und einer ansprechenden Form anregen soll. Möchte man den Baum bzw. Strauch zu mehr Höhenwachstum animieren, werden die Seitentriebe beschnitten, während man mehr Breite durch das Kürzen der Zweige in der Höhe erreicht. Dazu einfach die Zweige auf die gewünschte Länge zurückschneiden. Soll nur eine bereits angelegte Form erhalten bleiben, werden ausschließlich die herausragenden Triebe gekürzt. Auch die Entwicklung des Baumes zum Hochstamm erreicht man durch den Erziehungsschnitt. Hierzu werden alle überflüssigen Stämme und Zweige, die unterhalb der gewünschten Kronenhöhe wachsen, entfernt. Die oberen Triebe werden im ersten Jahr um circa ein Drittel gekürzt, während in den Folgejahren nur noch die Spitzen beschnitten werden, um eine dichte Krone zu erzielen.

2. Der Gesundheitsschnitt

Der Gesundheitsschnitt kommt immer dann zum Einsatz, wenn das Mandelbäumchen von Schädlingen oder einer Krankheit befallen ist. Er dient dazu, akut befallene Teile zu entfernen und die Selbstheilungskräfte der Pflanze zu stärken. Wenn man einen Befall bemerkt, ist es wichtig, sofort zu handeln und alle befallenen Triebe großzügig zu entfernen, wobei man bis ins gesunde Holz schneiden muss, sodass eine grüne Schnittfläche erscheint. Ist der Befall sehr stark, muss die Pflanze um mindestens ein Drittel zurückgeschnitten werden.

3. Der Verjüngungsschnitt

Der Verjüngungsschnitt findet bei älteren Mandelbäumchen Verwendung, deren Entwicklung aufgrund ihres Alters nur noch langsam vonstattengeht. Indem man die ältesten Triebe bis kurz über dem Boden abschneidet, erhält der Strauch neue Energie, treibt neu aus und bildet wieder vermehrt Blüten. Neue Triebe sollten so gekürzt werden, dass nur noch wenige Augen sichtbar sind. Die Krone der Pflanze wird zudem großzügig ausgedünnt, um Pilzbefall zu verhindern.

4. Der Radikalschnitt

Bei falscher Pflege oder wenn zu selten beschnitten wurde, kann es vorkommen, dass das Mandelbäumchen keine neuen Triebe und Blüten mehr bildet oder sogar ein Absterben der gesamten Pflanze droht. Dann hilft oft nur noch ein Radikalschnitt, bei dem alle Hauptäste bis auf 2 cm eingekürzt werden. Drei bis fünf Leitäste werden dabei stehen gelassen. Damit das Wasser besser ablaufen kann, sollte man beim Schneiden schräg ansetzen. Zum Schutz werden größere Schnittwunden mit Wachs bzw. Holzkohlepulver versiegelt. Der Radikalschnitt darf nur an frostfreien, trockenen Tagen durchgeführt werden, damit die Wunden optimal heilen können.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Der richtige Zeitpunkt zum Schneiden von Prunus triloba ist von der jeweiligen Schnittart abhängig. Während der Formschnitt zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden kann, sollte der Radikalschnitt erst nach den Eisheiligen im Mai erfolgen, wenn keine Frosttage mehr zu erwarten sind. Der Verjüngungsschnitt wird in die Zeit nach der Blüte gelegt, während ein Gesundheitsschnitt immer sofort beim Erkennen des Befalls erledigt werden muss, um den Strauch zu erhalten.

Expertentipp

Übrigens sollte man beim Schneiden von Mandelbäumchen nicht zu zaghaft vorgehen. Die Pflanze ist sehr robust und kann einen kräftigen Rückschnitt gut vertragen. Lieber etwas mehr abschneiden als zu wenig, denn das sorgt für eine bessere und kräftigere Entwicklung der Pflanze und eine reiche Blütenbildung.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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