Primeln (Primula) gehören zur Ordnung der Heidekrautartigen. Die Bezeichnung bedeutet soviel wie ‘die Erste’, denn sie gehören zu den ersten blühenden Pflanzen des Jahres und bahnen sich ihren Weg durch Schnee, um ihre schönen Blüten zu zeigen. Im Volksmund werden Primeln auch als Schlüsselblumen bezeichnet.
Es gibt etwa 500 verschiedene Arten, die überwiegend auf der nördlichen Halbkugel zu finden sind. Einige Sorten sind mehrjährig und winterhart. Um welche es sich dabei handelt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Bunte Vielfalt im Frühlingsgarten
Primeln sind vielfältig und bunt. Im Fachhandel werden ab dem zeitigen Frühjahr zahlreiche Züchtungen mit Zierrändern, Streifen und gefüllten Blüten angeboten.
Winterharte Primeln stammen aus Europas sowie Asiens Hochgebirgen und sind an Kälte gewöhnt. Mit leichten Frösten kommen sie gut zurecht, sinken die Temperaturen unter -5 Grad Celsius, wird es auch für diese Sorten kritisch. Die Rhizome halten niedrigen Temperaturen stand, die Blütenbildung, die bereits im Winter einsetzt, wird durch Frost jedoch gestört. Das Aufbringen einer schützenden Schicht bestehend aus Moos, Laub oder Tannenzweigen ist bei eisigen Temperaturen daher unerlässlich.
Kissenprimeln
Zu den beliebtesten, frostharten Arten gehören die sogenannten Kissenprimeln. Es handelt sich dabei um Primula vulgaris Hybriden. Sie werden in zahlreichen Farben angeboten und können bereits im Februar oder März ins Freie gepflanzt werden. Ihre Blüten sind nahezu stängellos, wodurch sie ihren Namen erhalten haben. Kissenprimeln sind durch die Kreuzung von Primula vulgaris mit Echten oder Hohen Schlüsselblumen entstanden.
Die gefüllte und farbintensive Sorte Belarina gehört ebenfalls zu den Kissenprimeln. Sie besitzen rosettenartige Blüten, die in zahlreichen Varianten und Farben wie Gelb, Pink, Blau und Dunkelrot angeboten werden. Die Sorte Belarina ist winterhart und wintergrün. Sie eignet sich hervorragend zur Bepflanzung von Kübeln und wird im Handel oft als Rosenprimel angeboten, diese Bezeichnung ist jedoch irreführend.
Rosenprimeln
Rosenprimeln (Primula rosea) sind sommergrüne und ausdauernde Stauden mit 15 bis 20 Zentimeter hohen Stängeln und doldigen Blütenständen, an denen bis zu 12 karmesinrote Blüten sitzen. Die Blüten erscheinen früh im Jahr, oft bereits vor den Blättern. Rosenprimeln stammen ursprünglich aus dem westlichen Himalaya und bevorzugen feuchte Standorte.
Echte Schlüsselblumen
Echte Schlüsselblumen (Primula veris) wachsen auch in unseren Breiten als Wildstauden in freier Natur und sind deshalb gut an das vorherrschende Klima angepasst. Die Blüten erstrahlen in einem tiefgelben Farbton und wachsen aus einer Blattrosette an hohen, leicht behaarten Stängeln, aufrecht oder nickend. Die Anordnung der Blüten erinnert an Schlüssel bzw. an einen Schlüsselbund. Hohe Schlüsselblumen (Primula elatior) sehen ähnlich aus, bilden jedoch höhere Blütenschäfte.
Kugelprimeln
Kugelprimeln (Primula denticulata) gibt es in zahlreichen Varianten. Sie bilden doldige, kugelige Blütenstände mit ursprünglich purpurfarbenen Blüten und bis zu 30 Zentimeter hohen, behaarten Blütenschäften. In ihrer asiatischen Heimat gedeihen sie auf feuchten Böden in Höhenlagen bis zu 4.000 Metern.
Etagen-Primeln
Etagen-Primeln (Primula x bullesiana) sind Hybriden, gezüchtet aus zwei ursprünglich in Südchina beheimateten Arten. Ihre gelb, orange, violett, rosa oder rot gefärbten Blüten stehen an hohen Stängeln etagenartig übereinander. Sie blühen spät, meist ab Juni, und bevorzugen ebenfalls feuchte Standorte.
Expertentipp
Winterharte Primeln bevorzugen im Frühjahr eher sonnige Standorte, im Sommer sind halbschattige Plätze jedoch besser geeignet. Aus diesem Grund wird angeraten, Primeln in die Nähe von hochwachsenden Stauden oder Gehölzen zu pflanzen, die ihr Laub im Herbst abwerfen. Dann stehen sie im Frühling an einem sonnigen und im Sommer an einem halbschattigen Standort.
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