Rosmarin erinnert an Urlaub, riecht nach Italien und schmeckt nach Süden. Vermutlich ist der kleine Halbstrauch deshalb so beliebt und in jedem Kräuterbeet vertreten.
Wer in seinem Garten eine gesunde Rosmarinpflanze stehen hat, kann diese recht einfach durch Stecklinge vermehren.
Hierbei gibt es ein paar kleine Dinge zu beachten. Schließlich soll die Wurzelbildung möglichst schnell erfolgen, und die Stecklinge nicht vertrocknen, bevor sie Wurzeln ansetzen können.
Der richtige Schnitt
Schneiden Sie nach der Blüte mit einem Messer sogenannte Kopfstecklinge. Dies sind die oberen fünf bis zehn Zentimeter eines kräftigen Zweiges. Wählen Sie einen Haupttrieb, dieser entwickelt sich in der Regel besser als kleinere Seitentriebe. Er sollte kräftig und nicht weich sein, und achten Sie darauf, dass er in der Spitze nicht verholzt ist.
Wichtig ist, mit einer scharfen Klinge zu schneiden. So vermeiden Sie Quetschungen an der Schnittstelle, die später zu Fäulnis führen könnten.
Wie werden die Stecklinge optimal versorgt?

Die Stecklinge werden anschließend in ein passendes Gefäß gesetzt. Für einen einzelnen Steckling reicht ein Einmach- oder Marmeladenglas. Für mehrere Stecklinge ist ein Minigewächshaus für die Fensterbank sehr praktisch. Nutzen Sie für Ihre Stecklinge Anzuchterde aus dem Handel. Dabei handelt es sich um ein Substrat, das optimal auf den erhöhten Sauerstoffbedarf bei der Vermehrung ausgerichtet ist, krankheitsfrei sowie salz- und nährstoffarm ist.
Die Stecklinge dürfen nur so weit in die Anzuchterde gebracht werden, dass sie von alleine stehen bleiben und standfest sind. Ansonsten wäre die Sauerstoffversorgung nicht gegeben und die neuen Wurzeln könnten faulen.
Wie viel Wasser wird benötigt?

Da Stecklinge keine eigenen Wurzeln haben und nur schlecht Wasser aufnehmen können, ist es wichtig darauf zu achten, dass sie nicht zu viel Wasser über die Blätter abgeben. Dies können Sie verhindern, indem Sie die Feuchtigkeit in der Luft relativ hoch halten. Feuchten Sie zunächst die Erde gut an, und geben Sie dann eine kleine Abdeckung wie einen Folienbeutel (gestützt von kleinen Holzspießen) über ihr Anzuchtgefäß. Stellen Sie die Stecklinge anschließend an einen hellen, kühlen Ort.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob die Erde noch leicht feucht ist und sorgen so für einen Luftaustausch. Nach ein paar Wochen werden die Stecklinge gesunde und kräftige Wurzeln gebildet haben. Sie können dann den neuen Rosmarin langsam an die Raumtemperatur gewöhnen und die Abdeckung für einen immer längeren Zeitraum weglassen.
Expertentipp
Behandeln Sie vor dem Einpflanzen die Schnittstellen mit natürlichen Bewurzelungspulver aus Algenmehl, aus dem Gartencenter oder ihrer Gärtnerei. Sie können es direkt auf die Enden ihrer Stecklinge geben, oder ein wenig in die Pflanzlöcher streuen. Dadurch wird das Wurzelwachstum beschleunigt und das Risiko beim Anwachsen verringert.
Häufig gestellte Fragen
Welche Sorten eignen sich um Stecklinge zu nehmen?
Generell lässt sich sagen, dass nicht jede Rosmarin-Sorte winterhart und wüchsig ist. Bei robusten Sorten wie:
- 'Arp'
- 'Hill Hardy'
oder
- 'Blauer Toskaner'
sind die Bedingungen für Stecklinge besser als bei anfälligen Sorten.
Meine Stecklinge werden braun, was habe ich falsch gemacht?
Eventuell sitzen die Stecklinge zu tief und mit Blättern in der Erde. Alles, was zu Fäulnis im Substrat führen könnte, wie zusätzliche Blätter, sollten Sie abnehmen, und die Stecklinge nicht zu tief in die Erde bringen.
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