Schlehen (Prunus spinosa), auch Schwarzdorn oder Schlehdorn genannt, sind eine heimische Wildpflaumen-Art, die sich perfekt für eine naturnahe und ökologische Gartengestaltung eignet. Im Frühjahr schmücken sich die dornigen Sträucher mit einer Vielzahl kleiner weißer Blüten, in denen nützliche Insekten Nahrung finden. Für Vögel bieten die dicht wachsenden Zweige hingegen zahlreiche Nistmöglichkeiten.
Die schwarz-violetten Früchte sind eine wertvolle Futterquelle für Gartenvögel. Darüber hinaus lassen sie sich zu Marmelade, Sirup und Likör verarbeiten. Alles über den richtigen Beschnitt von Schlehen erfahren Sie in diesem Beitrag.
Allgemeine Hinweise
Ob ein Beschnitt notwendig ist, hängt vom Platzangebot am Standort, der Art der Pflanzung sowie von ästhetischen Gesichtspunkten ab.
Schlehen können sowohl als Solitärgehölze als auch zur Gestaltung von Hecken eingesetzt werden. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist in beiden Fällen nicht zwingend nötig. Ist ausreichend Platz vorhanden, kann man die robusten Sträucher wachsen lassen. Da Schlehen über einen gewissen Zeitraum hinweg dichte, ausladende Büsche mit Wuchshöhen von bis zu vier Metern bilden können, ist es bei beschränkten Platzverhältnissen sinnvoll, den Wuchs einzudämmen. Exemplare, die nicht geschnitten werden, neigen aufgrund von Lichtmangel dazu, von innen heraus zu verkahlen.
Wer sich besonders große Früchte wünscht, sollte Schlehen ebenfalls zurückschneiden. Dabei ist es wichtig, sie von innen heraus auszudünnen, sodass die Früchte im Inneren genügend Sonnenlicht erhalten.
Optimaler Zeitpunkt für den Beschnitt

Die ideale Zeit für Schnittmaßnahmen ist das Frühjahr sowie der Herbst. Im Frühling sollten Schnittmaßnahmen unmittelbar nach der Blütezeit erfolgen. Kontrollieren Sie die Gehölze zuvor auf Vogelnester. Nisten Vögel in den Sträuchern, sollten Sie mit dem Beschnitt warten, bis die Jungtiere ausgeflogen sind.
Umfangreiche Rückschnitte sollten vorzugsweise im Frühjahr durchgeführt werden. Beachten Sie allerdings, dass Schnittmaßnahmen, die über einen mäßigen Form- oder Pflegeschnitt hinausgehen, aus Gründen des Naturschutzes nur zwischen dem 30. September und dem 1. März erlaubt sind.
Wählen Sie für die Maßnahmen einen trockenen und sonnigen Tag. Bei warmem, niederschlagsfreiem Wetter trocknen die Schnittflächen schneller ab, wodurch schädlichen Keimen das Eindringen erschwert wird. Bei Frost oder regnerischem Wetter sollten Sie nicht zur Schere greifen.
Schnittanleitung

Dürfen Schlehen nicht wild wachsen, empfiehlt es sich, in den ersten drei bis fünf Standjahren regelmäßig einen Erziehungsschnitt durchzuführen. Vor dem ersten Erziehungsschnitt werden zunächst fünf bis sieben kräftige Bodentriebe als Grundgerüst ausgewählt. Sie verbleiben an den Pflanzen und werden nicht beschnitten, während man einmal pro Jahr alle anderen Bodentriebe entfernt.
Bei den darauffolgenden Erhaltungsschnitten werden alle ein bis zwei Jahre zu dicht stehende Zweige, nach innen wachsende Äste sowie sich überkreuzende Triebe ausgeschnitten.
Geht es hauptsächlich darum, den Ertrag und die Fruchtqualität zu steigern, genügt es, die Sträucher alle drei Jahre auszulichten und zu verjüngen. Dabei entfernt man neben einem Großteil der älteren Triebe auch nach innen ragende und quer wachsende Triebe.
Bei verkahlten und stark verwilderten Schlehen kann zur Verjüngung ein radikaler Rückschnitt vorgenommen werden. Dafür schneidet man die Gewächse vollständig auf eine Höhe von 20 Zentimetern über dem Boden zurück.
Expertentipp
Verwenden Sie stets gut geschärftes Werkzeug. Eine stumpfe Schere quetscht das Pflanzengewebe und schafft Eintrittspforten für Pilze und Bakterien, während glatte Schnittflächen schneller heilen. Um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern, sollte das Schnittwerkzeug zudem vor jedem Einsatz desinfiziert werden.
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