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Schädlinge

Schneeballblattkäfer bekämpfen

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Schneeballblattkäfer bekämpfen

Von Weiß über Cremefarben bis hin zu Zartrosa – eine farbenreiche Blütenpracht schmückt die Schneeballpflanze übers Frühjahr und verwandelt die unscheinbare Gartenhecke in einen imposanten Blickfang. Die Zierstrauchgattung umfasst zahlreiche verschiedene Arten, doch sie alle haben eines gemein: Sie alle sind zierliche Gewächse, die anfällig für einen Schädlingsbefall sind. Schädlinge wie der Schneeballblattkäfer richten häufig massive Fraßschäden an den Pflanzen an und vermehren sich ungestört in rasantem Tempo.

Schneeballblattkäfer – Merkmale und Lebensweise

Schneeballblattkäfer - Merkmale und Lebensweise
Die Größe der Schneeballblattkäfer beläuft sich als Imagines nur auf wenige Millimeter. Dennoch verzehren die ausgewachsenen Käfer große Mengen an Pflanzenmaterial. Der natürliche Lebenszyklus des Schneeballblattkäfers beginnt im Spätsommer, wenn weibliche Käfer Löcher in Zweige und Triebe bohren und ihre Eier in die geschützten Stellen legen. Die Ablagestellen verklebt das Weibchen zum Schutz vor räuberischen Insekten und Nützlingen gründlich. Jedes weibliche Exemplar kann mehrere hundert Nachkommen zeugen, was zu einem explosiven Populationswachstum innerhalb weniger Generationen führt. Ebenso gravierend ist der entstehende Schaden. Der Schlupf erfolgt jeweils im Frühling. Es vergeht keine Zeit, bis die gefräßigen Larven sich über die schutzlosen Zierpflanzen hermachen und Blätter sowie junge Triebspitzen vernichten.

  • Käfer besitzen eine Größe von etwa 6 Millimetern
  • Der Körper ist oval und hellbraun gefärbt
  • Die Fortpflanzung erfolgt zum Herbstanfang
  • Käfer fressen bis zum Herbstanfang
  • Fraßspuren sind deutlich erkennbar und schwächen die Pflanzen

Larven – Eigenschaften

Larven - Eigenschaften
Von April bis Mai schlüpfen die vorerst winzigen Raupen und entspringen den Eiablagestellen in den Trieben und Zweigen. Dank ihres unersättlichen Hungers richten sie unansehnliche Schäden an den Sträuchern an. Vorwiegend Triebspitzen, junge Zweige und Blätter sind hiervon betroffen. Ein zu starker Befall etwa durch ein hohes Aufkommen an Schneeballblattkäfern im Vorjahr kann zu einem kompletten Tod der befallenen Gewächse führen. Da kaum Zeit zwischen dem Schlupf und der Schädigung der Pflanze vergeht, gilt es rasch und zeitnah zu handeln.

  • Larven besitzen eine Größe von etwa 8 Millimetern
  • Der Körper ist länglich, gelbgrün gefärbt und schwarz gefleckt
  • Sie ist mit zahlreichen Warzen übersäht
  • Drei Beinpaare befinden sich im Brustbereich
  • Verpuppung erfolgt gegen Anfang Juli knapp 5 Zentimeter unter der Erdoberfläche
  • Imagines schlüpfen zwischen Juli bis August aus ihren Kokons

Symptome eines Befalls

Symptome eines Befalls
Es gibt zahlreiche Indikatoren, die einen Befall durch Schneeballblattkäfer und deren Larven kennzeichnen. Als eindeutiges und erstes Anzeichen machen sich Fraßschäden an den Pflanzen bemerkbar. Betroffen sind in erster Linie junge Blätter, aber auch löchrige Zweige und Triebe dienen als erste Indizien. Ist die Population zu groß und der Befall stark fortgeschritten, lässt die Pflanze ihr kahlgefressenes Laub fallen und geht letztlich ein. Haben sich die Schädlinge an der Schneeballpflanze sattgefressen, breiten sie sich auf umliegende Zierpflanzen aus, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Folgende Symptome können auf einen Befall durch den Schneeballblattkäfer hinweisen:

  • Fraßschäden treten meist schon im Mai auf
  • Befallen sind Triebspitzen und das Blattgewebe zwischen den Äderchen
  • Raupen fressen an den Unterseiten der Blätter
  • Nicht vollständig skelettierte Blätter verfärben sich und sterben ab
  • Ab Herbst befinden sich Eier in etwa 3 Millimeter tiefen Eiablagestellen in Zweigen und Trieben

Schneeballblattkäfer bekämpfen

Ein Befall durch Schneeballblattkäfer lässt sich nicht immer komplett verhindern, doch lassen sich die Schäden an Zierpflanzen drastisch einschränken. Je früher Maßnahmen zur Bekämpfung erfolgen, desto eher lässt sich die Population im Keim ersticken. Chemische Mittel sind für den Privatanwender nicht gestattet. Stattdessen haben sich zahlreiche Spritzmittel gegen saugende Insekten bewährt. Erhältlich sind jene im Gartencenter und Fachhandel. Da sich auch Bienen an den üppigen Blüten der Schneeballpflanze laben, sollte das Spritzmittel selbstverständlich bienenverträglich sein. Neben dem einfachen Absammeln von Raupen per Hand und dem Abspritzen der Pflanzen mit einem scharfen Wasserstrahl, lohnt sich in Extremfällen das Ausbringen von Präparaten mit dem hocheffektiven Wirkstoff Pyrethrum. Darüber hinaus besitzen der Schneeballblattkäfer und seine Larven zahlreiche Fressfeinde. Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer haben es auf die Larven und Eier des Schneeballblattkäfers abgesehen und helfen auf ökologische Weise, die Population einzudämmen.

Vorbeugung

Als geeignete Maßnahme zur Prophylaxe bietet sich ein kräftiger Rückschnitt der Gewächse an. So lassen sich nachhaltig Eiablagestellen und Nester entfernen. Auch die Anbringung verschiedener Barrieren, etwa von Leimringen, kann die Fortbewegung der Larven und Käfer massiv einschränken und erschwert vollgefressenen Larven das Abwandern zur Verpuppung in den Boden. Sich im Erdreich befindende Larven lassen sich durch die leichte Bearbeitung des Bodens zerstören. Grundsätzlich bestehen weitere Vorbeugemaßnahmen aus der Stärkung der Pflanze durch eine optimale Pflege und Düngung. Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Rückschnitt der jungen Zweige und Triebe im Herbst
  • Das Anbringen von Leimringen
  • Bearbeitung des Bodens zwischen Juni und Juli tötet vergrabene Larven und Puppen
  • Pflanzenschutzmittel stärken die Widerstandskraft der Pflanze gegen Schädlinge

Expertentipp

Als natürliche und besonders schonende Methode zur Bekämpfung eines Befalls eignet sich ein selbstgemachter Brennnesselsud sowie eine Schmierseifenlösung. Beide Spritzmittel sind bei den Raupen besonders unbeliebt und vertreiben sowohl ausgewachsene Schneeballblattkäfer als auch seine Larven. Damit der Einsatz von Spritzmitteln aus Schmierseife und Brennnesselsud erfolgreich verläuft, muss eine gewisse Stetigkeit und Kontinuität gegeben sein. Der Einsatz sollte daher über einen längeren Zeitraum nahezu täglich erfolgen. Die Lösung aus Brennnesseln und Schmierseife ist ökologisch hergestellt und vollkommen unbedenklich für die Flora und Fauna im heimischen Garten. Herstellen lässt sich das Spritzmittel günstig, schnell und unkompliziert.

  • 1. Schmierseife in lauwarmem Wasser lösen
  • 2. Frische Brennnesseln mit kochendem Wasser übergießen
  • 3. Den Sud etwa einen Tag ziehen lassen
  • 4. Festes Pflanzenmaterial aus dem Sud herausfiltern
  • 5. Beide Spritzmittel großflächig in kurzen Zeitabständen auf Zweige, Triebe und Blätter spritzen

Das Nesselgift im Brennnesselsud tötet die Larven und Käfer gezielt und wirksam ab, während sich die Schmierseife als feiner Film über die Käfer und Raupen legt und sie erstickt. Für einen Liter Brennnesselsud werden etwa zwei Handvoll Kräuter benötigt. Für einen Liter Seifenlösung werden knapp 50 Gramm Kernseife benötigt.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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