In vielen Regionen gedeihen Weinreben auch im Garten prächtig. Nicht nur optisch passen sie in viele Gartenanlagen und sorgen für ein mediterranes Flair, auch in kühleren Gebieten kann sich die Ernte oftmals sehen lassen.
Wer erst einmal eine Weinrebe angepflanzt hat, hat schnell den Wunsch nach mehr. Die Vermehrung von Weinreben durch Stecklinge ist grundsätzlich gar nicht so schwer, doch nicht überall ist diese Vermehrungsart uneingeschränkt erlaubt.
Vorsicht in Weinbaugebieten
In Deutschland gibt es verschiedene Weinbaugebiete mit einem milden Klima und vielen Sonnentagen. Dort gedeiht die Weinrebe so gut, dass sie auch kommerziell angepflanzt wird. Doch genau in diesen klimatisch idealen Regionen ist die Vermehrung von Weinreben durch Stecklinge nur dann erlaubt, wenn die Stecklinge ausschließlich von veredelten Reben gewonnen werden. Die genauen Regelungen zur Vermehrung sind in der sogenannten Reblausverordnung im BGB festgeschrieben.
Grund dafür ist ein gefürchteter Schädling, der vorzugsweise Weinreben befällt – die Reblaus. Bevor die Vermehrung von Reben gesetzlich eingeschränkt wurde, hat der Schädling zum Teil verheerende Schäden angerichtet und dabei ganze Ernten zerstört.
In Weinbaugebieten gilt die Reblausverordnung auch für Hobbygärtner, sodass vor der Entnahme von Stecklingen sichergestellt sein muss, dass die Mutterpflanze eine veredelte Rebe ist. Verstöße gegen die Reblausverordnung können teils erhebliche Strafen zufolge haben.
Außerhalb der Weinbaugebiete gilt die Reblausverordnung nicht. Um der gefürchteten Reblaus jedoch keine Chance zu geben, sollten auch hier nur veredelte Reben zur Stecklingsvermehrung genutzt werden. Neuere Sorten sind in der Regel immer veredelt. Eine mögliche Vermehrung sollte daher schon beim Kauf der ersten Weinreben eingeplant und eine neue Rebsorte ausgewählt werden.
Stecklinge schneiden
Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge zu schneiden ist der Spätsommer oder der frühe Herbst. Ideal ist es, wenn die Stecklinge Ende August bis Anfang September geschnitten werden.
Stecklinge werden grundsätzlich nur von den diesjährigen Trieben entnommen. Dabei sollten nur die am besten entwickelten Stecklinge geschnitten werden.
Ideal sind Stecklinge, die:
- beblättert sind
- gut und kräftig ausgereift sind
- noch nicht komplett verholzt sind
Die Stecklinge sollten eine Länge von 15 bis 20 cm und drei oder vier Knospen haben.
Stecklinge zum Einpflanzen vorbereiten

Damit die Stecklinge möglichst viel ihrer Kraft zur Bewurzelung verwenden können, werden bis auf die beiden obersten Blätter alle weiteren Blätter und Seitentriebe entfernt. Sofern Blüten oder Fruchtansätze vorhanden sind, werden auch diese entfernt.
Die verbliebenen beiden oberen Blätter werden anschließend ebenfalls zur Hälfte entfernt. Auf diese Weise wird die Verdunstungsfläche halbiert und der Steckling kann mehr der aufgenommenen Feuchtigkeit verwerten.
Im letzten Schritt werden alle Stecklinge unterhalb einer der vorhandenen Knospen schräg angeschnitten.
Stecklinge einpflanzen

Nun sind die Steckling zum Einpflanzen bereit. Am besten eignen sich dazu kleine Töpfe, sodass jeder Steckling seinen eigenen Topf hat. Als Substrat kann handelsübliche Anzuchterde verwendet werden. Alternativ können die Stecklinge auch in ein Gemisch aus Komposterde und Sand gesetzt werden.
Wichtig ist, dass die Stecklinge so tief in die Erde gesetzt werden, dass sich zwei Knospen über der Erde befinden. Nach dem Einpflanzen werden die Stecklinge gut angegossen und an einen hellen, warmen, aber nicht sonnigen Standort gestellt.
Expertentipp
Eine andere Art der Stecklingsvermehrung ist die mit Augenstecklingen. Dazu werden die Stecklinge so geschnitten, dass oberhalb und unterhalb eines Auges etwa 1 cm Holz verbleibt.
Zum Heranziehen von Augensteckling ist aber sehr viel Wärme notwendig, sodass diese Art der Stecklingsvermehrung ideal für die Aufzucht im Gewächshaus ist.
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