Traditionell, einfach und als Kraut für arme Leute abgetan – der Weißkohl wird oftmals völlig zu Unrecht in die Ecke für uninteressantes Gemüse gestellt. Dabei ist er äußerst vielseitig in der Küche einsetzbar und aufgrund seiner langen Lagerfähigkeit den ganzen Winter über wertvoll. Wie und wann Sie ihn richtig ernten und was es in Bezug auf die Lagerung zu wissen gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Wann ist es Zeit den Weißkohl zu ernten?
Die Erntezeit von Weißkohl lässt sich nicht pauschal festlegen. Sie ist abhängig von der jeweiligen Sorte. Es gibt frühe und späte Weißkohlsorten. Die frühen Sorten sind meist bereits rund 50 Tage nach der Aussaat erntebereit. Das ist in der Regel zwischen Juli und August. Einige wenige Sorten sind sogar schon im Juni reif für die Ernte. Generell gilt, dass frühe Sorten geerntet werden sollten, sobald die Kohlköpfe groß genug, fest und prall sind. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Kohlköpfe durch zu viel Sommerregen platzen.
Die späten Sorten sollten hingegen erst im Herbst geerntet werden. Theoretisch können sie über die gesamte Winterzeit im Beet bleiben. Das ist jedoch unüblich und wenig ratsam. Am besten ist es, die späten Weißkohlsorten bis Ende Oktober bzw. spätestens Anfang November zu ernten. Zu starker Frost könnte dem Weißkohl schaden. Daher ist es empfehlenswert, ihn bei Temperaturen unter -5°C abzudecken.
Wie erntet man Weißkohl richtig?
Die Ernte kann beginnen? Dann behalten Sie folgende Punkte im Hinterkopf:
- Den Kopf mitsamt der Wurzel aus dem Boden ziehen.
- Alternativ den Kopf am unteren Strunkende, am besten keilförmig, abschneiden.
- Ein scharfes und gereinigtes Messer für die Ernte verwenden.
- Restwurzeln aus der Erde holen, um die Gefahr der Kohlhernie zu minimieren.
Vor der Lagerung: aussortieren und säubern

Bevor es mit der Lagerung losgehen kann, sollten Sie Ihre Weißkohlköpfe in Augenschein nehmen. Alte, äußere Blätter werden entfernt. Ebenso werden die Kohlköpfe von Erde befreit. Doch Achtung: Sie sollten nicht mit Wasser abgewaschen, sondern lieber mit einem Tuch gesäubert werden. Wasser erhöht das Risiko für spätere Fäulnis, da es sich gern zwischen den Blättern ansammelt. Weiterhin sollte der Weißkohl auf Schädlingsbefall kontrolliert werden.
Den passenden Lagerort finden

Drei Orte eignen sich gut zum Lagern von Weißkohl. Wunderbar lagerfähig ist er in einem dunklen, kalten und feuchten Keller. Dort kann er beispielsweise in luftigen Kisten gelagert werden. Diese sollten, z.B. mit einem Jutesack, abgedeckt werden. Das verhindert eine zu schnelle Austrocknung des Kohls.
Außerdem eignen sich Netze und Regale hervorragend zum Lagern von Weißkohl. Kenner schwören darauf, ihn kopfüber aufzuhängen. Sie können Weißkohl aber auch im Kühlschrank oder im Gefrierschrank lagern. Sollten Sie sich für den Gefrierschrank entscheiden, ist es ratsam, den Kohl zuvor zu schneiden und zu blanchieren.
Wie lange kann man Weißkohl lagern?
Die Lagerfähigkeit hängt, ebenso wie die Erntezeit, von der Sorte ab. Während man frühe Sorten bis zu drei Wochen im Kühlschrank lagern kann, sind mittelfrühe Sorten länger haltbar. Späte Sorten können den ganzen Winter über unter idealen Bedingungen gelagert werden. Ist der Weißkohl bereits angeschnitten, hält er im Kühlschrank nicht lange. Er sollte dann innerhalb einer Woche verbraucht bzw. verarbeitet werden. Um das Eintrocknen der Blätter zu minimieren, sollte der angeschnittene Weißkohl im Kühlschrank mit Folie eingewickelt werden.
Expertentipp
Vermeiden Sie es Weißkohl neben Kartoffeln oder Äpfeln zu lagern. Dort welken seine Blätter schneller.
Häufig gestellte Fragen
Verträgt Weißkohl Frost?
Ja, Weißkohl ist frosthart und kann daher theoretisch den gesamten Winter über im Beet verbleiben.
Woran erkennt man einen erntereifen Weißkohl?
Der Weißkohl ist erntereif, wenn der Kopf groß und fest ist.
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