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Wiesenschnaken bekämpfen

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Wiesenschnaken bekämpfen

Kahle Stellen und dunkle Verfärbungen im Rasen können mehrere Ursachen haben. Das kann unter anderem auf einen Befall von Wiesenschnaken hindeuten. Hier erfahren Sie, wie Sie den Rasenschädling erkennen und loswerden können.

Wurzel fressende Schädlinge unter dem Rasen

Wurzel fressende Schädlinge unter dem Rasen


Wiesenschnaken sind weltweit verbreitet: Innerhalb der Insekten gehören sie zu den Zweiflüglern – besser gesagt zu den Mücken. Erwachsene Tiere sind nicht problematisch, sie sind keine Pflanzenschädlinge und stechen auch nicht. Die Larven können für den Rasen allerdings gefährlich werden, da sie an den Graswurzeln fressen.

Die Tipulidae Schnaken umfassen eine Familie von mehr als 4000 Arten – davon kommen beinahe 140 Arten in Mitteleuropa vor. Unter den Mücken stellen sie die größten Vertreter dar: Sie werden circa vier Zentimeter groß, mit einer Flügelspannweite von etwa fünf Zentimetern. Der Körper ist lang und sehr schmal. Mit ihren weichen Mundwerkzeugen können Wiesenschnaken nicht stechen, sondern nur Flüssigkeiten aufnehmen. Sie ernähren sich ausschließlich aus freiliegenden Pflanzensäften.

Die als Schädling auftretende Art nennt sich Tipula paludosa, auf übersetzt auf Deutsch Wiesenschnake oder Sumpfschnake. Ihre Larven fressen an den Graswurzeln und verursachen im Rasen dadurch unansehnliche braune Flecken.

Wiesenschnaken effizient bekämpfen: Die Methoden

Wiesenschnaken effizient bekämpfen Die Methoden
Es gibt einige wirksame Methoden, um Wiesenschnaken effektiv zu bekämpfen.

Düngergabe

Die Larven der Wiesenschnake lassen sich mit Dünger effektiv bekämpfen. Dafür wendet man Kalkstickstoff mit einem Wirkungsgrad von bis zu 60 Prozent an. Dabei empfiehlt es sich, den Dünger bei einer Bodentemperatur von vier bis acht Grad und feuchtem Wetter auszustreuen. Von dieser Methode profitieren selbst geschwächte Rasen.

Vertikutieren

Wenn Sie die Grasnarbe kreuz und quer mit einem Vertikutierer durchkämmen, tilgen Sie die lästigen Larven darunter aus. Dafür sollten die Messer ein wenig tiefer eingestellt werden als sonst. In der Regel müssen Sie den Rasen danach erneut aussäen.

Die Schädlinge anlocken und absammeln

Manuelles Einsammeln der Larven ist zwar für viele unangenehm und mühevoll, es ist jedoch eine natürliche und effiziente Art der Bekämpfung. Angelockt werden die Wiesenschädlinge mit einer Mischung aus Zucker und Weizenkleie in einem Verhältnis von 10:1. Davon werden die wurzelfressenden Larven magisch angezogen und kriechen bei Nacht an die Oberfläche. Bewaffnet mit einem entsprechenden Gefäß und einer Taschenlampe können Sie die Larven anschließend entdecken und einsammeln

Nematoden anwenden

Der Einsatz von Nematoden kann Ihren Rasen ebenso von den lästigen Schädlingen befreien. Die parasitären Würmer können Sie im Internet bestellen. Diese bringen Sie anschließend mit dem Gießwasser aus und bekämpfen die Wiesenschnaken auf biologische Art und Weise, indem Sie die Larven mit Bakterien infizieren. Kurze Zeit später sollte der Schädlingsbefall Geschichte sein. Ein zusätzlicher Hinweis: Die Nematoden benötigen genügend Feuchtigkeit, nachdem sie ausgebracht wurden. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Rasen regelmäßig zu wässern.

Ablage der Eier mit Vliesabdeckung verhindern

Insbesondere bei einer überschaubaren Rasenfläche ist es durchaus sinnvoll, die Wiesenschnaken an der Eierablage im Spätsommer zu hindern. Dazu sollten Sie ein Vlies auf der Rasenfläche ausbreiten, sobald Sie die ersten Wiesenschnaken-Exemplare entdeckt haben. Die Abdeckung muss allerdings lichtdurchlässig sein, damit auch der Rasen darunter nicht eingeht – das gilt es durch die Bekämpfung von Wiesenschnaken schließlich zu verhindern. Des Weiteren muss das Vlies zum Mähen abgenommen werden.

Den Rasen zusätzlich walzen

Um die Larven der Wiesenschnake zu bekämpfen, können Sie den Rasen im April – Mai und erneut im August – September walzen und die Population somit um circa 30 Prozent reduzieren. Der Boden sollte dazu trocken sein, die Bodenoberfläche allerdings feucht. Am besten ist es, wenn Sie eine mit Wasser gefüllte Walze oder eine Stachelwalze verwenden. Gewalzt wird in Quer- und Längsrichtung. Um die Wiesenschnake im noch jungen Larvenstadium zu bekämpfen, ist es ratsam, Kalkstickstoff im Frühjahr ausbringen, und zwar bei feuchter Witterung und Lufttemperaturen von bis zu acht Grad.

Expertentipp

Chemische Mittel zur Wiesenschnakenbekämpfung sind nicht erstattet. Das ist in den häufigsten Fällen aber auch nicht notwendig, da es eine Reihe von schonenden Maßnahmen gibt – wie oben bereits gelistet.

Zur vorbeugenden Bekämpfung von Wiesenschnaken können Sie Vögel und Igel im Garten fördern. Für die Tierchen stellen die lästigen Larven einen Leckerbissen dar. Ein Igelhaus oder Laubhaufen fördern die Ansiedlung im eigenen Garten. Zur Förderung der Vögel empfiehlt sich die Anbringung von Nistkästen.

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Bildquellen:

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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