Connect with us

Pflanzenvermehrung

Ahorn-Samen zum Keimen bringen

Veröffentlicht

auf

Ahorn-Samen zum Keimen bringen

Die Samen von Ahornbäumen sind durch ihren propellerartigen Flug und das lustige Aussehen, wenn man sie sich auf die Nase setzt, vor allem bei Kindern besonders bekannt und beliebt. Gärtner, die einen Ahorn aus Samen ziehen möchten, haben aber oft weniger Freude an ihnen, denn viele Ahornarten sind nur schwer zur Keimung zu bringen. Doch mit der richtigen Behandlung ist dies durchaus auch für Hobbygärtner möglich.

Samen unterscheiden

Mit welcher Methode Ahorn-Samen zur Keimung gebracht werden können, ist von der Unterart, der sie angehören, abhängig. Vorteilhaft ist deshalb, wenn Sie wissen um welche Art es sich handelt. Eine grobe Einteilung nach dem Zeitpunkt des Samenfalls reicht aber oft ebenfalls aus.

Haben Sie den Samen im Herbst oder im Winter aufgelesen, handelt es sich wahrscheinlich um Eschenahorn, Fächerahorn, Großblättrigen Ahorn, Spitzahorn oder Vogelaugenahorn. Aber auch einige Rotahornarten werfen ihren Samen in dieser Zeit ab. Sie alle benötigen einen Kältereiz bevor sie keimen können und sollten daher durch Kälte-Stratifikation behandelt werden. Handelt es sich um Bergahorn, Zwergahorn oder eine asiatische Art ist die Wärme-Kälte-Stratifikation vorteilhafter. Im Frühjahr oder im Sommer abgeworfenen Samen können Sie direkt in Erde setzen.

Kälte-Stratifikation

Kälte-Stratifikation


Nehmen Sie einen kleinen verschließbaren Plastikbeutel etwa drei Monate vor dem letzten Frost und füllen Sie ihn mit Torf oder Keimpapier. Befeuchten Sie das Material und legen Sie dann etwa zwanzig bis dreißig Samen in den Beutel. Es ist unerheblich, dass es sich hierbei um zu viele Exemplare handelt, denn auch Profis haben bei diesen Arten oft nur eine Erfolgsrate von 50%. Überzählige Keimlinge können später entsorgt werden. Tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe, damit Pilzsporen oder andere Verunreinigungen nicht von ihren Fingern auf das Material übertragen werden.

Verschließen Sie den Beutel und legen Sie ihn in den Kühlschrank. Wissen Sie, dass es sich um Eschen- oder Spitzahorn handelt, sorgen Sie für eine möglichst konstante Temperatur von 5°C. Handelt es sich um Rotahorn, sollte die Temperatur stattdessen bei 3°C liegen. Für alle anderen Arten ist jede Temperatur zwischen 1 und 5°C ausreichend.

Sehen Sie etwa alle zwei Wochen nach den Samen, entnehmen und pflanzen Sie diese in Anzuchttöpfe, wenn sie zu keimen begonnen haben. Bei Großblättrigem Ahorn kann das bereits nach 40 Tagen erfolgen, andere Arten benötigen bis zu 120 Tage.

Wärme-Kälte-Stratifikation

Wärme-Kälte-Stratifikation
Legen Sie die Samen für 24 Stunden in warmes Wasser, um deren harte Schale aufzuweichen. Lassen Sie sie dann ein bis zwei Monate im Haus bei einer Zimmertemperatur zwischen 20 und 30°C ruhen. Füllen Sie Moos, Erde oder Keimpapier in Plastikbeutel und gehen Sie dann genau wie bei der Kälte-Stratifikation vor.

Nutzen Sie mehr Samen, als bei den der Kälte-Stratifikation unterzogenen Arten, denn es ist mit einer Erfolgsrate von nur etwa 20% zu rechnen. Die Keimdauer liegt üblicherweise bei 90 bis 180 Tagen ab dem Beginn der Kältebehandlung.

Schimmelbildung vorbeugen

Während der Kältebehandlung besteht ein hohes Risiko, dass die Samen durch Schimmel zerstört werden. Achten Sie bei den regelmäßigen Kontrollen deshalb darauf, ob sich Kondenswasser im Beutel gebildet hat. Ist das der Fall, lassen Sie es abzulaufen und wenden den Beutel, damit die Samen trocknen können.

Es ist sinnvoll den Torf oder die Erde vor der Verwendung im Backofen oder in der Mikrowelle zu sterilisieren. Manche Gärtner mischen sogar etwas Fungizid oder stark verdünntes Bleichmittel unter, um Pilzkeime abzutöten.

Expertentipp

Schimmelbildung erkennen Sie an schwarzen Flecken oder weißem Flaum an den betroffenen Samen. Ziehen Sie in diesem Fall Handschuhe an, öffnen Sie den Beutel und entfernen Sie alle befallenen Exemplare, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hat sich der Befall bereits auf den gesamten Beutelinhalt ausgebreitet, können Sie versuchen die weniger stark betroffenen Samen durch Beigabe von etwas Fungizid zu retten.

Diesen Artikel bewerten

Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?


Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

Klicken Sie, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gerade populär