Obwohl Hecken und Gehölze von März bis September nicht beschnitten werden dürfen, ist ein leichter Form- oder Pflegeschnitt auch im Frühling oder im Sommer erlaubt. Voraussetzung dafür ist, dass Wildwuchs eingedämmt wird oder der Schnitt der Verkehrssicherheit dient, wenn der Baum an einer Straße steht.
Bäume richtig schneiden
Ein regelmäßiger Baumschnitt sorgt für gesunde Bäume. Je nachdem, ob Sie einen Formschnitt durchführen oder Ihre Pflanze auslichten möchten, bieten sich unterschiedliche Schnitttechniken an. Für den Beschnitt von großen Flächen und Ästen sollte der Schnitt auf Astring ausgeführt werden. Als Astring wird der wulstige Übergang zwischen Stamm oder einem verholzten Arm und einem Ast bezeichnet. Hier befindet sich eine starke Verzahnung zwischen Ast und Stamm, die für ein stabiles Wachstum und Bruchsicherheit der Verzweigung sorgt.
Diese verdickte Ansatzstelle hat es in sich. Sie verfügt über die beste Heilungskraft, denn ein Astring enthält teilungsfähiges Kambium, ein spezielles Fasergewebe, das Schnittwunden mit neu gebildeter Rinde verschließt und damit für eine schnelle Wundheilung sorgt.
Gründe für den Schnitt auf Astring
Bei jedem Gehölzschnitt entsteht am Baum eine Wunde, die heilen muss und sich nicht infizieren darf. Wird der Schnitt zu dicht am Stamm angesetzt, können Teile des Stammes verletzt werden. Das führt dazu, dass die Überwallung der Schnittfläche mit neuen Fasern zu langsam abläuft und Pilze in das Holz eindringen können. Wird dagegen aus Vorsicht zu viel vom Ast stehengelassen, entsteht ein unschöner „Hutaufhänger“ – ein Aststumpf, der verfault und damit zur Eintrittsstelle für Schädlinge und Krankheiten werden kann.
Den Schnitt exakt auf Astring durchzuführen, reduziert das Wund- und Infektionsrisiko an der Schnittkante. Bei fachgerechter Schnittausführung umwallt die Rinde die offene Wunde schnell und verschließt sie, sodass weder Keime noch Pilze eindringen können. Wird der Astring beim Schnitt selbst verletzt, kann dies fatale Folgen für den Baum haben. Deshalb muss auf eine exakte Durchführung des Schnitts geachtet werden.
Die richtige Ausführung des Schnitts am Astring

Mit einer fachmännischen Schnittführung vermeiden Gartenfreunde Fehler und ungewollte Verletzungen des Stamms. Vor dem Schnitt müssen die Baumscheren geschliffen, gesäubert und desinfiziert werden. Auch die Reinigung nach dem Baumschnitt gehört dazu, damit keine Keime von einem Baum auf einen anderen übertragen werden.
Setzen Sie die Säge unmittelbar am Astring an und führen Sie den Astschnitt zügig von oben nach unten durch, wobei Sie die Säge leicht schräg vom Stamm wegführen. Eine schräge Schnittkante lässt Regenwasser leichter ablaufen. Ausgefranste Wundränder sollten anschließend mit einem scharfen Messer geglättet werden. Glatte Ränder bilden schneller neue Rinde aus und unterstützen damit die Wundheilung.
Expertentipp
Dicke Äste brechen häufig ab, bevor der Schnitt beendet ist. Dabei kann die Rinde weit einreißen und den Baum schädigen. Ein dicker Ast sollte daher in mehreren Abschnitten eingekürzt werden. Führen Sie einen Schnitt im Abstand von etwa 30 Zentimetern bis maximal zur Astmitte durch. Dieser Zusatzschnitt verhindert, dass der Ast während des Schnitts abbricht und die Rinde einreißt.
Häufig gestellte Fragen
Muss nach dem Schnitt Wundverschlussmittel aufgetragen werden?
Pilze und Bakterien befinden sich überall am Baum. Keine Wunde ist vollständig vor ihnen geschützt. Trotzdem sind Wundverschlussmittel auf der Schnittfläche nicht nötig und können sogar dazu führen, dass sich Pilze entwickeln, da sich unter dieser Schicht Feuchtigkeit gebildet hat. Bei einer fachmännischen Schnittführung sorgt der Baum selbst für einen schnellen Wundverschluss, indem er die Schnittstelle umwallt und damit gegen Infektionen schützt.
Was tun, wenn der Astring weggeschnitten wurde?
Wurde der Astring durch einen falschen Schnitt entfernt oder stark verletzt, ist die Wundheilung eingeschränkt und es kann zu einem Pilzbefall kommen. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Schadstelle, die für dieses Verfahren trocken sein muss mit einem Wundverschlussmittel zu bestreichen.
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