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Schädlinge

Hortensien – Krankheiten und Schädlinge

Lars Reibemann

Veröffentlicht

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Hortensien sind zwar recht robuste Pflanzen und auch wenig anfällig gegen Schädlinge und Krankheiten. Ist der Standort nicht ideal, werden sie in der Pflege vernachlässigt oder passt die Witterung nicht, kann dies jedoch die Pflanze schwächen und Krankheiten bzw. Schädlingen einen Befall ermöglichen. In diesem Fall gilt es schnell zu reagieren, denn vor allem Krankheiten können den Pflanzen so sehr zusetzen, dass sie absterben können. Daher ist es wichtig, dass Hortensien regelmäßig auf die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge kontrolliert werden.

Blattfleckenkrankheit

Die Blattfleckenkrankheit ist eine Pilzinfektion, die häufig dann auftritt, wenn das Klima feucht und warm ist. Gesunde und vitale Pflanzen bleiben in der Regel bei einer solchen Witterung davon verschont, leidet die Hortensie allerdings an einer Unterversorgung mit Nährstoffen, wird sie anfälliger für diese Pilzinfektion.

Anzeichen für eine Blattfleckenkrankheit:

  • Staudenzentrum bräunlich gefärbt
  • Blätter mit braunen Flecken
  • rissiges Blattgewebe

Als Gegenmaßnahme müssen im ersten Schritt abgefallenes Laub und stark betroffene Pflanzenteile entfernt werden. Diese sollten nicht auf dem Kompost landen, sondern im Restmüll entsorgt werden, damit die Pilzsporen sich nicht auf andere Pflanzen ausbreitet. Sehr dichte Pflanzen sollten generell ausgelichtet werden, damit die Blätter rascher abtrocknen können. Zudem muss auf eine ausreichende und konstante Versorgung mit Nährstoffen gesorgt werden, damit zukünftig einer Pilzinfektion vorgebeugt werden kann.

Blattläuse

Es gibt nur wenige Pflanzen, die von Blattläusen verschont werden und die Hortensien gehören nicht dazu. Vor allem junge Blätter werden von den Blattläusen bevorzugt. Ein Befall ist einfach zu erkennen, denn die betroffenen Blätter rollen sich nach unten zusammen. Zudem weisen befallene Blütenstände einen Kümmerwuchs auf und sterben ab.

Bei einem schwachen Befall können die Läuse mit einer Mischung aus Kernseife und Wasser abgewaschen werden. Zudem muss kontrolliert werden, ob sich Ameisen in der Nähe befinden, denn sie tragen die Läuse gerne wieder nach oben, denn sie profitieren von dem süßen Honigtau, denn die Läuse ausscheiden. Gegebenenfalls sollten Ameisennester in der Umgebung entfernt werden.

Langfristig sollten allerdings Nützlinge, wie Marienkäfer oder Florfliegen gefördert werden, die Blattläuse in Schach halten. Zudem hilft es, wenn die Pflanzenepidermis mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalm gestärkt wird.

Botrytis-Knospenfäule

Die Botrytis-Knospenfäule befällt die Pflanzen vorwiegend im zeitigen Frühjahr. Die Knospen sind mit einem weichen grauen Belag überzogen. Die Knospenfäule ist ebenfalls eine Pilzinfektion und eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt eine Erkrankung. Im Freien ist die Knospenfäule weniger problematisch, häufiger betroffen sind Hortensien in Töpfen, die in Innenräumen überwintert werden. In diesem Fall ist unbedingt die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Befallene Teile werden entfernt und im Restmüll entsorgt.

Chlorose

Chlorose ist eine häufige Erkrankung bei Hortensien. Die Pflanzen reagieren sehr sensibel auf die Nährstoffe im Boden, was sich bei einigen Arten auch in Form von Farbveränderungen bei den Blüten zeigt. Die Chlorose ist ein Anzeichen für einen Eisenmangel. Die Blätter verfärben sich dabei, sind jedoch nicht schädlich für die Pflanze. Im ersten Schritt sollte der pH-Wert überprüft werden, ob dieser basisch ist. Gesenkt wird der Wert einfach, indem etwas Kompost in den Boden eingearbeitet wird.

Um den Eisenmangel zu kompensieren, gibt es im Handel geeignete Präparate. Wichtig ist jedoch, dass diese erst dem Substrat beigemischt werden, wenn der pH-Wert gesenkt wurde. Anderenfalls kann die Pflanze das Eisens aus dem Boden nicht aufnehmen. Die Chlorose selbst ist auch nicht gefährlich für die Pflanze, sie sieht optisch nur nicht schön aus.

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler ist ebenfalls ein häufiger Schädling im Garten, der eine Vielzahl von Pflanzen, und darunter auch die Hortensien, befallen kann. Die Käfer selbst bekommen viele nur selten zu Gesicht und sie sind einfach in ihren rüsselartigen Mundwerkzeugen zu erkennen.

Meist ist nur das Schadbild in Form von Blättern, die Buchtenfraß an den Blatträndern aufweisen, zu sehen. Der Schaden, den die Käfer anrichten ist meist nicht relevant, problematischer sind die Larven, die die Hortensie von unten schädigen. Die Larven fressen vorwiegend die feinen Haarwurzeln an, wodurch die Hortensie kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann. Das führt dazu, dass die Pflanze abstirbt.

Auch wenn die Käfer selbst wenig Schaden anrichten, sollte immer parallel gegen Käfer und Larven vorgegangen werden:

  • mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe aufstellen, um Käfer zu fangen
  • Nemathoden gegen Larven verwenden
  • bei starkem Befall Substrat wechseln

Mehltau

Die Hortensie kann sowohl von Echtem als auch Falschem Mehltau befallen werden. In beiden Fällen handelt es sich um eine Pilzinfektion, die jedoch unterschiedliche Witterungsverhältnisse benötigen. Der Echte Mehltau bevorzugt ein feuchtes und warmes Klima, während der Falsche Mehltau es eher trocken und warm mag.

Unabhängig davon, um welche Form von Mehltau es sich handelt, können die gleichen Methoden zur Bekämpfung angewandt werden.

Methoden zur Bekämpfung:

  • stark betroffene Triebe großzügig entfernen und im Restmüll entsorgen
  • Tee aus Knoblauch, Rainfarn oder Schachtelhalm herstellen und pflanzen damit besprühen
  • bei regelmäßig wiederkehrendem Befall die Triebe mit einem Gemisch aus Milch und Wasser besprühen

Schildläuse

Schildläuse sind besonders hartnäckige Schädlinge an Hortensien, da sie nur schwer zu bekämpfen sind. Schildläuse haben eine sehr harte Außenschale und können mit den Fingern fast nicht zerdrückt werden. Zudem sind sie sehr flach und liegen auch flach an Blättern und Stielen auf.

Die Schildläuse schädigen die Pflanzenepidermis und saugen den Pflanzensaft auf. Zudem begünstigen die Verletzungen weitere Krankheiten wie Pilzinfektionen. Bei einem geringen Befall sollten die Schildläuse mechanisch mit einem Holzstäbchen entfernt werden. Betroffene Blätter können gleich abgeschnitten werden. Bei einem starken Befall sollte zu Rapsölprodukten aus dem Fachhandel gegriffen werden und die Hortensien sowie umliegend Pflanzen damit behandelt werden.

Spinnmilben

Spinnmilben sind ein Problem, das fast ausschließlich die Bauernhortensien betrifft. Dennoch können auch andere Sorten befallen werden, wenn sie einen warmen und geschützten Standort haben. Spinnmilben bevorzugen ein sehr warmes und trockenes Klima und treten in der Regel bei längeren Trockenperioden auf.

Ein Befall wird oft spät erkannt, da die Spinnmilben sehr klein sind und sich vorwiegend an der Blattunterseite aufhalten. Ein Anzeichen ist, wenn kleine Gespinnste zwischen den Blättern zu sehen sind. Spinnmilben sind einfach zu bekämpfen, denn sie mögen keine Feuchtigkeit. Bei einem Befall wird die Pflanze regelmäßig abgeduscht, wodurch die Insekten innerhalb kürzester Zeit verschwunden sind. Dies empfiehlt sich zudem bei anhaltender trockener Witterung gleich als vorbeugende Maßnahme. Triebe, die besonders stark betroffen sind, sollten jedoch immer entfernt und im Restmüll entsorgt werden.

Virose

Die Hortensie ist eine der wenigen Pflanzen, die nicht nur von Bakterien oder Pilzen befallen werden kann, sondern auch von Viren. Eine Virose ist daran zu erkennen, dass die Pflanze einen Kümmerwachstum zeigt und irgendwann das Wachstum zur Gänze einstellt. Virosen zeigen sich häufig bei neu gekauften Pflanzen. Es ist nicht selten, dass Pflanzen etwa aus dem Discounter mit dieser Krankheit infiziert sind.

Bei einer Virose ist der Hortensie in der Regel nicht mehr zu helfen. Die Pflanze muss, selbst wenn sie noch grün ist, unbedingt entfernt und im Restmüll entsorgt werden. Zudem sollte an der gleichen Stelle keine Hortensie mehr gepflanzt werden.

Expertentipp

Bei einem starken Befall durch Schädlinge oder großflächigen Krankheiten ist es empfehlenswert, wenn die Pflanzen umgepflanzt werden. Befindet sich die Hortensie in einem Topf ist dies etwas einfacher, es muss lediglich Substrat und Topf getauscht werden. Bei einem Standort im Garten, sollten sie an einem neuen Standort verpflanzt werden. Bei einer Verpflanzung ist ebenfalls darauf zu achten, dass das alte Substrat zum Großteil entfernt wird, damit nicht wieder Schädlinge oder Krankheiten an den neuen Platz mitgebracht werden.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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