Insbesondere in Großstädten wünschen sich viele Hausbesitzer ein Stück Landleben auf dem eigenen Grundstück. Bei einer ausreichend großen Außenfläche kann dieser Traum durch verschiedene Gewächse und Dekorationen in der richtigen Kombination wahr werden.
Was ist ein Bauerngarten?
Seinen Ursprung hat dieser Garten bereits im Mittelalter. Zu dieser Zeit wurde er als Nutzgarten zur eigenen Versorgung verwendet, bei dem gestalterische Elemente unwichtig waren. Mit einer Mauer oder einem Zaun umgeben lag er oft nicht in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam erst der für heute typische Bauerngarten in Mode. Ab diesem Zeitpunkt wurden neben Obst- und Gemüsepflanzen ebenfalls Kräuter, Zierpflanzen und Dekoartikel hinzugefügt, die bei entsprechender Anordnung ein ästhetisches Bild abgaben.
Ein Bauerngarten nach Hamburger Art ist oft quadratisch oder rechteckig und mit einer Hecke, einer Mauer beziehungsweise einem Zaun umgeben und beinhaltet ein Wegekreuz. In dessen Mitte steht überwiegend ein Rondell, das mit einem Baum, kleinen kreisförmigen Blumenbeet oder Brunnen. Umfasst werden die Beete mit einer Buchsbaumhecke.
Der richtige Standort
Da ein Bauerngarten in Bezug auf seine Pflanzen sehr vielfältig ist, sollte die passende Lage folgende Eigenschaften aufweisen:
- sonniger bis halbschattiger Platz
- wenig Wind, luftig, warm
- nährstoffreicher Erdboden
- keine Staunässe
Die Gestaltung planen

Je nach Abmessung der Anlage ist das Anfertigen einer Skizze zu empfehlen, auf der als Erstes die geraden Wege eingezeichnet werden, welche den Garten in vier Beete unterteilen, die mehr oder weniger gleich groß sind. Die einzelnen Gartenbeete, die jeweils eingefasst sind, werden über ein Wegekreuz erreicht.
Die unterschiedlichen Wege kreuzen sich am Rondell, welches das Herzstück der Gartenanlage bildet. Die Einfriedung ermöglicht den Zugang durch zwei Eingänge zur Anlage. Wenn Sie einen umlaufenden Weg anlegen, mit dem jedes Beet erreichbar wird, sollten Sie bei diesem und der Umzäunung zwischen 60 und 100 cm Abstand für zusätzliche Pflanzen lassen.
Die Einfriedung

Als Gartenzaun eignen sich am besten ein Weidengeflecht, eine Hecke aus Buchsbaum, anderen Sträuchern beziehungsweise immergrünen Pflanzen, Holzlatten oder eine Mauer aus Natursteinen. Aufgrund der Natürlichkeit sollte auf Zäune aus Kunststoff und Metall verzichtet werden.
Die Wege
Damit der Boden nicht versiegelt wird, empfiehlt es sich, auf Steinpflaster zu verzichten. Folgende Alternativen bieten einen dekorativen Effekt:
- Rasen
- offener Boden
- Natursteine
- Rindenmulch
- Kies
- Klinker
- Holzscheiben
Die Beeteinfassung
Eine Begrenzung der einzelnen Beete schafft nicht nur Ordnung, sondern verhindert zwischen den Pflanzen Unkraut und die Ausbreitung der Nutzpflanzen auf den Weg. Hierfür eignen sich folgende Gewächse und Materialien:
- Heckenkirsche, Teppichphlox, Steinkraut, Lavendel und Blaukissen
- Holzbalken
- Rundhölzer
- Bretter
- kleine Natursteinmauer
- Sandstein
- Ziegelsteine
Beliebt ist ebenfalls Buchsbaum, jedoch sollten die Sorten „Blauer Heinz“ und Buxus sempervirens „Suffruticosa“ nicht verwendet werden, da diese von einem Pilz befallen werden können, der die Pflanze abtötet.
Das Rondell
Das Herz Ihres Bauerngartens ist das meist runde Wegkreuz im Zentrum. Dies ist der ideale Platz für eine gemütliche Sitzgelegenheit, eine Skulptur, einen einzelnen Baum oder einer Feuerstelle. Die Größe und Form bestimmen Sie bei der Planung.
Obstbäume und -sträucher
Auf große Bäume sollte weitestgehend verzichtet werden, da sie Schatten auf die einzelnen Beete werfen. Obststräucher und andere Stauden platzieren Sie am besten am Rand.
Bepflanzung der Gartenbeete
Da das Wegkreuz den Garten in vier Beete teilt, bietet sich eine Vier-Felder-Wirtschaft mit Mischkulturen an. Dies reduziert den Aufwand für die Pflege und hält den Boden in einem guten Zustand.
Die Wahl der Gemüsepflanzen hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Ein Beet kann mit Kräutern bepflanzt werden, ein anderes als Obstgarten dienen. Damit sich Unkraut und Schädlinge an den Gewächsen nicht so stark ausbilden, können bestimmte Gemüse-, Obst- und Kräuterpflanzen sowie Blumen in einem Gartenbeet nebeneinander gepflanzt werden.
Dekorationen
Zur Verschönerung können Sie in ihrem Garten beispielsweise Weidenkörbe und Skulpturen aufstellen. Selbstgemachte Dekoartikel lassen sich am Zaun und an einzelnen Sträuchern befestigen. Damit sich Insekten in ihrer Anlage wohlfühlen, sind Gefäße nützlich, die mit Stroh oder Holzwolle gefüllt sind.
Expertentipp
Kombinieren Sie heimische Zierpflanzen, die ein- und mehrjährig blühen. Der Eingang zur Anlage wird durch einen Weiden- oder Rosenbogen aufgewertet. Auch ausrangierte Materialien, beispielsweise Fenster, alte Pflanztöpfe oder Obstkisten können als Dekoration eingesetzt werden.
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