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Schädlinge

Bisamratte im Garten bekämpfen

Lars Reibemann

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Die Bisamratte (Ondatra zibethicus) ist seit etwa 100 Jahren in Deutschland zu Hause und wurde zur Pelztierzucht aus Nordamerika eingeführt. Dabei ist das Nagetier keine Rattenart, sondern gehört zur Gruppe der Wühlmäuse. Mit einer Körperlänge von bis zu 40 Zentimetern ist sie die größte Wühlmaus, die es gibt.

Bisamratten sind ausgesprochen gute Schwimmer und Taucher, denn ihr natürlicher Lebensraum befindet sich am und im Wasser. Sie bauen ihre Wohn- und Bruthöhlen am liebsten an Uferböschungen, Dämmen und Deichen. Die Nager graben dort fast unendlich viele Gänge und verursachen so beträchtliche Schäden. Auf der einen Seite werden Ufer, Wälle und Dämme durch die Grabungsaktivitäten instabil. Auf der anderen Seite fressen Bisamratten teilweise so große Pflanzenmengen, dass der natürliche Pflanzenwuchs an Teichen und Flüssen zu stark reduziert wird.

Wie kommen Bisamratten in den Garten?

Insbesondere bei Gärten, die in der Nähe von Flüssen, Bächen oder Seen liegen, kann es passieren, dass eine Bisamratte ihr Lager im Garten aufschlägt. Das gilt auch für Gärten, die einen eigenen Teich haben oder durch die sich ein Bachlauf schlängelt. In seltenen Fällen taucht der Nager auf, weil in der Nähe von Haus und Garten Kanalarbeiten durchgeführt wurden. Wenn der Kanal längere Zeit offen war, kommt es vor, dass sich so eine Bisamratte in den Garten verirrt.

Welchen Schaden können Bisamratten im Garten anrichten?

Ob es ein nacht- und dämmerungsaktiven Nager im Garten bequem gemacht hat, ist relativ schnell an den Schäden erkennbar, die er in der Pflanzenwelt hinterlässt. Er frisst nämlich nicht nur Wasserpflanzen wie Schilf, Binsen und Teichrosen, sondern macht auch vor Baumrinde, Gräsern, Obst und Gemüse keinen Halt.

Ein sicheres Anzeichen für die Anwesenheit einer Bisamratte kann auch das plötzliche Absinken des Wasserspiegels im Gartenteich sein. Wahrscheinlich hat sie dann schon Teile der Teichfolie zerstört, weil der Eingang zu ihrem Bau meistens unter der Wasseroberfläche angelegt wird.

Wer jedoch einen großen und weitgehend naturbelassenen Garten mit Teich und Schilfbewuchs hat, wird sich vielleicht darüber freuen, wenn eine Bisamratte einzieht. Denn sie sorgt ganz bestimmt dafür, dass sich das schnellwachsende Schilf nicht übermäßig ausbreitet.

Wie können Bisamratten aus dem Garten entfernt werden?

Die Bisamratte ist ein Wildtier, das dem allgemeinen Schutz wildlebender Tiere unterliegt. Es darf also nur gefangen oder getötet werden, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Ein solches Tier – auch wenn es einen hübschen Ziergarten zu seiner neuen Heimat auserkoren hat – zu töten, sollte daher keine Option sein.

Bisamratten können mit Lebendfallen gefangen und umgesiedelt werden. Dazu wird eine abgedunkelte Kastenfalle mit den Mindestmaßen von 30 x 30 x 100 Zentimetern benötigt. Diese wird kurz vor der Dämmerung – wenn die Nagetiere noch nicht aktiv sind – an den Rand des Gartenteiches gestellt und mit einem Stück Apfel als Köder bestückt. Damit sich das Tier nicht verletzen kann, sollte die Falle weich ausgekleidet sein. Die gefangene Bisamratte kann dann an einer passenden Wasserstelle in der freien Natur wieder ausgesetzt werden.

Eine aktive Bekämpfung von Bisamratten ist in der Regel nur in Regionen mit Hochwasserschutzanlagen erlaubt, um diese Anlagen vor Schäden durch die Wühltätigkeiten der Nager zu schützen. Entsprechende Informationen können über die jeweilige Landschaftsbehörde eingeholt werden.

Sind Bisamratten gefährlich?

Grundsätzlich sind Bisamratten für den Menschen nicht gefährlich. Sie sind jedoch oft mit dem Fuchsbandwurm infiziert und stellen daher ein Gesundheitsrisiko dar. Außerdem handelt es sich bei diesem Nager um ein sehr wehrhaftes Wildtier. Fühlt es sich in die Enge getrieben, reagiert es schnell aggressiv und beißt. So kann es in freier Wildbahn durchaus vorkommen, dass eine Bisamratte auf einen Hund losgeht und ihn beißt, weil dieser sie in einer Uferböschung aufgespürt hat.

Ist Nutria nur ein anderer Name für Bisamratte?

Nein. Die Bisamratte und der Nutria – auch Biberratte genannt – sind zwei völlig verschiedene Tierarten. Während die Bisamratte zu den Wühlmäusen gehört, ist der Nutria eine eigenständige Tierart, die ursprünglich aus Südamerika stammt. Nutrias sind deutlich seltener als Bisamratten und richten kaum Schäden in der Natur an.

Expertentipp

Bisamratten sind scheue Tiere, die ihre Ruhe haben wollen. Um sie aus dem Garten zu vertreiben, reicht es meistens schon aus, sich häufig draußen aufzuhalten und ordentlich Lärm zu machen. Dann ziehen die Nager ganz schnell von alleine aus!

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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