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Schädlinge

Nacktschnecken bekämpfen

Lars Reibemann

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Als Gartenbesitzer muss man sich oftmals mit dem Thema Schnecken und ihrer Bekämpfung auseinandersetzen. Sobald es draußen nass ist, kommen die gefräßigen Tiere schnellstens in großen Gruppen angekrochen. Insbesondere die immer hungrigen Nacktschnecken stellen dabei eine große Plage dar. Dazu zählt zum Beispiel die bis zu 15 Zentimeter lange Große Wegschnecke, welcher an ihrer rötlichen, braunen oder auch schwarzen Farbe zu erkennen ist. Weitere Vertreter sind die bis zu 3 Zentimeter lange, gelb bis schwarz gefärbte Gartenwegschnecke oder auch die Genetzte Ackerschnecke, welche bei einer Länge von bis zu fünf Zentimetern durch einen braun oder grau gefärbten Körper zu erkennen ist, der zusätzlich mit netzartigen Flecken überzogen ist.

Im Garten gelten sie zwar als äußerst ungern gesehene Gäste, gehören jedoch auch zum natürlichen Ökosystem dazu und erfüllen zudem ebenso eine nützliche Funktion. Sie verzehren nicht nur gesunden Salat oder Blumen, sondern sind auch dafür bekannt, verwesende Pflanzenteile oder tote Insekten zu fressen.

Dennoch können Nacktschnecken im Garten für einen immensen Schaden sorgen, wenn sich der zuvor sorgfältig gepflanzte Salat oder auch die mit viel Liebe kultivierten Blümchen über Nacht quasi in Luft aufgelöst haben. Nacktschnecken tauchen grundsätzlich in Massen und meistens in der Nacht oder bei Regen auf. Besonders günstig sind die Bedingungen für Nacktschnecken in feuchten Regionen oder niederschlagsreichen Jahren. Dann ist es möglich, dass sie ganze Ernten oder vollständige Blumenbeete vernichten.

Es stimmt zwar, dass Schnecken auch abgestorbene Pflanzenteile fressen, jedoch sollte man sie auch im Gartenabfall oder auf dem Komposthaufen nicht tolerieren, da sie sich dann unkontrollierbar vermehren können und anschließend den Garten bevölkern werden. Eine einzelne Schnecke ist in der Lage, bis zu 400 Eier in winzige Erdhöhlen abzulegen.

Das Schadbild von Nacktschnecken

Die Raspelzunge der Nacktschnecken wird auch als Radula bezeichnet. Mit dieser raspeln die Nacktschnecken ihre Nahrung ab und hinterlassen dabei markante Fraßspuren an den betroffenen Pflanzen. In einer einzelnen Nacht kann eine Nacktschnecke bis zu 200 Quadratzentimeter Salat vertilgen, somit dünnt sich das Gemüsebeet innerhalb kürzester Zeit extrem aus.

Neben den charakteristischen Fraßspuren erkennt man zusätzlich die für Schnecken typischen silbrig glänzenden Schleimspuren im Garten. Um sich fortbewegen zu können, benötigen diese Tiere ausreichend Feuchtigkeit und schaffen dann pro Minute etwa eine Strecke von zehn Zentimetern.

Vorbeugende Maßnahmen bei der Bodenpflege

Möchte man Nacktschnecken langfristig und zudem umweltfreundlich vertreiben, so benötigt man dabei viel Geduld sowie Gelassenheit. Während der Frost im Winter die Schnecken an ihren unterirdischen Überwinterungsplätzen regelmäßig dezimiert, können ihre Eier selbst tiefste Temperaturen ohne große Probleme überstehen.

Verschiedene Pflegemaßnahmen im Garten können jedoch dafür sorgen, dass die lästigen Nacktschnecken nicht die Kontrolle übernehmen. Eine regelmäßig durchgeführte Bodenbearbeitung beugt einer Schneckenplage effektiv vor. Feinkrümelige Erde bietet den Schnecken keine Hohlräume, in welchen sie sich bevorzugt verstecken. Somit sollte man den Gartenboden im Herbst nach Möglichkeit nicht mehr umgraben. In Hohlräumen legen Nacktschnecken nämlich zusätzlich ihre Eier ab.

Stattdessen sollte man den groben Boden im Winter gründlich mit einem so genannten Grubber bearbeiten. Dieser sorgt für eine lockere und krümelige Beschaffenheit der Erde. Gelangen die im Boden befindlichen Eier bei dieser Maßnahme an die Oberfläche, so erfrieren oder vertrocknen diese oder werden von Vögeln verspeist. Der Grubber kann zusätzlich während der Saison regelmäßig zum Einsatz kommen, indem man die oberste Erdschicht mit einer Tiefe von etwa 20 Zentimeter auflockert. Dadurch werden Verstecke vernichtet, welche Schnecken nicht eigenständig graben können. Verbessert man den Boden mit Sand oder Kompost, so werden auch lehmige Böden nach einiger Zeit feinkrümeliger und bieten dann für Nacktschnecken keine geeigneten Bedingungen mehr.

Im Frühjahr sollte außerdem alter Rindenmulch abgetragen und kompostiert werden. Auch dieser kann zahlreiche Schneckeneier beinhalten, welche bei den warmen Temperaturen innerhalb des Komposthaufens absterben. Mulchdecken sollten generell nach Möglichkeit dünn aufgetragen werden. Wählt man frische, gehäckselte Nadelholzrinde, so schafft man damit eine Umgebung, in der sich Nacktschnecken nicht wohlfühlen.

Feuchter Boden fördert die Bewegungsfähigkeit einer Nacktschnecke. Da es sich bei Schnecken um nachtaktive Tiere handelt, so sollte man den Garten während des Sommers ausschließlich morgens mit Wasser versorgen, da der Boden auf diese Weise bis zum Abend wieder trocknen kann, sobald die Nacktschnecken aktiv werden.

Maßnahmen gegen Nacktschnecken

Zur effektiven Bekämpfung der Schnecken sind kontinuierlich durchgeführte Maßnahmen nötig. Man sollte sich zunächst eine umfangreiche Strategie zurechtlegen, welche für das ganze Jahr gilt. Beispielsweise sind Hochbeete für Schnecken nur schwer erreichbar. Als natürlicher Schneckenzaun kann auch Bohnenkraut oder Kamille gepflanzt werden, jedoch zeigt dies oftmals nur eine geringe Wirkung. Deckt man den Boden mit Farnkraut, Tomatenblättern oder auch grünen Fichtennadeln ab, so hält dies Nacktschnecken ebenfalls auf Abstand.

Schneckenzäune

Viele Gärtner empfinden Schneckenzäune als optisch störend und verwenden diese daher bevorzugt nur im Gemüsegarten. Da diese nicht ganz preisgünstig sind, sollte man sich auf die Einzäunung der von Schnecken besonders beliebten Beete, wie zum Beispiel Kopfsalat-Beete, konzentrieren. Schneckenzäune können entweder aus Beton, Kunststoff oder Stahlblech bestehen. Die Oberkante des Zauns ist dabei so beschaffen, dass diese von Schnecken nicht überwunden werden kann. Ein Schneckenzaun aus Stahlblech verfügt zum Beispiel über eine im spitzen Winkel nach unten abgeknickte Oberkante, während sie bei Zäunen aus Kunststoff waagerecht absteht und mit langen dünnen Kunststoffstiften versehen ist, auf denen die Nacktschnecken keinen Halt finden.

Die einzelnen Teile des Schneckenzaunes sollten nahtlos ineinander übergehen und der gesamte Zaun sollte bis zu fünf Zentimeter tief in die Erde platziert werden. Bilden größere überhängende Pflanzen Brücken, so besteht die Gefahr, dass die Nacktschnecken darüber Zugang zum Beet erhalten, dies sollte also vermieden werden. Feine Maschendrahtzäune gelten außerdem als nur bedingt zuverlässig zur Schneckenabwehr.

Eine Alternative bieten die mit Schwachstrom betriebenen Elektrozäune, welche über zwei parallel zueinander verlegte Drähte aus Metall verfügen. Jedoch erfordert eine solche Konstruktion einen hohen Wartungsaufwand, da grundsätzlich die Gefahr eines Kurzschlusses bei Kontakt mit dem feuchten Erdreich besteht. Kommt eine Nacktschnecke mit dem Zaun in Berührung, so lässt sie der schwache Strom augenblicklich umkehren.

Schneckenpaste

Die transparente Schneckenpaste ist insbesondere zur Anbringung an Topfrändern oder Mauern geeignet. Sie verströmt Duftstoffe, welche Nacktschnecken abhalten und ist auch bei feuchter Witterung über einen längeren Zeitraum wirksam. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass die Schneckenpaste keinerlei Giftstoffe enthält.

Schutzringe

Besonders von Nacktschnecken bedrohte Pflanzen können durch Schutzringe gesichert werden, welche aus Nadelholz-Sägemehl oder Gesteinsmehl bestehen. Jedoch müssen diese Ringe nach dem ersten Regenguss wieder erneuert werden. Grober Sand oder Kalk sind langlebigere Varianten, jedoch ist zu berücksichtigen, dass insbesondere Kalk in höheren Dosen den pH-Wert des Bodens stark anheben kann und dies somit keine dauerhafte Möglichkeit darstellt.

Natürliche Schneckenfeinde

Halten sich im Garten möglichst viele natürliche Schneckenfeinde, wie zum Beispiel Igel oder Erdkröten auf, so sorgen diese dafür, die Schneckenpopulation unter Kontrolle zu halten. Dazu bietet man den Nützlingen eine ausreichende Menge natürlicher Rückzugs- oder auch Überwinterungsmöglichkeiten an.

Verfügt man über ein geeignetes Grundstück, so kann die Anschaffung eines Pärchens Indischer Laufenten sinnvoll sein. Sie vertilgen bevorzugt Schnecken, benötigen jedoch eine Bademöglichkeit, zum Beispiel in Form eines Gartenteichs. Eine weitere Option sind mehrere Hühner, die nicht nur die Schnecken bekämpfen, sondern zusätzlich frische Eier liefern.

Ein weiterer Schneckenfeind ist der Tigerschnegel. Dies ist eine Raubschnecke, welche sich überwiegend von anderen Schnecken sowie deren Eiern ernährt. Entweder man siedelt diese Weichtiere aktiv im Garten an oder kauft sie in geeigneten Fachgeschäften. Setzt man den Tigerschnegel zur Schneckenbekämpfung ein, sollte man jedoch dringend von einem Einsatz von Schneckenkorn absehen.

Fadenwürmer

Fadenwürmer werden auch als Nematoden bezeichnet und stellen Schnecken-Parasiten dar, welche man gemeinsam mit dem Gießwasser im Garten verteilt. Sie dringen in die Nacktschnecken ein und töten diese anschließend. Jedoch sind Nematoden ausschließlich zur Bekämpfung der Genetzten Ackerschnecke geeignet und haben außerdem eine nur geringe Lebenserwartung.

Die Risiken von chemischen Mitteln zur Schneckenbekämpfung

Der Fachhandel bietet eine große Auswahl chemischer Mittel zur effektiven Bekämpfung von Schnecken. Insbesondere das Schneckenkorn hat sich als schnell und wirkungsvoll herausgestellt. Bei chemischen Produkten ist jedoch grundsätzlich zu beachten, dass diese nicht nur die Schnecken vergiften, sondern auch für Igel und Singvögel eine Bedrohung darstellen, wenn diese die vergifteten Schnecken verzehren.

Schneckenkorn

Schneckenkorn gilt als die sicherste Methode der Bekämpfung von Schnecken. Setzt man Schneckenkorn bereits im März oder April ein, so kann dies bereits die erste Generation Nacktschnecken vernichten und eine größere Plage bleibt im Anschluss meistens aus. Ein weitere Vorteil des frühen Zeitpunktes ist, dass der Garten noch keine großen Nahrungsmengen für die Schnecken bereitstellt, so dass diese die ausgelegten Giftköder bereitwilliger verzehren.

Es gibt unterschiedliche Präparate und man sollte das Produkt gewissenhaft auswählen. Ein besonders starkes Nervengift, welches die Schnecken sofort sterben lässt, ist der Wirkstoff Methiocarb. Es ist zu beachten, dass nach einem Einsatz von Schneckenkorn mindestens 14 Tage Wartezeit bis zur Ernte eingehalten werden müssen. Haustiere sollten von den Ködern dringend ferngehalten werden.

Der in vielen anderen Schneckenkorn-Präparaten zu findende Wirkstoff Metaldehyd zerstört das Körpergewebe der Weichtiere und erhöht die Schleimproduktion, mit der die Schnecken wiederum versuchen, den aufgenommen Wirkstoff wieder abzugeben. Mit Metaldehyd versetztes Schneckenkorn zeigt sich auch bei kühlem oder feuchtem Wetter wirksam, ist jedoch nicht besonders regenfest und muss daher oft erneuert werden. Es ist erwiesen, dass selbst große Mengen dieses Schneckenkorns auch bei natürlichen Fressfeinden von Schnecken, wie zum Beispiel dem Igel, keinen Schaden anrichten. Dies gilt jedoch nicht für Hunde, die überaus empfindlich auf eine große Menge Metaldehyd reagieren können. Befindet sich das Metaldehyd in einer feuchten Umgebung, so wird es innerhalb weniger Tage zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Es besteht weiterhin keine Gefahr beim Verzehr des Erntegutes.

Eisen-III-Phosphat

Eisen-III-Phosphat gilt als am häufigsten zur Schneckenbekämpfung eingesetzter Wirkstoff und ist in geringeren Konzentrationen auch im Erdreich zu finden. Dies macht es für die Umwelt unschädlich und ist sogar zur Verwendung im ökologischen Landbau zugelassen. Es besteht weiterhin keine Gefahr für Haustiere, Igel oder Vögel. Das regenfeste Präparat verursacht Zellveränderungen im Darm der Nacktschnecken, welche aufhören zu fressen, sich in den Boden verkriechen und sterben. Da es aber nicht zu einer übermäßigen Schleimproduktion kommt, lässt sich der Erfolg dieses Mittels nur schwer kontrollieren. Da Eisen-III-Phosphat erst in recht hohen Dosen seine Wirkung zeigt und eine ausgewachsene Schnecke mindestens 20 Körner vertilgen muss bevor eine Wirkung eintritt, sollte frühzeitig und ausreichend nachgestreut werden. Eisen-III-Phosphat stellt den einzigen Bio-Wirkstoff dar, welcher sowohl langfristig zugelassen ist, als auch bei sämtlichen Obst- und Gemüsesorten zum Einsatz kommen darf. Dies unterscheidet ihn zum Beispiel von den Wirkstoffen Methiocarb und Metaldehyd, welche ausschließlich für die auf der jeweiligen Packung genannten Pflanzen zulässig sind.

Hausmittel zur Bekämpfung von Nacktschnecken

Koffein

Koffein ist als Nervengift bekannt und ist in der Lage, bei Schnecken einen Herzstillstand auszulösen. Jedoch gibt es keinen Beleg über die zuverlässige Wirkung von Kaffee. Auch nach zahlreichen Versuchen mit einem extrem hohen Koffeingehalt wurde keine ausreichende Wirkung zum Schutz vor Nacktschnecken bestätigt. Der aromatische Kaffeesatz wird beim nächsten Regenguss einfach in den Boden gespült und stellt anschließend kein Hindernis mehr für Schädlinge dar. Es wurde beobachtet, dass große Schnecken sich auch nicht davor scheuen, über den Kaffeesatz zu kriechen und ihn sogar zu verzehren.

Holzasche

Verteilt man Holzasche rund um die gefährdeten Pflanzen, so erschwert dies die Fortbewegung der Schnecke, da der Untergrund austrocknet und zu feinkörnig wird. Zusätzlich ist Holzasche zwar ein guter Kaliumdünger, jedoch wirkt sie nur bis zum nächsten Regenguss.

Bierfallen

Als Geheimtipp gegen Nacktschnecken gelten die so genannten Bierfallen, jedoch haben auch diese sich nicht als besonders effektiv herausgestellt. Bierfallen können aufgrund ihres starken Aromas nicht nur zusätzlich Schnecken aus benachbarten Gärten anlocken, sondern sind auch relativ kompliziert in ihrer Konstruktion, da der Behälter eine Abdeckung erfordert und so das enthaltene Bier nicht durch eventuelles Regenwasser verdünnt wird und auf diese Weise seine Wirksamkeit vollständig verliert. Trockenes Wetter hingegen lässt das Bier sehr schnell verdunsten, so dass man es stetig nachfüllen muss. Es ist außerdem nachgewiesen, dass nur wenige Nacktschnecken in die Bierfallen stürzen und dort sterben. Die meisten Schnecken erfreuen sich zunächst am Bier und setzen anschließend ihren Beutezug am Gemüse oder andere Pflanzen fort. Sollte man sich dennoch für die Aufstellung von Bierfallen entscheiden, so sind diese maximal innerhalb einer Schneckenzaun-Einfriedung oder entlang der Grenzen im Garten zu platzieren. Auf diese Weise lockt man die Nacktschnecken von den zentralen Beeten weg. Ein weiterer Nachteil der Bierfalle ist aber, dass auch Nützlinge hineinfallen und ertrinken können.

Salz

Salz erzielt bei der Bekämpfung von Schnecken eine unmittelbare Wirkung und hat einen sehr qualvollen Tod zur Folge. Den Tieren wird langsam komplett die Feuchtigkeit entzogen, was sie daraufhin verenden lässt. Die im Gegensatz dazu humanste und schnellste Methode ist das Zerschneiden der Schnecken mit einer Schere oder scharfen Messer. Viele Gärtner schrecken jedoch davor zurück.

Katzenfutter und Kleie

Eine weitere Methode ist das Anlegen von Lockplätzen, um die Nacktschnecken so von den Gemüsebeeten und Blumen fernzuhalten. Hierzu eignet sich eine Kombination von Weizenkleie und feuchtem Katzenfutter, welche man im Verhältnis von 5:1 mischt. Auf diese Weise werden die Nacktschnecken an zuvor bestimmte Punkte gelockt und lassen sich später einfach aufsammeln.

Der richtige Gieß-Rhythmus

Nacktschnecken sind nachtaktiv und benötigen für ihre Fortbewegung feuchten Untergrund. Daher sollte man seinen Garten ausschließlich am Morgen wässern, da auf diese Weise die Erde in den Beeten bis zum Abend wieder getrocknet ist. Die Nacktschnecken können sich schlechter fortbewegen und erreichen so die bedrohten Pflanzen nicht mehr.

Gewissenhaftes Gießen

Wie bereits erwähnt haben Nacktschnecken ein Problem mit trockenem Untergrund. Gießt man nur noch punktuell und hält die Flächen zwischen den einzelnen Beeten und Pflanzen zum größten Teil trocken, so stellt dies ein weiteres Hindernis für die Schädlinge dar.

Absammeln

Zum Anlocken von Nacktschnecken eignen sich morsche Bretter, Tonziegel oder auch große Pflanzenblätter. Diese legt man in der Nacht rund um die gefährdeten Pflanzen aus und kann so am Morgen mit dem Absammeln der Schädlinge beginnen. Diese Methode ist nicht nur wirksam, sondern auch natürlich. Allerdings eignet sich diese Maßnahme bei Ackerschnecken nur vor der Vegetationszeit, da die Schnecken mit fortschreitender Saison ihre Nahrungsquellen nicht mehr verlassen. Wegschnecken hingegen kann man das ganze Jahr lang auf diese Weise aufsammeln. Hilfreich kann auch eine Lockfalle aus der bereits erwähnten Mischung aus Katzenfutter und Weizenkleie sein.

Allgemeines zu Hausmitteln zur Schneckenbekämpfung

Die meisten Hausmittel sind in der Regel nur bis zum nächsten Regenguss wirksam und ihr Erfolg ist zudem abhängig von dem Nahrungsangebot, welches die Schnecken im Garten vorfinden. Verfügen Nacktschnecken über eine große Auswahl, so werden sie wählerisch. Es gibt jedoch auch viele Pflanzen oder Gehölze, welche Schnecken auslassen. Pflanzen mit behaarten, festen oder stacheligen Blättern sowie aromatischer Inhaltsstoffe bleiben in den meisten Fällen von Schnecken verschont.

Expertentipp

Das Produkt Schnexagon ist noch recht neu auf dem Markt und erlangte große Bekanntheit durch die VOX-Sendung “Die Höhle der Löwen”. Hiermit werden die Schnecken nicht vergiftet, sondern lediglich daran gehindert, das Gemüsebeet zu erreichen. Schnexagon stellt einen effektiven Schutzanstrich dar, der die Haftwirkung des Schneckenschleims beeinträchtigt. Dieser Schutzanstrich lässt sich auf jede Art von Barriere auftragen und ist dort langfristig haltbar. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei dieser Barriere aus Holz, Metall, Kunststoff oder Glas handelt. Durch die Verwendung des transparenten Schnexagons finden Nacktschnecken keine Haftung mehr.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen werden von Nacktschnecken nicht verzehrt?

Es gibt zahlreiche Pflanzen, welche in der Regel weniger durch einen Schneckenbefall gefährdet sind. Hierzu zählen zum Beispiel intensiv duftende Kräuter wie Rosmarin oder Thymian. Außerdem meiden Schnecken Gewächse wie den Eisenhut oder den Fingerhut sowie diverse Gräser und Farne. Dickfleischige Pflanzen wie Hauswurz oder die Fette Henne sind ebenfalls nur sehr selten von Schneckenfraß betroffen. Es gibt aber nur sehr wenige Gemüsesorten, vor der Schnecken keinen Halt machen, da sie neben dem von ihnen bevorzugten Salat fast alles fressen. Ein geringeres Risiko besteht jedoch bei Radieschen, Rettich, Spinat, Rote Beete, Tomaten, Sellerie, Schnittlauch, Zwiebeln, Petersilie oder Endivien.

Welche Schnecken sind im Garten nützlich?

Nicht alle Schneckenarten stellen im Garten eine Plage dar. Ein Naturgarten, der Schnecken zahlreiche Lebensräume bietet, zieht auch nützliche Schnecken wie die Weinbergschnecken, die Schnegel sowie die Hainbänderschnecken an. Diese verzehren lediglich Flechten, Algen, Moosen sowie welke Pflanzenteilen. Weinbergschnecken gehören zudem zu den geschützten Arten. Sie können eine große Menge Pflanzenmaterial vernichten, jedoch kümmern sie sich eher weniger um zarte Jungpflanzen, sondern bevorzugen weiche, angewelkte oder angemoderte Pflanzenteile. Finden die Weinbergschnecken diese aber nicht vor, zu vergreifen sie sich auch an anderen Pflanzen oder Sämlingen. Daher sollte grundsätzlich etwas Gartenabfall zurückgelassen werden, damit dieser den Weinbergschnecken als Nahrung dienen kann. Schnegel zählen ebenfalls zu den Nacktschnecken, sind jedoch komplett harmlos und sogar nützlich. Der Tigerschnegel hat sich als nützlicher Feind der schädlichen Nacktschnecke erwiesen und vertilgt diese. Die Hainschnecken oder auch die gebänderten Gehäuseschnecken entdeckt man größtenteils an alten Holzlattenzäunen oder versteckt unter Steinen. Sie werden nur bis zu drei Zentimeter groß und schädigen die Pflanzen nicht, da sie sich ausschließlich von Algen und Moosen ernähren. Die von ihnen abgelegten Schneckenhäuser sollten grundsätzlich im Garten belassen werden, da diese im Frühjahr gern von Wildbienen genutzt werden, um ihre Nachkommenschaft darin unterzubringen.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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