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Schädlinge

Junikäfer bekämpfen

Lars Reibemann

Veröffentlicht

auf

Junikäfer gehören zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), wird meistens aber Maikäfer genannt. Junikäfer sind etwas kleiner. Sie finden sich in Nordafrika, Asien und Europa. Junikäfer fliegen in Schwärmen in der Dämmerung aus und halten sich bevorzugt in Gärten, Parkanlagen, am Waldrand und im Flachland auf. Die bekannteste Art des Junikäfers ist der gerippte Brachkäfer (Amphimallon solstitiale). Er legt seine Eier bevorzugt im Boden oder auf dem Rasen ab. Die Larven fressen sehr gerne die feinen Wurzeln des Rasens. Rasenflächen machen sie aber auch verwundbar. Krähen, Wildschweine und Co. finden hier leichte Beute.

Aussehen

Er wird bis zu 18 mm lang und ist behaart. Der Körper ist hellbraun. Die bekannteste Art besitzt gerippte Deckflügel. Sie besitzen scharfe Zähne. Die Engerlinge schlüpfen nach ca. sechs Wochen und sind dann bis zu sechs Zentimeter lang. Der Kopf ist braun, der Körper hingegen weiß.

Welche Schäden verursachen Junikäfer?

Die erwachsenen Käfer fressen Blätter, die Larven die Wurzeln an. Da Junikäfer immer in großen Scharen auftreten, verursachen sie dementsprechend umfangreiche Schäden. Darüber hinaus zerwühlen ihre Feinde auf der Nahrungssuche nach der beliebten Delikatesse ganze Rasenflächen. Da der erwachsene Käfer nach der Eiablage nicht mehr lange lebt, erholen sich die befallenen Pflanzen bald wieder. Den wirklichen Schaden richten die Engerlinge an den Wurzeln an. Die Pflanzen sterben dadurch ab.

Wie macht sich bemerkbar, dass der Rasen befallen ist?

Wenn Sie Raben oder Krähen dabei ertappen, wie sie ständig im Rasen herumpicken, dann ist Ihr Rasen schon von den Engerlingen des Junikäfers befallen. Kahle Stellen oder aufgewühlte Erde können ebenfalls ein Anzeichen sein.

Lebensweise der Junikäfer?

Junikäfer sind nachtaktiv. Sie schwärmen gerne in warmen Juninächten aus. Daher stammt auch der Name. Am Tag befinden sie sich in ihren Verstecken. Sie legen ca. 40 Eier in sandigem, trockenem Boden. Die Larven schlüpfen nach ca. drei Wochen. In Afrika oder Asien benötigen die Larven fast bis zu zwei Jahre, um sich vollständig zu entwickeln. In Europa dauert es in der Regel bis zu drei Jahre.

Die Bekämpfung

Junikäfer können mit dem Pilz Metarizium anisopliae oder Nematoden erfolgreich und gezielt natürlich bekämpft werden. Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) sind Fadenwürmer, die Junikäfer als Parasiten befallen. Dazu muss der Boden allerdings feucht und warm gehalten werden. Nematoden müssen abends oder morgens auf den Rasen mit Wasser gegossen werden, um das beste Ergebnis zu erzielen. Nematoden sind sehr lichtempfindlich und würden sonst eingehen.

Hilft alles andere nicht mehr, kann eine Gartenfräse eingesetzt werden. Dazu sollte der Boden bis zu zehn Zentimeter tief bearbeitet werden. Da dabei nicht nur die Schädlinge, sondern auch alles andere (Struktur) zerstört wird, sollte das wirklich die letzte Möglichkeit sein. Der Boden erholt sich zwar, das dauert aber sehr lange. Ein Kultivator aus Zink hat einen ähnlichen Effekt. Larven und Eier sterben dadurch ab. Duftfallen mit Lockstoffen sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich.

Die natürlichen Fressfeinde wie Fledermäuse, Katzen oder Vögel können mit Futternäpfen oder zum Beispiel Feldermaus-Kästen gezielt angelockt werden.

Geranien und Rittersporn sind giftig für die Engerlinge des Junikäfers. Pflanzen Sie diese in der näheren Umgebung der befallenen Stellen.

Expertentipp

Die Vorbeugung gegen den Befall mit Engerlingen des Junikäfers gestaltet sich schwierig. Eine Möglichkeit besteht jedoch darin, dass der Rasen regelmäßig gedüngt und gemäht wird. Aber nicht zu tief am Boden abschneiden! Somit ist er sehr dicht und der Schädling hat es schwerer, zu den Wurzeln vorzudringen und die Eier abzulegen. Eine weitere Möglichkeit bei starkem Befall ist ein sogenanntes Rasenschutzgewebe in geringer Tiefe. Das ist jedoch sehr kostenintensiv. Das Gute daran ist, dass dies sowohl die Engerlinge als auch Maulwürfe abhält. Bei starkem Befall lohnt sich die Investition also dann letztendlich doch.

Darüber hinaus lassen sich große Gartenbereiche sehr gut abdecken (Bäume, Sträucher). Für den Rasen gibt es für diesen Zweck ein dünnes großes Gartenvlies. Diese Abdeckungen sollten kurz vor Anbruch des Abends ausgebracht werden. Junikäfer, die sich darunter befinden, können nicht mehr abheben und sich paaren. Im Sommer sollten nur bestimmte Bereiche bewässert werden. Die Käfer mögen keine Trockenheit. Die Weibchen suchen sich dann andere Plätze zur Eiablage.

Häufig gestellte Fragen

Sind Junikäfer giftig?

Sie können sie problemlos auf der Hand halten. Ihr Hund kann sich einen fangen. Es passiert nichts. Diese Schädlinge können nur durch ihre Larven dem Rasen oder den Blättern gefährlich werden.

Wie lange lebt ein Junikäfer?

Nach der Eiablage leben Junikäfer noch ca. sechs Wochen. Sie leben also gerade so lange, dass sie sich paaren und die Eier ablegen können.

Wo leben die Jungtiere?

Im Juni ist Flug- und Paarungszeit. Die übrige Zeit leben die Jungtiere im Boden. Das heißt ab August beziehen sie ihr Winterquartier im Boden. Zur Paarungszeit fliegen sie ca. drei bis vier Wochen in Schwärmen in der Dämmerung umher. Diese bietet ausreichend Schutz vor ihren Feinden, den Vögeln.

Ist es hörbar, wenn der Schwarm im Anflug ist?

Das klingt dann wie ein tiefes Brummen. Meistens sind die Schwärme riesengroß (Hunderte). Das schon deutlich zu merken.

Warum greift der Junikäfer Menschen an?

Der Verwandte des Maikäfers greift keine Menschen an. Es scheint nur so. Der Käfer kann sich manches Mal nicht so gut koordinieren und torkelt beim Fliegen etwas. Wenn er dann zur Landung ansetzt, verfehlt er schon mal sein Ziel und landet auf den Köpfen der Menschen. Er wird deshalb auch gerne Torkelkäfer genannt.

Wie schädlich ist der Junikäfer wirklich?

Er ist zunächst nicht giftig für den Menschen. Der ausgewachsene Junikäfer frisst Blätter an, aber schadet der Pflanze nicht wirklich. Die Larven richten den größten Schaden an. Sie bringen die Pflanzen zum Absterben, in dem sie die Wurzeln anfressen. Darüber hinaus wird durch die Bewegungen der Boden zerwühlt. Sie ziehen Wildschweine an, da Junikäfer-Larven für sie eine Delikatesse darstellen. Wildschweine können mit "ihrer Nahrungssuche" den ganzen Garten durchwühlen.

Welche Bekämpfungsmethoden sind am "humansten"?

Auch Junikäfer sind Lebewesen. Es kommt immer auch darauf an, in welchem Bereich des Gartens sich die Engerlinge befinden. Wenn möglich, ist umgraben und die Schädlinge absammeln und irgendwo anders, wo sie keinen Schaden für die Kulturen der Menschen anrichten können, wieder aussetzen. Knoblauch hilft auch rasch, da sie den Geruch nicht mögen. Legen Sie daher Knoblauch um die befallenen Stellen aus oder pflanzen Sie welchen.

Natürliche Fallen haben sich auch bewährt. Einen Wassereimer bis oben hin mit Pferdemist füllen und bis eine handbreit unter dem Rand in den Boden eingraben (40 bis 60 cm) und mit normaler Erde auffüllen. Sie lieben Pferdemist und sammeln sich im Eimer und bleiben darin. Das hilft nur bei frischen Engerlingen. Das kann problemlos jedes Jahr wiederholt werden. So haben Sie bald den ganzen Garten frei von Engerlingen.

Natürliche Feinde anlocken ist auch eine Methode. Sie haben zumindest eine Chance, ihren natürlichen Feinden durch Flucht zu entkommen. Somit ist Ihr Garten trotzdem gerettet. Natürliche Methoden sind immer chemischen vorzuziehen. Die Abdeckung mit Netzen ist auch sehr zu empfehlen. Eine andere Methode wäre der gut gepflegte und für sie unattraktive Rasen vorrangig zu empfehlen.

Gibt es auch smaragdgrüne Junikäfer?

Nein, das ist der mit ihm verwandte Gemeine Rosenkäfer (Cetonia aurata). Er ist fast gleich groß und verfügt ebenfalls über gerippte Deckflügel. Allerdings schillert er wunderschön grün. Er ist der einzige Nicht-Schädling in der Familie. Der Rosenkäfer ist sehr selten geworden.

Welche Hausmittel gibt es?

Junikäfer mögen kein Licht. Daher sollten Sie so wenig wie möglich Licht im Garten haben. Setzen Sie tief gehende Rasenkantensteine das blockiert die Engerlinge. Neben den bereits erwähnten Wurzelschutzgitter sollte der Rasen regelmäßig vertikutiert (gelüftet) werden. Regelmäßige Arbeiten im und am Boden, dazu zählt Unkraut jäten, hacken oder harken, mögen Engerlinge gar nicht.

Wie lässt sich erkennen, um welchen Engerling es sich handelt?

Der Engerling des Maikäfers liebt die gekrümmte Haltung. Wird er gestört, kriecht er seitwärts weg. Der Junikäfer Engerling macht sich lang und kriecht dann auf dem Bauch davon. Der Engerling des Rosenkäfers macht dasselbe, dreht sich dann aber auf dem Rücken und reckt seine Füßchen in die Höhe.

Expertentipp 2

Wenn alle Aspekte berücksichtigt werden, ist auch bei starkem Befall die natürliche und humane Methode allen anderen vorzuziehen. Beginnen Sie daher zunächst mit dem Absammeln, legen Sie dann Netze aus und behandeln Sie Ihren Rasen gut. Die Maßnahmen decken große Flächen ab, sind meistens kostengünstig und sorgen dafür, dass es wieder mehr der selten gewordenen Käfer in unseren Gefilden gibt. So lässt sich Ihr Garten schon sehr gut gegen eine Junikäferplage schützen.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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