Von manchen Menschen als Heilpflanzen geschätzt und von anderen als Unkraut verteufelt: Efeu und Gundermann. Beide Wildkräuter führen in unseren Gärten ein geheimnisvolles Schattendasein. Wie unterscheiden sie sich? Sollten sie im Garten bekämpft oder sogar angebaut und gepflegt werden? All das klären wir in diesem Artikel.
Gemeinsamkeiten
Efeu, auch Hedera helix und Gundermann oder Gundelrebe, Glechoma hederacea, sind rankende, krautige Gewächse, die zum Gedeihen wenig Licht brauchen. Beide kommen als Bodendecker in heimischen Wäldern und Parkanlagen vor. Sowohl Efeu als auch Gundermann sind Pflanzen, die den ganzen Winter über ihre grünen Blätter behalten. Die lateinische Artbezeichnung „hederacea“ deutet beim Gundermann auf die Gemeinsamkeiten mit dem Efeu, Hedera, hin.
Unterschiede

Der wichtigste Unterschied, der sofort ins Auge springt, ist das Efeu kleine Haftwurzeln ausbildet und dank ihnen wie ein Gecko an Bäumen hochklettern kann. Er ist die einzige heimische Pflanze, die dazu in der Lage ist. Junge Efeu-Pflanzen kriechen allerdings mit Ausläufern und Adventivwurzeln über den Boden und können in dieser Wachstumsphase mit der Gundelrebe verwechselt werden.
Ganz einfach sind die beiden Pflanzenarten an ihren Blättern zu unterscheiden. Efeu hat dunkelgrünes Laub mit drei bis fünf Zipfeln und auffällige, hellgrüne Adern in den Blättern. Die Blätter sehen fast wie Entenfüße aus. Gundermann hingegen besitzt rundliche, herzförmige bis nierenförmige Blätter mit zierlich gekerbtem Rand. Wenn man die Blätter des Gundermanns zerreibt, riechen diese würzig aromatisch und erinnern entfernt an Petersilie.
Gundermann und Efeu lassen sich auch über die Form ihrer Blüten unterscheiden. Efeu zeigt im Herbst seine unscheinbaren, gelblich-grünlichen Blütenrispen aus denen dann die auffälligen, kugeligen Efeubeeren entstehen. Gundermann blüht von April bis Mai mit lilafarbenen Lippenblüten.
Expertentipp
Gundermann kann von fortgeschrittenen Pflanzenliebhabern in kühlen, hellen Räumen als attraktive Zimmerpflanze gehalten werden. In eine Blumenampel gepflanzt, lässt er seine schmückenden Ranken mit den hübschen Blättern elegant nach unten wachsen. Auch Efeu kann, zumindest für eine gewisse Zeit, im Haus kultiviert werden. Beide Pflanzen gedeihen im Freiland allerdings wesentlich besser.
Häufig gestellte Fragen
Ist Efeu giftig?
Ja, alle Teile sind für den Menschen giftig. Besonders die Beeren des Efeus enthalten giftige Substanzen wie Alpha-Hederin und Falcarinol in größeren Mengen. Bei Verzehr kann es zu Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen kommen. In sehr hohen Dosen kann Efeu tödlich sein.
Ist Gundermann giftig?
Nein, zumindest nicht für den Menschen. Manche Säugetiere, z.B. Pferde, vertragen ihn nicht.
Schadet Efeu den Bäumen, an denen er emporklettert?
Nein, die winzigen Haftwurzeln des Efeus fügen den Bäumen keinen Schaden zu. Wenn Efeu jedoch von Waldbäumen abgerissen wird, kann die Baumrinde bei manchen Baumarten "Sonnenbrand" bekommen, da sich die Rinde durch den Schutz der Efeublätter nicht an die UV-Strahlung anpassen konnte.
Sind Efeu und Gundermann nützlich?
Ja, beide Pflanzenarten sind wichtige Nahrungspflanzen für heimische Wildtiere, insbesondere für Insekten. So benötigt die Efeu-Seidenbiene den Pollen der Efeublüten zwingend für die Aufzucht ihrer Larven. Die Schattenpflanzen Efeu und Gundermann erhöhen die Artenvielfalt im Garten und sind daher schützenswert.
Können Efeu und Gundermann als Heilpflanzen verwendet werden?
Ja, beide Pflanzen enthalten Substanzen, die in der Naturheilkunde Anwendung finden. In der Apotheke können wir Hustentee aus Efeuextrakt gegen Erkältungsbeschwerden kaufen. Gundermann wurde früher bei der Herstellung von Bier und Käse eingesetzt. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze auch als Medizin z.B. bei Erkältungskrankheiten oder zur Behandlung von Wunden verwendet, da das Kraut entzündungshemmende Substanzen enthalten soll. Gundermann kann im Frühjahr als Gewürzpflanze gesammelt werden. Er schmeckt aromatisch-bitter.
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