Connect with us

Pflanzenvermehrung

Engelstrompeten vermehren

Veröffentlicht

auf

Engelstrompeten vermehren

Engelstrompeten können bei guter Pflege beeindruckende Zimmerpflanzen werden und eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Wie in der Pflege sind die die Engelstrompeten in der Vermehrung nicht aufwendig. Sie können wahlweise über Stecklinge oder durch die Aussaat von Samen vermehrt werden.

Vermehrung über Samen

Vermehrung über Samen

Bestäubt wird die Engelstrompete von unterschiedlichen Insekten, wie Schwärmern. Das bedeutet allerdings auch, dass eine Chance auf Fremdbestäubung besteht und die spätere Farbe der aus Samen gezogenen Pflanzen nicht zwingend jene von der Mutterpflanze sein muss. Vor allem bei einem größeren Bestand an Pflanzen unterschiedlicher Farben kann es passieren, dass durch Kreuzung auch neue Farbnuancen entstehen. Wer daher solche Experimente wagen möchte, der sollte die Aussaat in jedem Fall probieren.

Etwa ab September können Sie die Samenkapseln ernten, falls Blüten befruchtet wurden. Die Samenkapseln sind leicht durch ihre Größe auszumachen und in jeder Kapsel sind gleich mehrere Samen enthalten. Lösen Sie die Samen aus den reifen Kapseln. Eine reife Kapsel erkennen Sie daran, dass sich die Spitze bereits zu öffnen beginnt. Verwenden Sie dazu allerdings Handschuhe, denn die Engelstrompete ist eine Giftpflanze und die Samenanlagen haben eine hohe Konzentration an giftigen Inhaltsstoffen.

Trocknen Sie die Samen über den Winter. Eine Aussaat ist erst im Frühjahr empfehlenswert, wenn auch die Lichtverhältnisse passen. Zudem benötigen die Engelstrompeten für eine Keimung eine konstante Temperatur von ca. 20° – 22°C.

Verwenden Sie zur Aussaat ein Zimmergewächshaus, denn darin ist das Risiko am geringsten, dass Ihnen die Samen während der Keimphase austrocknen. Befüllen Sie die Schale mit handelsüblicher Aussaaterde und drücken diese leicht an. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig und bedecken Sie sie mit Erde in Samenkornstärke. Abschließend gießen Sie alles gut an und geben die Haube des Zimmergewächshauses darüber.

Es dauert ca. zwei bis drei Wochen, bis die Samen gekeimt sind. In dieser Zeit darf das Substrat nicht austrocknen. Sobald sich das erste Blattpaar nach den Keimblättern gebildet hat, können Sie die jungen Pflanzen vereinzeln. Mischen Sie dafür einen Teil Blumenerde mit der gleichen Menge Aussaaterde. Das Substrat für die Jungpflanzen sollte nicht zu nährstoffreich sein, denn das fördert die Bildung von Wurzeln.

Stecklingsvermehrung

Stecklingsvermehrung

Die zweite Möglichkeit Engelstrompeten zu vermehren, ist über Stecklinge. Eine Vermehrung über Stecklinge ist zwar ganzjährig möglich, der Aufwand ist jedoch geringer, wenn Sie bereits im Frühjahr Triebe schneiden, denn dadurch können sie über den Sommer anwurzeln und im Herbst haben Sie bereits schöne Pflanzen. Zudem bietet es sich an, im Frühjahr vom Rückschnitt der Engelstrompeten gleich Triebe für Stecklinge zur Seite zu legen.

Der Vorteil der Vermehrung über Stecklinge ist, dass genetisch idente Kopien der Mutterpflanze hergestellt werden. Die Blüten gleichen der Mutterpflanze später in Farbe und Form. Zudem ist der Aufwand geringer im Vergleich zur Aussaat.

Die Stecklinge sollten eine Länge von mindestens 15 cm haben. Im unteren Bereich werden Blätter und Seitentriebe entfernt. Sie haben nun die Wahl, die Stecklinge im Wasser anwurzeln zu lassen oder sie direkt einzupflanzen. Lassen Sie die Triebe im Wasser anwurzeln, sehen Sie sofort, wenn sich Wurzeln bilden, und können dann die Stecklinge einpflanzen. Allerdings müssen Sie das Wasser in regelmäßigen Abständen wechseln. Andernfalls siedeln sich im abgestandenen Wasser Bakterien an, die Fäulnis begünstigt. Abgestandenes Wasser hat zudem einen niedrigen Sauerstoffgehalt, was ebenfalls dazu beitragen kann, dass die Stecklinge absterben.

Bei im Wasser angewurzelten Stecklingen sind die ersten ein bis zwei Wochen, nachdem sie in die Erde gepflanzt wurden, eine kritische Phase. Die Stecklinge sind es gewohnt Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben. Nach der Pflanzung ist es daher wichtig, die richtige Menge zu erwischen, damit die Pflanzen ausreichend Wasser haben, sich jedoch keine Staunässe bildet.

Die zweite Möglichkeit bei der Stecklingsvermehrung ist, die Stecklinge direkt nach dem Schneiden einzupflanzen. Dazu werden wiederum im unteren Bereich Blätter und Seitentriebe entfernt und die Stecklinge zu zwei Dritteln eingepflanzt. Ideal ist ein Substrat aus Aussaaterde, die mit etwas Sand vermischt wird.

Damit die Verdunstung über die Blätter am Anfang nicht zu groß ist bzw. das Substrat feucht bleibt, können Sie die Stecklinge wiederum mit einer Haube etwa aus einem transparenten Gefrierbeutel bedecken. Die Haube müssen Sie jedoch in regelmäßigen Abständen abnehmen, damit frische Luft hinein kann, denn sonst kann sich unter der Haube rasch Schimmel bilden.

Nach mehreren Wochen sollten die Stecklinge angewurzelt sein. Obwohl die Stecklingsvermehrung eine gute Erfolgsquote hat, sollten Sie vor allem bei einer direkten Pflanzung in die Erde etwas mehr Stecklinge schneiden, damit Sie sicher einige Pflanzen durchbringen.

Frühestens im Herbst können Sie die Pflanzen umtopfen. Da sie dann bereits ins Winterquartier kommen, sollte die Erde nicht zu nährstoffreich sein. Mischen Sie für die Jungpflanzen ein Substrat aus Blumenerde, Aussaaterde und Sand. Dadurch ergibt sich ein lockeres Gemisch mit geringem Nährstoffgehalt, der nur so hoch ist, dass die Pflanzen damit gut über den Winter kommen. Gießen Sie die jungen Engelstrompeten nur mäßig an und achten Sie aus im Winter darauf, dass die Jungpflanzen nur mäßig feucht gehalten werden.

Expertentipp

Beabsichtigen Sie die Engelstrompeten über Samen zu vermehren, lassen Sie die Samen für 24 Stunden im Wasser quellen. Dadurch wird die Schale weicher und der Keimprozess wird angeregt. Zudem kann die Keimung etwas beschleunigt werden und manchmal zeigen sich dann bereits nach zwei Wochen die ersten Blätter. Verwenden Sie statt Wasser flüssige Beizen aus Tees, kann dies die Pflanze später weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge machen. Ideal für Engelstrompeten ist beispielsweise ein Kamillentee, denn Sie auf Handwärme abkühlen lassen und darin die Samen einen Tag einlegen.

Jetzt Bewerten post

Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?


Bildquellen:

© pixabay.com/hansbenn
© www.istockphoto.com/dabjola
© www.istockphoto.com/Jean-Patrick Godbout

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

Klicken Sie, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die neusten Kommentare

Gerade populär