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Pflanzenvermehrung

Geranien richtig vermehren

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Geranien richtig vermehren

Die Geranie oder auch Pelargonie (Pelargonium) ist aus unseren Häusern und Gärten schon lange nicht mehr wegzudenken. Kaufleute brachten sie wohl um das 17. Jahrhundert nach Europa, ursprünglich stammt die Pflanze aus Südafrika. Auch in Anatolien, dem Iran und Irak, Neuseeland und Australien ist die Pelargonie in unterschiedlichen Sorten zu finden. Sie wurde fälschlicherweise als Geranium bezeichnet und so entstand der heute gebräuchliche Namen Geranie. Geranien gehören der Familie der Storchschnabelgewächse an.

6 wichtige Gruppen von Pelargonien/Geranien

Pelargonium-Zonale-Hybride

Überwiegend aufrecht wachsend mit Blättern in fast kreisrunder Form.

Pelargonium-Peltatum-Hybride

Halbhängend bis hängend mit Blättern, die glatt und wachsartig überzogen sind.

Edelpelargonien/Englische Geranien

Eine als Zimmerpflanze kultivierte Geranie.

Unique Pelargonien

Große Blüten, buschig wachsend mit verholzenden Stängeln.

Engelspelargonie

Eine eher kleinblütige Sorte.

Duftpelargonien

Rosenduft, Zitrusduft oder Zimtaroma, Pfefferminze, Schokolade es gibt eine große Auswahl.

Der richtige Zeitpunkt, um Geranien zu vermehren

Da Geranien zu den Halbgehölzen zählen, lassen sie sich im späten Frühjahr oder Anfang des Sommers am besten vegetativ vermehren. Von Halbgehölzen spricht man, wenn die Triebspitzen der Pflanze krautig bleiben, deren Mitte und die Basis aber verholzt ist. Bei den meisten Halbgehölzen lassen sich Stecklinge schneiden, so auch bei der Geranie. Auf den richtigen Zeitpunkt sollte auf jeden Fall geachtet werden, da die Triebe davor noch recht weich sind und schnell faulen.

Geranien durch Stecklinge vermehren

Geranien durch Stecklinge vermehren
Durch Stecklinge können Sie fast jede Geranie vermehren. Die so vermehrten Geranien sind mit der Mutterpflanze komplett identisch und weisen deren Merkmale auf. Suchen Sie sich einen etwas festeren Trieb heraus, der schon ausgereift ist und schneiden Sie ihn mit einem scharfen Messer oder einer scharfen Schere. Die Triebspitze darf keine Blüten enthalten. Desinfizieren Sie vorher das Schnittwerkzeug, damit es möglichst keimfrei ist. Achten Sie darauf, dass jeder Steckling aus bis zu 5 Blattachseln besteht. Die unteren Blätter sollten Sie durch Abschneiden oder Herausbrechen entfernen, nur die oberen Blätter bleiben bestehen.

Setzen Sie einen schrägen Schnitt unter der letzten Blattachsel. Nun können Sie diese Spitzen in spezielle Anzuchterde oder feuchtes Vermehrungssubstrat stecken. Dafür können Sie einen Tontopf nehmen oder auch alles in ein kleines Gewächshaus pflanzen. Die Stecklinge sollten nun gegossen und feucht gehalten werden. Überziehen sie einen Topf mit einer Folie oder schließen Sie das Gewächshaus, so ist für genügend Luftfeuchtigkeit gesorgt. Alles sollte nun an einen hellen Ort gestellt werden, am besten bei einer Temperatur bis 22 Grad. In diesem feuchten Mikroklima können nun die Stecklinge ideal wurzeln. Nach 5-6 Wochen haben sich dann Wurzeln gebildet. Es ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber Sie können das Wachstum auch durch das Eintauchen in einen Wurzelaktivator beschleunigen.

Haben Sie bereits stärker verholzte Geranientriebe, dann können sie diese auch in einem Wassergefäß wurzeln lassen. Weiche Triebe eignen sich dafür nicht, da sie sehr schnell faulen.

Hausmittel zur Wurzelbildung

Hausmittel zur Wurzelbildung
Möchten Sie auf Chemie verzichten, dann können Sie auch auf eins der folgenden Hausmittel für eine schnellere Bewurzelung zurückgreifen: Weidenwasser, Apfelessig, Kartoffeln, Zimt, Aloe Vera-Saft, Aspirin, Honig oder Hefe-Lösung. Im klassischen Bewurzlungspulver kommen spezielle Wachstumshormone zum Einsatz. Hausmittel beinhalten diese Hormone in geringerer Konzentration auch. Bitte setzen Sie diese Hausmittel nicht im Übermaß ein. Viel hilft bekanntlich nicht unbedingt immer viel, denn eine zu stark angeregte Bildung der Wurzeln kann einer Pflanze auch oft schaden. Also mit der Dosierung lieber etwas zurückhalten.

Anzuchterde oder Vermehrungssubstrat?

Anzuchterde oder Vermehrungssubstrat
In Anzuchterde ist eine besonders niedrige Nährstoffkonzentration zu finden. Zu viel Stickstoff und Salze schaden dem Wachstum der jungen Pflanze. Anzuchterde ist frisch, besonders locker und krümelig. Im Gegensatz dazu findet man bei normaler Blumenerde eine viel dichtere Struktur. Spezielle Anzuchterde bietet Ihren Stecklingen optimale Wachstumsbedingungen. Wenn man möchte, dann kann man Anzuchtserde auch selber herstellen.

Sie benötigen dafür ein Drittel Gartenerde, ein Drittel Sand mittlerer Körnung und ein Drittel guten Kompost. Alles wird gesiebt und danach gut gemischt. Anschließend können Sie das Gemisch in Ihrem Backofen sterilisieren, etwa 45 Minuten lang bei 120 Grad Celsius. Jetzt sind vorhandene Schimmelpilze, Fäulnispilze oder Unkrautsamen vernichtet. Jetzt nur noch auskühlen lassen und dann sofort für die Stecklingsanzucht verbrauchen. Eine bereits fertige Spezialerde oder Vermehrungssubstrat ist zur sofortigen Aussaat geeignet und kann im Gartenfachhandel erworben werden.

Auf den richtigen Standort und die richtige Pflege kommt es an

Wichtig ist es, dass die Stecklinge während der Zeit immer wieder mit Wasser eingesprüht werden, regelmäßiges Besprühen reicht im Allgemeinen völlig aus. Wenn die Erde vor dem Setzen gut durchfeuchtet wurde, kann man auf Gießen verzichten. Ein zu nasser Boden führt schnell zur Fäulnis der Pflanzen. Bilden sich neue Blätter und setzt das Wachstum des Triebs ein, scheint alles gut funktioniert zu haben. Ob neue Wurzeln vorhanden sind, lässt sich gut testen, indem man leicht an der Pflanze zieht. Verspürt man einen Widerstand, dann sind neue Wurzeln vorhanden. Jetzt entfernt man die Abdeckung und kann die kleinen Pflanzen nach 3-4 Wochen vereinzeln. Vorsicht bei der Entnahme aus dem Substrat, man kann dabei leicht die Wurzeln verletzen! Nun können die Jungpflanzen einzeln in Töpfe umgesetzt werden.

Geranienkrankheiten

Bei richtiger Pflege sind Geranien langlebig und recht anspruchslos. Allerdings gibt es einige Krankheiten, vor denen wir unsere Pflanzen schützen sollten.

Geranienrost

Äußert sich in gelben und braunen Blättern, hat der Pilz die Pflanze befallen, kann man Löchern in den Blättern oder kleine Pusteln an den Blattunterseiten erkennen.

Graufäule

Eine der häufigsten Krankheiten. Die Pflanze besitzt gräulich schwarze Flecken oder verfault.

Korkflecken

Unschöne helle und bräunliche Pusteln, sie sind nicht schädlich, sehen nur nicht schön aus.

Bakterienwelke

Ölige durchsichtige Flecken auf den Blättern, eine Infektion, bei der die betroffenen Stellen zu welken anfangen.

Echter Mehltau

Es handelt sich um einen Außenpilz, der tief in das Blatt eindringt, um sich dort selber mit Nährstoffen zu versorgen. Die Pilze befinden sich auf der Blattoberseite und lassen sich abwischen.

Falscher Mehltau

Hierbei handelt es sich um einen Innenpilz. Hier ist die Pflanze normalerweise nicht mehr zu retten.

Expertentipp

Vermehrung von Geranien durch Samen. Diese Vermehrungsart ist weitaus aufwendiger als die Vermehrung durch Stecklinge. Allerdings kann es auch schön sein, das Wachstum von Anfang an mitzuerleben. Lassen Sie im Hochsommer einige der schönsten Blütenköpfe stehen, es bilden sich dann dort bis zum Herbst längliche Samenstände. Schneiden Sie die Köpfe ab, wenn sie trocken und braun verfärbt sind. Zerreiben Sie jetzt mit den Fingern die Samenstände über einem Gefäß. In einem feinmaschigen Sieb bewegen Sie alles so lange, bis Fruchtschalen und Samen voneinander getrennt sind. Jetzt in einem dunklen Glas kühl und trocken bis zum nächsten Jahr aufbewahren.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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