Ob Sie eher die schlichten Exemplare von Euphorbia bevorzugen oder es Ihnen die elegant strauchartig wachsenden Arten angetan haben – diese unkomplizierten Gewächse will man schnell vermehren. Doch welche Methoden sind am gängigsten und wie geht man genau vor? Das erfahren Sie im Folgenden!
Die gängigste Vermehrungsmethode – Stecklinge gewinnen
Wer sich für die Vermehrung mittels Stecklingen entscheidet, sollte dies im Zeitraum zwischen Frühling und Sommer in Angriff nehmen. Ideal wäre es schon im März/April, da die Stecklinge dann aufgrund angenehmer und nicht zu hoher Temperaturen am besten bewurzeln und die Mutterpflanze weniger gestresst wird.
Zunächst wählen Sie eine gesunde Mutterpflanze aus. Schauen Sie, wo Sie Seitentriebe finden! Diese benötigen Sie für die Stecklingsvermehrung. Mit einem scharfen und zugleich sauberen Messer werden nun ein bis mehrere dieser Seitentriebe abgeschnitten. Sie sollten eine Länge von 10 bis 15 cm aufweisen. Achtung: Aufgrund des enthaltenen, giftigen Milchsaftes sollten Sie unbedingt Schutzhandschuhe (z.B. Gummihandschuhe) tragen! Der direkte Kontakt mit dem Milchsaft könnte ansonsten zu Entzündungsreaktionen der Haut führen.
Jeder abgeschnittene Seitentrieb wird sofort nach dem Entfernen von der Mutterpflanze kurz mit etwa 40 °C warmen Wasser befeuchtet. Dazu können Sie ein Tuch mit warmen Wasser tränken und es auf die Schnittwunde drücken. Dieser Vorgang bewirkt, der Ausfluss des Milchsaftes unterbunden wird. Außerdem könnte noch haften gebliebener Milchsaft die beabsichtigte Wurzelbildung verhindern. Ebenso sollten Sie die verletzte Mutterpflanze behandeln.
Die Stecklinge einpflanzen und bewurzeln lassen

Die Stecklinge können nun gern für ein bis zwei Tage an einem trockenen und dunklen Ort liegen gelassen werden. Dadurch trocknet die Schnittstelle an und die Wurzeln können sich daraufhin besser bilden. So geht es weiter:
- pro Steckling einen Topf mit Kakteenerde befüllen
- Stecklinge etwa 3 bis 4 cm tief in die Erde stecken
- ggf. einen Holzstab in die Erde bringen und den Stecklinge damit Halt geben
- mäßig feucht halten und an einen warmen, hellen Platz stellen
Euphorbia aussäen

Eine weitere Möglichkeit Euphorbia zu vermehren ist die Aussaat. Diese sollte optimalerweise zwischen März und April erfolgen. Wer keine Anzuchtschalen mit Glashaube besitzt, kann einfache Töpfe verwenden. Doch grundlegend ist es empfehlenswert, ein Anzuchtgefäß zu verwenden, das abzudecken ist.
Zuerst wird das Anzuchtgefäß mit Kakteenerde gefüllt. Die Samen werden dann Zuhause bei circa 20 °C gesät und mäßig feucht gehalten. Nach 2 bis 4 Wochen keimen sie. Wer mag, kann sie auch im Freiland direkt säen. Viele Arten vertragen die Temperaturen außerhalb und sind sogar Kaltkeimer! Im Falle von Kaltkeimern, ist es ratsam, diese im Herbst zu säen und über den Winter bis zum Frühjahr zu warten. Erst dann keimen die Samen.
Da Euphorbia schnell tiefe Pfahlwurzeln bildet, sollte das spätere Umsetzen gut durchdacht sein. Die Pfahlwurzel kann durch das Herausheben der Jungpflanze Schaden nehmen, weshalb eine Direktsaat ohne späteres Umpflanzen immer vorteilhafter ist. Wärmeliebende Exemplare sollten erst ab Mai ausgesiedelt werden. Ein Standort, der hell und warm gelegen ist, kommt der Euphorbia zugute. Das Substrat sollte gut durchlässig, relativ nährstoffarm sowie trocken bis leicht frisch sein.
Expertentipp
Es gibt Euphorbia-Arten, die staudenartig wachsen. Diese können auch mittels Teilung vervielfältigt werden.
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